Triathlon
Am Ironman zählt nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch das Vergnügen

Am Ironman in Zürich starten gleich fünf Athleten vom Tri Team Limmattal.

Michel Sutter
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Jürg Mallepell sieht den Ironman am Sonntag als Standortbestimmung. zvg

Jürg Mallepell sieht den Ironman am Sonntag als Standortbestimmung. zvg

Am Sonntag findet in Zürich der Ironman statt – bereits zum 20. Mal. Rund 2500 Athletinnen und Athleten aus über 60 Ländern werden dabei beim Schwimmen, Radfahren und Laufen um eine möglichst gute Zeit kämpfen.

Mit dabei sind auch fünf Athleten des Tri Teams Limmattal. Der Älteste von ihnen ist der Urdorfer Jürg Mallepell. Der 62-Jährige ist schon mehrmals beim Ironman in Zürich gestartet. Dieses Jahr ist der Ironman für Mallepell besonders reizvoll – wegen der neuen Streckenführung. «Die Laufstrecke führt diesmal unter anderem über die Bahnhofstrasse und den Rennweg», sagt Mallepell. «Also mitten durch die Stadt.»

Ebenfalls neu ist die Art und Weise des Starts. Früher gab es einen Massenstart. Dieses Jahr wird erstmals ein sogenannter Rolling Start durchgeführt, bei dem alle fünf Sekunden zehn Teilnehmende den Triathlon in Angriff nehmen. «Der Start dauert damit 20 Minuten», so Mallepell. Er zieht allerdings den Massenstart vor. «Da macht es Peng, und du weisst: Jetzt gehts los», sagt er. «Man spürt auch den Druck von den anderen Läuferinnen und Läufern hinter einem. Das ist beim Rolling Start halt nicht so.»

Dass Mallepell überhaupt am diesjährigen Ironman in Zürich teilnimmt, war ursprünglich nicht vorgesehen. «Der Triathlon in Frankfurt, der auch gleichzeitig die Europameisterschaft war, sollte eigentlich der Saisonhöhepunkt werden», sagt er. «Doch wegen einer Erkältung konnte ich drei Wochen lang nicht richtig trainieren und in Frankfurt nicht voll angreifen.» Die Erkältung zwang Mallepell, den Ironman in Rapperswil abzusagen. Doch mittlerweile habe er sich erholt. «Und so habe ich mich kurzfristig entschieden, in Zürich zu starten.» Wegen des Trainingsrückstands verspürt Mallepell keinen Druck: «Ich will einfach eine Zeit unter elf Stunden laufen. Dann hätte ich mich im Vergleich zu Frankfurt gesteigert.»

Da haben sich manche seiner Teamkollegen des Tri Teams Limmattal mehr vorgenommen. So wie Ljubomir Milivojevic, der nach 2014 zum zweiten Mal am Ironman in Zürich teilnimmt. «Ich könnte in allen Disziplinen meine Noten, also meine Zeiten, verbessern, am liebsten diejenige im Laufen», sagt der 56-jährige Birmensdorfer. Allerdings habe er im Vergleich zu 2014 dieses Jahr weniger trainiert: «Ich habe nur etwa 60 Prozent des damaligen Pensums erreicht.»

Nun soll es nach Hawaii gehen

Trainiert hat Milivojevic unter anderem mit Domenico Di Sevo, der ebenfalls am Ironman starten wird. Für den Dietiker, der über die Langdistanz bisher erst am Ironman in Barcelona teilgenommen hatte, geht es in erster Linie um den Spass. «Bezüglich der Zeiten mache ich mir keinen Druck», sagt der 48-jährige Dietiker. «Ich will in erster Linie Spass haben. Der Rest kommt, wie er kommen muss.»

Die weiteren Athleten, die für das Tri Team Limmattal starten, sind der Geroldswiler Marcel Bellia und der Kilchberger Max Charles Schneble. Schneble ist der Einzige des Quintetts, der nicht im Limmattal wohnt. Er ist zum ersten Mal an einem Ironman über die Langdistanz dabei. «Ich habe als Triathlet bisher nur Kurzdistanzen absolviert», sagt der 36-Jährige. «Vor einem Jahr nahm ich als Single am Gigathlon teil und wurde überraschend Vierter. Dieses Resultat gab den Ausschlag für meine Teilnahme am diesjährigen Ironman in Zürich.» Trotz seiner Ironman-Premiere hat Schneble konkrete Vorstellungen, welche Zeit er erreichen will. «Ich möchte mich für die Ironman-Weltmeisterschaften im Oktober auf Hawaii qualifizieren», sagt er. «Das bedeutet, dass ich eine Zeit um die neun Stunden erreichen muss.»

Den Traum von einer Teilnahme am Ironman in Hawaii konnte sich Jürg Mallepell bereits erfüllen, zuletzt im vergangenen Jahr. Ist da der Ironman in Zürich überhaupt noch eine Herausforderung? «Natürlich», sagt er. «Nehmen wir zum Beispiel die Radstrecke. Sie ist ziemlich anspruchsvoll, weil sie sehr hügelig ist.» Die Strecke in Hawaii sei vor allem in Bezug auf das Klima schwierig.

Einen Heimvorteil spüre man in Zürich nicht. «Wenn man die Strecke kennt, überlegt man sich, wie man gewisse Abschnitte absolvieren will, statt dass man sie einfach in Angriff nimmt», sagt Mallepell. «Der einzige Vorteil wäre, eine Windmaschine im Rücken zu haben.»