«Wir haben das Spiel aus den Händen gegeben», sagte ein sichtlich enttäuschter Goran Ivelj nach der 1:3-Niederlage gegen den FC Rothrist. Dabei startete seine Mannschaft so gut in die Partie. Bereits in der 11. Minute kommt der FC Dietikon zum 1:0 durch Fabio Capone. Der Stürmer profitierte von einer Unachtsamkeit des Gegners. Ein Rückpass in die Verteidigung misslingt und Capone hat freie Bahn auf das Tor: Noch eine Flinte um den Torhüter und der Ball liegt im Netz. Es ist eine verdiente Führung: Die Limmattaler kontrollieren das Spiel und lassen den Gegner kaum zu Tormöglichkeiten kommen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit fängt sich der FC Rothrist und bringt Ruhe in sein Spiel rein.

Wende nach der Halbzeit

In der Halbzeitpause macht sich Unruhe breit bei den jüngeren Zuschauern: «Hey! Da vorne steht Granit Xhaka», schreit ein Junge und tatsächlich: Dort lehnt sich der Schweizer Internationale an den Zaun und wartet auf die zweite Halbzeit. Ein guter Freund von ihm spiele beim FC Rothrist, darum sei her hier, gibt der Arsenal-Spieler zu wissen.

Und mit ihrem prominenten Fan an der Seitenlinie kommt Rothrist besser aus der Pause: Nach nur zwei Minuten gelingt den Aargauern der Ausgleich. Rothrists Volkan Karaboga geht auf der rechten Abwehrseite vergessen und gleicht das Spiel mit einem Schlenzer in das weite Eck aus. Dietikon ist in der zweiten Halbzeit nicht wiederzuerkennen. Dem zuvor so aktiven Capone will nichts mehr gelingen und die in der ersten Halbzeit solid agierende Verteidigung wirkt plötzlich verunsichert.

In der 57. Minute verabschiedet sich die Verteidigung komplett: Nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte stehen Rothrists Dejan Skopljak und Patrick Dibrani bloss einem einzelnen Abwehrspieler gegenüber. Eine Täuschung, ein Querpass und Dibrani muss nur noch einschieben. «Sind eigentlich alle am Pennen?», schreit Dietikons Torhüter Sven Gammel seine Vorderleute an. Und auch Trainer Ivelj spricht nach dem Spiel von einer «Arbeitsverweigerung» von gewissen Spielern.

Gammels Weckruf nützt nichts: Das 3:1 für Rothrist fällt nur fünf Minuten später. Wieder geht ein Spieler auf der rechten Abwehrseite vergessen. Der eingewechselte Kastriot Hasanramaj bezwingt Torhüter Gammel mit einem platzierten, flachen Schuss im weiten Eck.

«Zum Glück sind wir keine Profis, denn so wie wir in der zweiten Halbzeit auftraten, ist unentschuldbar», sagte Ivelj nach dem Spiel, «das wir Fussballspielen können haben wir in dieser Saison schon oft bewiesen. Aber heute fehlte mir die Leidenschaft und die Laufbereitschaft.» Über den dramatischen Leistungsabfall mutmasst Ivelj: «Es hat vielleicht auch damit zu tun, dass einige noch nicht unterschrieben haben oder nicht hierbleiben wollen.»

Für den FC Rothrist kommen die Punkte gelegen: Dank ihrem Sieg gegen Dietikon schieben sich die Aargauer in der Tabelle auf den 11. Platz und damit aus den Abstiegsplätze. Für Dietikon bedeute die ärgerliche Niederlage, dass sie ihren dritten Platz an NK Pajde abtreten müssen.

FC Dietikon – FC Rothrist 1:3 (1:0)

Dornau – 170 Zuschauer – SR Özkanli – Tore: 11. Capone 1:0. 47. Karaboga 1:1. 57. Dibrani 1:2. 62. Hasanramaj 1:3.

Dietikon: Gammel, Norelli, Ribeiro, Milijkovic, Barbosa, Haziri (46. Jasari), Veccchiè (63. Simic), Senicanin, Capone (81. Hasani), Jelec, Durovic.

Rothrist: Joos, Kqira, Merdanovic (87. Popaj), Jusufi, Emmenegger, Skopljak, Saraiva Lopes, Conz, Fernandes da Silva (46. Hasanramaj), Dibrani, Karaboga.

Bemerkungen: Dietikon ohne Goljica, Paiva, Pribanovic, Fehratovic, Pehlic (alle verletzt) – Verwarnungen: 38. Barbosa. 48. Ribeiro. 60. Jelec. 90. Emmenegger. 90. Skopljak. – Rote Karte: 86. Durovic (Foul).