Seit dem 2:2 gegen das Team Aargau am 11. Mai gehört Adnan Mustafi nicht mehr zum Team des FC Dietikon. Er geriet nach dem Schlusspfiff verbal mit Mirsad Mijadinoski aneinander. Trainer Goran Ivelj erklärte einige Tage später, Mustafi und dessen Bruder Emra im Nachgang suspendiert zu haben.

Dem widerspricht Adnan Mustafi. Ihm geht es um Ehrrettung, nachdem er von anderen Leuten auf die angebliche Kaltstellung angesprochen worden sei. «Ich bin nicht suspendiert worden, sondern habe selbst entschieden, nicht mehr zum Team zu gehören», sagt er, sein Bruder habe sich «natürlich» mit ihm solidarisiert.

Er zeigt auf seinem Handy Ausschnitte aus einer ausschweifenden SMS-Konversation mit Ivelj, die am Abend nach dem Spiel gegen die Aargauer begann. Das lässt den Schluss zu, dass Ivelj sich intensiv um die Dienste des Flügelspielers bemühte, der zu Beginn der Rückrunde oft Matchwinner gewesen war.

Adnan Mustafi begründet den Entscheid seines freiwilligen Abgangs einerseits mit «Unfairness» seitens Ivelj. Dieser habe sich «ohne Grund» hinter Mijadinoski statt hinter ihn gestellt.

Andererseits habe ihn gestört, dass sein Bruder kaum zum Einsatz gekommen war. «Selbst in Spielen wie in Küsnacht gab ihm Goran keine Chance, als wir drei zu null führten und es klar war, dass wir gewinnen.» Ivelj selbst sagt dazu nur: «Ich beschäftige mich nicht mit Vergangenem.»

Neues Team eine Frage der Zeit
Dass Adnan Mustafi so oder so kein Problem haben wird, einen neuen Verein zu finden, ist angesichts seines Könnens unbestritten. Auch Ivelj sagt, dass Mustafi «problemlos« in der 1. Liga spielen könnte.

Nachdem sein Rauswurf beziehungsweise Abgang publik geworden war, hätten sich einige Vereine bei Mustafi gemeldet. Er selbst will keine Namen nennen. Zu den üblichen Verdächten gehört wohl United Zürich. Mustafi will nichts überstürzen, was seine Zukunft im Fussball anbelangt. «Ich will erst einmal Ruhe einkehren lassen und mich dann für einen neuen Verein entscheiden», sagt er.

Klar ist für ihn nur eines: «Dietikon ist kein Thema mehr.» Im Gegensatz zum Vorjahr, als er lediglich mit Wechselabsichten kokettierte, dürfte es ihm diesmal ernst sein.

Ob er die letzten Matches besucht, lässt er offen. Wichtig ist ihm festzuhalten: «Ich habe nichts gegen das Team, sondern gönne es den Jungs, wenn sie aufsteigen.»