Tennis

«Kann auch nichts machen»: Weshalb Roger Federer in Rom für Ärger sorgt

«Ich verstehe den Frust, es ist nicht gut, aber ich kann nichts machen.» - Roger Federer über den Unmut der Fans.

Seit Roger Federer bekanntgegeben hat, dass er am ATP-Masters in Rom teilnehmen wird, steht die ganze italienische Tenniswelt Kopf. Weshalb Federers Teilnahme in Rom nicht nur für Jubelarien, sondern auch für Irritationen sorgt.

Seine kurzfristige Zusage für das Turnier in Rom beflügelt die Fantasien - nicht nur jene der Anhänger, sondern auch jene der Veranstalter. Nachdem Roger Federer am Freitag seine Zusage gemacht hatte, verdoppelten sie die Ticketpreise kurzerhand.

Die günstigsten Tickets für das erste Spiel vom Mittwoch kosten 134 Euro. «Wir wollen damit jene Fans belohnen, welche bereits Tickets gekauft haben, als sie noch nicht wussten, dass Federer spielt», führt Turnierdirektor Angelo Binaghi eine eigenartige Argumentation für den Wucherpreis ins Feld.

Findet übrigens auch Roger Federer. «Ich verstehe den Frust der Fans, für sie ist es nicht gut. Aber ich kann nichts dagegen tun», sagte der Baselbieter. Federer verbrachte das Wochenende in der Schweiz, reiste am Montag nach Rom und trainierte am Nachmittag bereits ein erstes Mal.

Die Rückkehr des Königs

Allerdings nicht auf der Anlage, sondern an einem «geheimen Ort», wie der «Corriere dello Sport» schrieb, der Federers erste Teilnahme in Rom seit 2016 auf der Titelseite mit «Il Ritorno del Rei», «die Rückkehr des Königs», ankündigte.

Als Partner stand ihm der nicht einmal halb so alte Jannik Sinner, 17, zur Verfügung. Der Italiener hatte am Tag zuvor mit seinem ersten Sieg im Hauptfeld eines Masters-Turnier für Aufsehen gesorgt. Er ist ein Zögling der italienischen Trainer-Ikone Riccardo Piatti.

Dieser hatte Federers heutigen Co-Trainer, Ivan Ljubicic, einst auf Rang 3 der Weltrangliste geführt. Federer, der in Madrid gesagt hatte, er wolle die Sandsaison unbedingt auch als Genuss erleben, begründete seine Zusage für Rom mit seiner guten körperlichen Verfassung und dem für gute Trainings zu unsteten Wetter in der Schweiz, aber auch mit der Lust, wieder einmal nach Rom zu kommen.

Dolce Vita mit einem bitteren Nachgeschmack

Dort frönt Federer auch dem Dolce Vita. So tafelte er am Montag in der renommierten Taverna Trilussa. Am Dienstag trainierte der 37-Jährige bereits um 9 Uhr morgens auf dem Hauptplatz des Foro Italico, erledigte seine Medientermine und wechselte für ein weiteres Training, diesmal mit dem Italiener Andreas Seppi, auf einen Nebenplatz.

Immer verfolgt wurde er dabei von einer Kamera, was einen Anhänger zur nicht ganz unberechtigten Frage verleitete, ob man Federer eigentlich auch auf die Toilette sekundiere. So weit ging der Wahnsinn dann zwar doch nicht, aber dies – und die Misstöne wegen der Ticketpreise – zeigen auf, dass Federers Dolce Vita auch eine bittere Seite hat.

Bleibt also zu hoffen, dass der Gastgeber am Ende auch einen ordentlichen Grappa serviert.
An seinen letzten Einsatz in Rom hat Federer indes schlechte Erinnerungen. 2016 verlor er in den Achtelfinals gegen Dominic Thiem und spielte danach für drei Jahre nicht mehr auf Sand.

«So schlecht wie damals habe ich mich noch nie auf einem Tennisplatz gefühlt. Ich hätte niemals spielen sollen», sagte er in Madrid. Zwar stand Federer in Rom vier Mal im Final (2003, 2006, 2013, 2015), gewonnen hat er indes noch nie.

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