Fussball
3.-Liga-Bilanz: Jäger, Gejagte und ein Jahrtausendrekord

Eine denkwürdige 3.-Liga-Vorrunde ist mit einer Ausnahme zu Ende gegangen. Die Schlieremer sind Wintermeister der Gruppe 2, in elf Spielen holten sie 31 Punkte. Im regionalen Vergleich ist das rekordverdächtig, zumindest in diesem Jahrtausend.

Raphael Biermayr
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Birmensdorf gegen Oetwil-Geroldswil. Foto: bier

Birmensdorf gegen Oetwil-Geroldswil. Foto: bier

Der bisherige Rekordhalter Urdorf hatte 2008/09 27 Zähler auf dem Konto stehen. Verrückt: Trotz dieser ausserordentlichen Leistung hat der FCS nur einen Punkt Vorsprung auf Verfolger Birmensdorf, der lediglich im Direktduell mit dem Tabellenführer Federn liess. Die beiden Teams lieferten sich elf Spieltage lang ein grossartiges Wettrennen. Das zweite Aufeinandertreffen vom 27. April wirft seine Schatten schon jetzt voraus. Auf der einen Seite sind die wuchtigen Schlieremer, die – wenn sie losgelassen – ein Feuerwerk im und um den gegnerischen Strafraum zünden können. Und wenn es sein muss, gewinnen sie dank ihrer fantastischen Offensivabteilung auch auf dreckige Art. Auf der anderen Seite die filigranen Birmensdorfer, die Kombinationen forcieren und dank einer enormen taktischen Disziplin mit einer Drei-Mann-Abwehr spielen können. In einer Liga ohne Schiedsrichtertrio ist das ein Kunststück.

Im Schatten der Aufstiegsaspiranten

Im Schatten der beiden Aufstiegsaspiranten drohen die Leistungen von Oetwil-Geroldswil und Engstringen unterzugehen. Zu Unrecht. Denn die beiden Mannschaften haben einen wesentlichen Anteil daran, dass die Vorrunde der Saison 2013/14 im Gedächtnis bleibt. Einerseits nur für sich gesehen: Der drittplatzierte FCOG blieb acht Matches lang ungeschlagen und hat 13 Punkte mehr geholt als zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr. Der fünftplatzierte FCE wiederum hat die beste Hinserie seit dem Aufstieg 2010 hingelegt. Andererseits haben Geroldswiler wie Engstringer die dominanten Lokalrivalen angetrieben: Die meisten Derbys waren enge Angelegenheiten, nur eines wurde mit mehr als einem Tor Unterschied entschieden. Das gab es noch nie – und erzeugt eine Wechselwirkung: Die Gejagten an der Spitze können sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, während die Jäger durch die Nähe im Direktvergleich zusätzlich angespornt werden. So treiben sich die Limmattaler gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Urdorf mit Nachtragspartie

Noch nicht vorbei ist die Vorrunde für den FC Urdorf, der morgen in der Gruppe 1 eine Nachtragspartie bestreitet. Der Ausgang hat einen Einfluss auf die regionale Wahrnehmung. In dieser spielen die «Stiere» eine kleine Rolle, die nicht ganz unverschuldet ist. Denn der Absteiger aus der 2. Liga wehrte sich erst gar nicht gegen die Einteilung und die Abgeschiedenheit abseits der pulsierenden Gruppe 2. Die Rechnung, die leichtere Konkurrenz zu haben und Problem-Matches auf dem Juchhof aus dem Weg zu gehen, ist nicht aufgegangen. Urdorf liegt in einer aus Limmattaler Sicht zumeist farblosen Gegnerschaft im Niemandsland der Tabelle. Damit sind die «Stiere» in der Region das fünfte Rad am Wagen.