Handball
Aller Anfang ist schwer, die zweite Halbzeit als Trost

Erstligist HC Dietikon-Urdorf verliert zum sechsten Mal in Serie. Die abstiegsgefährdeten Handballer kassierten bereits nach 90 Sekunden 3 Tore, 5:12 stand es nach weniger als 15 Minuten. Dem Team fehlte Magie in den Händen und Feuer in den Augen.

Rainer Sommerhalder
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Die zweite Mannschaft des HC Dietikon-Urdorf schwört sich auf das Spiel gegen Kloten ein.
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Rückraumspieler Dominik Hari mit viel Power.
Philipp Wüthrich trifft vom Siebenmeterpunkt aus.
Marco Wyttenbach mit einem Freiwurf in letzter Sekunde.
Dominik Hari beweist Übersicht.
Handball HC Dietikon-Udorf
Thomas Wüthrich, der Regisseur im Team.
Dominik Hari, kein Kind von Traurigkeit, schüttel seinen Gegenspieler unsanft ab.
Philipp Wüthrich sucht die Lücke in der Klotener Abwehr.
Kreisläufer Pascal Imhof in Action, den Ball hat ihm der Gegenspieler regelwidrig "geklaut".
Zwei Minuten für Philipp Wüthrichs Gegenspieler in dieser Situation.
Philipp Wüthrich mit Pass auf seinen Bruder Thomas.

Die zweite Mannschaft des HC Dietikon-Urdorf schwört sich auf das Spiel gegen Kloten ein.

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Aller Anfang ist schwer. Dieses Motto hatten sich die abstiegsgefährdeten Handballer von Dietikon-Urdorf gegen Pfader Neuhausen offensichtlich auf die Fahne geschrieben. 0:3 nach 90 Sekunden, 5:12 nach weniger als 15 Minuten – das Geschehen auf dem Feld glich dem Gang in den Schlachthof und nicht dem heroischen Überlebenskampf eines angeknockten Teams. Keine Magie in den Händen, kein Feuer in den Augen, kein Glaube in den Köpfen der Spieler. Stattdessen eine Aneinanderreihung von technischen Fehlern, von ungenauen Zuspielen, von vergebenen Chancen. «So viele Fehler machen wir nicht einmal bei den U19-Junioren», sagte Talent Daniel Burla, der die erste Halbzeit von der Bank aus mitverfolgte. Eigentlich nahm so ziemlich jeder Spieler des HCDU in den ersten 30 Minuten die Warte eines Zuschauers ein.

Welche Variante Spielertrainer Claude Bruggmann im Rückraum auch ausprobierte, es klappte nicht. Die Halbzeitpause diente dem Team, um sich zu sammeln. Endlich kam eine gewisse Konstanz ins Spiel der Gastgeber. Zwar war der Rückstand zur Pause zu gross, um die sechste Niederlage in Serie noch abzuwenden, doch zumindest durfte Burla am Schluss resümieren: «Die zweite Halbzeit haben wir gewonnen.» Bruggmann wechselte sich zur Halbzeit wieder aus und brachte Burla auf der Position des zentralen Rückraumspielers.

Und der Jüngste machte seine Sache sehr gut, verteilte wie befohlen die Bälle und brachte Daniel Imhof immer wieder in Abschlussposition. Dafür gab es vom Trainer ein Extralob. Ein solches hätte auch Imhof verdient. Er geriet zum Alleinunterhalter im Toreschiessen: 15 Treffer – davon 10 in Halbzeit 2. Schade nur, blieben seine Mitspieler im Abschluss weiter glücklos und liessen zweimal die Gelegenheit aus, bis auf zwei Tore an die Pfader heranzukommen. Immerhin dienten diese 30 Minuten zum Tanken von Selbstvertrauen für das Abstiegsduell gegen Seen Tigers/Yellow Winterthur am kommenden Samstag. Zumindest bei Bruggmann hat es gewirkt: «Ich habe das Gefühl, wir sind eher auf dem aufsteigenden Ast», lautete sein Schlussfazit. Realistische Einschätzung oder doch eher die rosarote Brille des frischgebackenen Papas?