Wie erwartet verteidigte Storl seinen EM-Titel erfolgreich. Die Siegesweite von 21,41 m stiess der Olympia-Zweite bereits im ersten Versuch, danach kam auch er aber nicht mehr über 21 Meter. Dabei hatte der 24-Jährige endlich die 22-Meter-Marke knacken wollen, nachdem er am 20. Juli in London mit 21,97 m knapp gescheitert war. Vielleicht wogen die Rückenprobleme, die Storl in der vergangenen Woche zu schaffen gemacht hatten, zu schwer. Damit hält weiterhin der Schweizer Werner Günthör den EM-Rekord - der dreifache Weltmeister siegte 1986 mit 22,22 m.

Storl sicherte sich bereits seine vierte Goldmedaille an internationalen Meisterschaften, nachdem er 2011 und 2013 auch Weltmeister geworden war. Der Sieg war ungefährdet. Der zweitplatzierte Spanier Borja Vivas, der erstmals auf dem EM-Podest stand, realisierte 20,86 m. Dritter wurde mit 20,83 m der Pole Tomasz Majewski, der Olympiasieger von 2008 und 2012.

Der Sieg von Pavey im 10'000-m-Rennen der Frauen kommt einer kleinen Überraschung gleich. Die Britin wird am 20. September 41 Jahre alt. Allerdings war sie bei den Olympischen Spielen 2012 über 5000 m als Siebente die beste Nicht-Afrikanerin. 2007 hatte sie an den Weltmeisterschaften in Osaka über 10'000 m Bronze nur knapp verpasst. Pavey siegte in der bescheidenen Zeit von 32:22,39 Minuten vor der Französin Clémence Calvin (32:23,58), die als Nummer 2 der Meldeliste ins Rennen gegangen war. Bronze sicherte sich mit Laila Traby (32:26,03), die persönliche Bestzeit lief, eine weitere Französin.