Fussball
20 Derbypartien stehen bevor

Die 3. Liga startet diesen Samstag – mit gleich fünf Limmattaler Teams.

Michel Sutter
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Zu diesem Duell wird es wieder kommen: der Urdorfer Alessandro Felicetti (links) gegen Oetwil-Geroldswils Sandro Lutz. msu

Zu diesem Duell wird es wieder kommen: der Urdorfer Alessandro Felicetti (links) gegen Oetwil-Geroldswils Sandro Lutz. msu

Was die Gruppe 2 in der 3. Liga des Zürcher Regionalverbandes angeht, war der Ausdruck «Limmattaler Gruppe» wohl noch nie so angebracht wie jetzt. Denn mit Oetwil-Geroldswil, Urdorf, Engstringen, Schlieren 2 und Birmensdorf sind die Limmattaler die regional stärkste Fraktion der insgesamt zwölf Teams, die ab Samstag um Punkte kämpfen. Dabei sind die Ausgangslagen für die jeweiligen Mannschaften sehr unterschiedlich. Bei Urdorf zum Beispiel strebt man in dieser Saison hohe Ziele an. Das hat auch mit den Verstärkungen zu tun, die der Verein sich während der Sommerpause geholt hat. Dazu gehören Nikola Stojadinovic und Pavao Zeko von den Blue Stars, aber auch Samir Kozarac vom FC Horgen. «Mit Samir ist nochmals ein erfahrener Spieler zu uns gestossen», sagt Trainer Gianni Musumeci. «Meiner Meinung nach sind wir qualitativ stärker als letzte Saison. Unser Ziel ist es, unter die ersten Vier zu kommen.»

«Das sind Top-Leute»

Etwas zurückhaltender gibt man sich beim anderen Limmattaler Team, das die vergangene Saison schon in der 3. Liga spielte: bei Oetwil-Geroldswil. «Ich erwarte eine äusserst ausgeglichene Gruppe, in der jeder jeden schlagen kann», sagt der neue Trainer Jean Marie Broggi diplomatisch. «Favorit wird dank ihren Möglichkeiten sicherlich die Mannschaft von United Zürich sein.»

Die Zurückhaltung bei Oetwil-Geroldswil rührt wohl auch daher, dass die Mannschaft neu zusammengewürfelt wurde. Acht Abgänge musste die erste Mannschaft verkraften, darunter denjenigen von Nicolas Huxley, den Broggi gerne behalten hätte. Doch Huxley beginnt im September ein einjähriges Studium im Ausland.

Fast alle anderen Spieler, die ab nächster Saison nicht mehr für die erste Mannschaft auflaufen werden, bleiben dem Verein dennoch erhalten. Sie werden für die zweite Mannschaft spielen. «Das freut mich ungemein, denn es handelt sich bei diesen Spielern menschlich gesehen um Top-Leute», sagt Broggi. «Aber in Anbetracht der Kadergrösse konnte ich ihnen nicht genügend Einsatzminuten in Aussicht stellen.» Zu dieser Gruppe gehört auch Cristiano Da Silva, der seinerseits die Konsequenzen gezogen und zum neuen Ligarivalen Engstringen gewechselt hat. Der Aufsteiger hat eine turbulente Vorbereitung hinter sich. Trainer Beni Achermann ist gegangen, und die erste Mannschaft hat noch keinen neuen Trainer gefunden. Stattdessen werden der bisherige Assistenztrainer Scott McDonald und Marjano Carigiet, der Engstringens dritte Mannschaft trainiert hatte, interimistisch gemeinsam das Coaching übernehmen, bis ein neuer Trainer verpflichtet worden ist.

Einen Trainerwechsel hat es auch beim FC Birmensdorf gegeben, dem einzigem Limmattaler Absteiger in dieser Gruppe 2. Antonio Caputo, der die Birmensdorfer schon früher trainiert hat, ist zurück. Und auch er darf sich über Zuzüge freuen, unter anderem über Pablo Esposito von den Blue Stars. Dafür verlieren die Birmensdorfer mit Giuseppe Sorrentino ein Urgestein, und auch Steeve Fanka und
Samuel Winkler haben den Verein verlassen.

Ein brisanter Neuzugang

Während Caputo Birmensdorfs fatale Saison in der 2. Liga vergessen machen will, hat die zweite Mannschaft seines ehemaligen Vereins, des FC Schlieren, in der neuen Spielzeit eigentlich nichts zu verlieren. Schlieren 2 ist neben Engstringen nämlich der zweite Aufsteiger in dieser Gruppe. Das Team, das vom Engstringer Urgestein Paul Schärer trainiert wird, dürfte angesichts der starken Limmattaler Gruppe vor allem darauf bedacht sein, die Klasse zu halten – zumal sich die Schlieremer auf dem Transfermarkt noch zurückgehalten haben. Dafür hat ein Zuzug besondere Brisanz: Lukas Baur, der einst für Engstringen auf Torejagd ging, kommt vom SV Höngg wieder zurück ins Limmattal.

In der neuen Saison werden also einige alte Bekannte aufeinandertreffen. Für Brisanz bei den 20 Derbyspielen, die in der gesamten kommenden Spielzeit in der 3. Liga anstehen, ist damit gesorgt.