Ersatztorhüter Jonas Wittwer stand auf der Bank, hüpfte auf und ab und animierte seine Teamkollegen und das Trainerteam von Unihockey Limmattal zum Mitfeiern. Die Partie gegen Bülach Floorball war zwar noch nicht vorbei, etwa eine halbe Minute war noch zu spielen an diesem Samstagabend in der Sporthalle Hirslen in Bülach. Doch am Sieg der Limmattaler gab es keinen Zweifel mehr: Die Gäste führten uneinholbar mit 9:5.

Auch Trainer Michael Hunziker stimmte in den Jubel mit ein. Zehn Minuten zuvor sah seine Gemütslage noch anders aus. Die Bülacher hatten den 5:7-Anschlusstreffer erzielt. «Ich fühlte mich an die erste Saisonpartie gegen Zürisee Unihockey erinnert», sagte Hunziker. «Damals gaben wir das Spiel auch in den letzten 30 Sekunden noch aus den Händen.» Doch diesmal kam es anders. Hunziker nahm sein Timeout, auch um den Lauf des Gegners zu brechen, der angesichts des Spielverlaufs und der Mehrheit der fast 540 Zuschauer im Rücken plötzlich Auftrieb erhalten hatte. Hunzikers Strategie ging auf. Zwar kam Bülach noch zu einigen Chancen, doch dann traf Valentin Ladner rund acht Minuten vor Schluss zum 8:5 – ein Tor wie eine Beruhigungspille für die Nerven der Limmattaler.

Trotz Führung nicht zurückgelehnt

Dass die Gäste überhaupt ins Straucheln geraten könnten, schien im ersten Drittel der Partie undenkbar. Sie hatten die Hausherren im ersten Drittel förmlich überrollt und lagen nach etwas mehr als einer Viertelstunde bereits mit 4:0 vorne. Zwei Tore hatte Lukas Wittwer erzielt. «Wir wollten unbedingt vermeiden, dass es zu einem Entscheidungsspiel in der Zentrumshalle kommt», sagte der Stürmer. Das war förmlich zu spüren, denn die Limmattaler lehnten sich trotz der komfortablen Führung nicht zurück. Bezeichnenderweise fiel das 5:1 durch Etienne Benz kurz vor der ersten Drittelpause nach einem Konter.

Im zweiten Abschnitt kamen die Bülacher zu Beginn zu guten Chancen, doch die Limmattaler zeigten sich deutlich effizienter vor dem gegnerischen Tor: Yannick Millers Ball flog via Lattenunterkante ins Netz. Das war das 6:1 für Limmattal und es waren noch keine 25 Minuten gespielt. Die Partie schien zum Limmattaler Triumphzug zu werden. Daran änderte auch der Anschlusstreffer durch Bülachs Josha Meier zum 2:6 nichts.

Goalie Gabriel mit starkem Spiel

Auffällig war aber, dass die Hausherren deutlich besser in der Partie waren als noch im Startdrittel. Bülach hatte gute Chancen, scheiterte aber mitunter an den Reflexen des Limmattaler Goalies Dominic Gabriel, der sich gleich mehrfach auszuzeichnen vermochte. «Er hat heute sehr stark gespielt», sagte Hunziker, der vor einer Woche noch Jonas Wittwer im Tor hatte spielen lassen.

Einen Ball musste Gabriel in diesem Drittel aber doch noch passieren lassen: einen spektakulären Ablenker zum 3:6 durch Joël Meier. Die Partie war vor dem Beginn des Schlussabschnitts also wieder offen.

Nun dürfen die Limmattaler um den Aufstieg in die Nationalliga B spielen. Ein Umstand, der beim Team gemischte Gefühle auslöst. Denn so verlockend die NLB auch ist, stellte sie den Verein sowie das Team vor grosse Herausforderungen finanzieller und sportlicher Natur.
«Die einen – vor allem die jüngeren Spieler – wollen natürlich gerne aufsteigen, andere – vor allem die ehemaligen Spitzenspieler – fürchten sich vor dem Mehraufwand», sagt Hunziker. Tatsächlich trainieren die NLB-Teams dreimal wöchentlich, die Limmattaler bis anhin nur zweimal. «Es ist fraglich, ob alle Spieler ein drittes Mal trainieren können und wollen», so Hunziker.

«Nichts zu verlieren»

Mit einem gewissen Umbruch in der Mannschaft wäre deshalb zu rechnen, wobei dieser ohnehin in nächster Zeit einmal vollzogen werden müsste.» Hunziker selber weiss noch nicht, ob er im September in seine dritte Trainersaison steigen wird, wird er doch im September erstmals Vater. «Ich mache mir schon Gedanken über meine Trainerzukunft, auch weil ich mit vielen Spielern noch kollegial verbunden bin. Vielleicht käme ein Wechsel zur rechten Zeit und könnte ein neuer Trainer auch frischen Wind ins Team bringen.»

Jetzt gilt es aber erst einmal, die Aufstiegsspiele zu absolvieren – gegen March-Höfe Altendorf, wobei die erste Partie bereits am kommenden Samstag um 17 Uhr in der Urdorfer Zentrumshalle stattfindet. «Wir haben nichts zu verlieren», sagt Lukas Wittwer. «Diese Spiele sind für uns einfach zum Geniessen.»