Der Oetwiler Adrian Gröbli sorgt für Aufsehen. Nach seinem neuerlichen Alterskategoriensieg am Jungfrau-Marathon stand der 52-Jährige auch in Basel auf dem Podest. Diesmal als Zweiter der Gesamtwertung – gerade einmal acht Tage nach seinem Zieleinlauf auf der Kleinen Scheidegg.

«In Basel wenig am Start»

Gröbli sitzt am Montag im Büro, als er davon erzählt. In der Stimme liegen Ruhe und Bescheidenheit. «So etwas habe ich nicht zum ersten Mal gemacht. In Basel waren halt so wenig am Start, dass ich gut dastehe in der Rangliste», witzelt er. Immerhin liess er in der Zeit von 2:47,22 Stunden 269 Läufer hinter sich. Besser war nur der Thurgauer Felix Schenk. «Für ihn war es wie für mich: Als Ausdauerläufer sollte man einen Drei-Stunden-Lauf pro Woche absolvieren. Statt im gewohnten Trainingsgelände fuhren wir dafür nach Basel.» Gröbli stand um 4.30 Uhr auf, um zeitig abzureisen, damit er ab 15 Uhr in Ibach SZ seiner Tochter am Leichtathletik-Meeting beiwohnen konnte.

Leise Gedanken an die Karriere

Erst im Frühjahr vor sieben Jahren entdeckte der Oetwiler das Laufen. «Es war wohl in der Midlife-Phase», schildert er. Wer in diesem Zusammenhang eine Verbissenheit vermutet, irrt. «Im fortgeschrittenen Alter ist man gelassener», sagt Gröbli. Dennoch: Bedauert der offenkundig talentierte Limmattaler die möglicherweise verpasste Chance auf eine Läuferlaufbahn nicht? «Es ist müssig, darüber nachzudenken», sagt er, um schliesslich einzuräumen: «Natürlich gehen einem manchmal solche Gedanken durch den Kopf. Gerade, wenn man sieht, dass frühere Kaderathleten heute auf ähnlichem Niveau laufen wie man selbst.»

Bereits 18 Starts in diesem Jahr

Neben den erwähnten Läufen hat Gröbli in diesem Jahr 18 weitere Starts über verschiedene Distanzen auf dem Konto. Trotz dieses Programms und den wie zuletzt kurzen Erholungszeiten behauptet er, sich nicht selbst zu quälen. Er kenne nach Zieleinläufen keine gravierenden körperlichen oder mentalen Probleme. Auch nicht nach der Parforceleistung zuletzt.

New York Marathon als Highlight

An seine Grenzen zu stossen sei nicht sein Wunsch: «Der Erlebniswert liegt darin, einen Lauf möglichst schnell und in guter Verfassung zu bewältigen.» Den schönsten Lauf seiner Karriere hat Gröbli vielleicht schon hinter sich. Zu seinem 50. Geburtstag gönnte er sich den Start am New York Marathon. Er gewann die Alterskategorie der 50- bis 54-Jährigen und sog die «gewaltige Atmosphäre» auf. «Das lässt sich nicht toppen», denkt er. Deshalb steht er einem neuerlichen Start dort skeptisch gegenüber. Ihn reizt der Start am Berlin Marathon.

Berlin bereits ausverkauft

Die aktuelle Austragung findet am kommenden Sonntag statt. Dass sie seit langem ausverkauft ist, ist vielleicht besser für Adrian Gröbli. So wird er gar nicht erst in Versuchung geführt, seine Serie auszubauen.