Unterengstringen
Am Limmatcup hat Nachwuchsförderung Tradition – die 45. Ausgabe steht bevor

Mitte April wird Unterengstringen wieder zum Treffpunkt für Kunstturnerinnen aus der ganzen Schweiz, die sich am 45. Limmatcup messen.

Corina Haag
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Am 14. und 15. April werden in der Turnhalle Büel in Unterengstringen viele Flickflacks, Saltos und Sprünge zu sehen sein. Während einige unerfahrene Mädchen zum ersten Mal überhaupt einen Wettkampf bestreiten, nutzen andere den Anlass als Sprungbrett für höhere Leistungen. Denn der vom TV Engstringen organisierte Limmatcup ist ein Qualifikationswettkampf für die Schweizer Meisterschaften der Kunstturnerinnen.

Messen werden sich an diesem reinen Frauenwettkampf die bislang angemeldeten 380 Wettkämpferinnen aus Riegen aus der ganzen Schweiz in den Disziplinen Stufenbarren, Boden, Schwebebalken und Sprung – das sind die klassischen Geräte der Kunstturnerinnen.

Anders als bei ihren männlichen Pendants turnen Frauen nicht an Pauschenpferd, Reck und Ringen. Dafür fehlt den Männern der Schwebebalken. Speziell am Limmatcup ist, dass er schon immer ein Mannschaftswettkampf war. Allerdings können auch Einzelwettkämpferinnen teilnehmen, denn vor allem in den höheren Kategorien haben viele Riegen Mühe, ein Team aufzustellen.

Organisator ohne Riege

Der TV Engstringen, seit je Organisator des Limmatcups, stellt seit Jahren keine eigene Kunstturnriege mehr. «Wir überlegten uns schon immer wieder, ob es noch Sinn macht und sich der Aufwand lohnt, eine solche Veranstaltung Jahr für Jahr zu organisieren. Gerade auch, wenn sich die damit verbundenen Auflagen immer wieder ändern und insbesondere auch vieles immer strenger reglementiert wird», sagt Susan Erni vom Organisationskomitee des Limmatcups.

Selbst ist die 30-Jährige zwar keine Kunstturnerin, sondern Geräteturnerin. Auf die Möglichkeit eines solchen Anlasses mit einer gewissen Tradition wolle man nicht verzichten. Es sei enorm wichtig, Wettkämpfe wie diesen anzubieten, damit sich die Jugendlichen messen könnten. Nachwuchsförderung war beim Limmatcup schon immer ein wichtiger Aspekt und steht auch dieses Jahr an vorderster Stelle.

Vor allem für die Riegen aus der Region sei es super, wenn Anlässe dieser Art stattfinden, sagt Erni. Auch oder gerade weil es immer weniger Organisatoren gibt, die selbst die Kapazitäten hätten einen Wettkampf wie diesen auf die Beine zu stellen.

Mit dem Kutu Urdorf und dem Kutu Weiningen treten zwei Vereine aus dem Limmattal mit sieben beziehungsweise dreizehn Turnerinnen in unterschiedlichen Kategorien an. Auch Emmi Schmid-Schubiger, Trainerin des Kutu Weiningen, freut sich über die Gelegenheit, mit ihren Turnerinnen antreten zu können. «Wir selbst hätten keine Kapazitäten für einen Anlass wie diesen.»

Beiträge für Teilnehmer gleich

Das OK steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen für die mittlerweile bereits 45. Ausgabe der Konkurrenz. Weil im letzten Jahr aufgrund von Anpassungen der Reglements neue Geräte beschafft werden mussten, stiegen damals auch die Teilnehmerbeiträge an. «Dieses Jahr konnten wir den Teilnehmerbeitrag glücklicherweise gleich lassen», sagt Erni.

Sie hätten sich zwar auch schon überlegt, den Wettbewerb ohne die genormten Geräte durchzuführen. Aber dann gäbe es keine Möglichkeit, sich für die Schweizer Meisterschaft zu qualifizieren, weil der Wettkampf national nicht zählen würde. «Mit einem Plauschwettkampf auf diesem Niveau wäre ebenfalls niemandem gedient», so Erni.

Der Limmatcup finanziert sich aus Teilnehmerbeiträgen und Sportfördergeldern, vor allem aber über Sponsoren. «Ohne unsere Sponsoren würde es uns in diesem Rahmen wohl nicht geben», sagt sie.

Die Vorbereitungen laufen relativ gut. «Die 40. Ausgabe des Wettbewerbs lief quasi mit doppeltem OK. Danach gab es eine Art Übergabe vom alten zum neuen OK. Wir sind also immer noch etwas im Umbruch», meint Erni. Das OK sei nun etwas jünger, dadurch hätten sie begonnen, das Ganze etwas anders aufzuziehen. Einiges wurde digitalisiert, so sind beispielsweise die Helferlisten zum ersten Mal online und nicht mehr als Listen in der Halle verfügbar.

Solche Kleinigkeiten bedeuten zwar zu Beginn manchmal etwas mehr Arbeit und insbesondere Koordination, machen vieles aber mit der Zeit einfacher. Auch die im letzten Jahr neu angeschafften Geräte gaben kurzzeitig noch Arbeit. Sie hatten zum Teil etwas andere Masse, also mussten die Hallenpläne noch angepasst werden. Oft sind es die kleinen Dinge, die in der Summe doch viel Arbeit machen.

«Darum ist es eigentlich wie jedes Jahr: Auf der einen Seite ist der Limmatcup ein Selbstläufer, auf der anderen Seite weiss man aber dennoch nie so genau, was doch noch getan werden muss», sagt Erni lachend.

Und wer weiss, die nächste Giulia Steingruber steht bestimmt schon in den Startlöchern.