«Liefern statt lafern», lautet das selbstgewählte Motto von Alex Wilson für die Titelkämpfe in Berlin. Also hielt er sich beim Talk der Schweizer Sprinter mit dem Verbandspressechef so kurz wie möglich. Und erntete auch für diese Taktik Lacher.

Selbst die neben Wilson sitzende Mujinga Kambundji konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, während Wilson so cool und ernst wie möglich dreinblickte und immer wieder bei Pressechef Beat Freihofer nachfragte, ob er jetzt gehen könne.

Freihofer bemühte sich sichtlich, den Athleten nicht nur Gefälligkeitsfragen zu stellen. So meinte er zu Wilson, dass mit möglicherweise sieben Starts in den nächsten sechs Tagen ein stressiges Programm auf ihn zukomme. Wilsons Antwort: «Was ist schon ein Lauf pro Tag? Im Training ist es viel härter. Das ist sicher kein stressiges Programm für mich!»

«Ich bin schnell unterwegs»

Der Pressechef liess nicht locker und erinnerte Wilson daran, dass er zuletzt über 100 m nicht ganz zu überzeugen vermochte. Dafür erntete er einen bösen Blick des gebürtigen Jamaikaners und die Antwort: «Ich bin schnell unterwegs».

Ein Nachhaken führte zur Wiederholung von Wilsons Feststellung und einem etwas ratlosen Beat Freihofer, der angesichts des Gelächters im Raum auf einen weiteren Anlauf zu einem etwas ausführlicheren und gehaltvolleren Talk mit Wilson verzichtete.

Bei aller Zuversicht des Baslers darf man von ihm über 100 m keine Wunderdinge erwarten. Im Gegensatz zu seiner derzeitigen Paradedisziplin 200 m, wo er die Nummer 3 in der europäischen Bestenliste ist, steht er über 100 m nur auf Platz 15. Statistisch gesehen wäre also bereits eine Finalqualifikation ein grosser Erfolg. Aber was interessieren Alex Wilson Statistiken, wenn er doch weiss: «Ich bin schnell unterwegs!»