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Im Alter von 60 Jahren: Fussball-Legende Diego Maradona stirbt an Herzinfarkt

Die Fussballwelt erleidet einen traurigen Verlust. Diego Armando Maradona ist im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Das bestätigte der argentinische Verband AFA.

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Die berühmte «Hand Gottes» an der WM 1986 im Spiel gegen England.
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Diego Maradona bei Papst Franziskus am 1. September 2014.
Als argentinischer Nationaltrainer an der WM 2010 in Südafrika. Der Heilsbringer scheiterte.
Fussballlegende Diego Maradona mit seinen Töchtern aus erster Ehe, Dalma (rechts) und Giannina, in einer Aufnahme von 2008.
2000 kämpfte Maradona gegen auf Kuba gegen seine Kokainsucht.
Diego Maradona spielt mit Kubas Präsident Fidel Castro Fussball.
Diego Maradona (rechts) vom SSC Napoli im Zweikampf mit dem Wettinger Spieler Svensson 1989 im Letzigrund-Stadion in Zürich.
Diego Maradona im Napoli-Dress 1986.
1995 wird Maradona mit dem goldenen Fussball für seine Verdienste ausgezeichnet.

Die berühmte «Hand Gottes» an der WM 1986 im Spiel gegen England.

Keystone

Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona ist tot. Der Weltmeister von 1986 starb am Mittwoch keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt. Das bestätigte sein Sprecher Sebastian Sanchi der AFP.

Maradona war am 3. November in einer Privatklinik in Buenos Aires wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden. Einen Tag zuvor war Maradona in ein Krankenhaus in La Plata eingeliefert worden, weil er sich unwohl gefühlt hatte - und um ihn medikamentös besser einzustellen, da er seit langem Antidepressiva einnimmt. Bei einem Scan wurde das Gerinnsel entdeckt. Maradona wurde daraufhin in die Spezialklinik in der Hauptstadt verlegt.

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Acht Tage später durfte er das Krankenhaus verlassen. Sein Leibarzt Leopoldo Luque nannte die Entwicklung seines Zustandes zu diesem Zeitpunkt «zufriedenstellend».

Maradona war am 30. Oktober 60 geworden. Seine Krankenakte war lang: Er erlitt mindestens zwei Herzinfarkte, erkrankte an Hepatitis und ließ sich wegen Übergewichts einen Magen-Bypass legen. Zudem war Maradona mehrfach wegen seiner Drogensucht in Behandlung.

Maradona am Höhepunkt: Nach dem Finalsieg gegen Deutschland stemmt er 1986 in Mexiko den WM-Pokal.
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Die legendäre Hand Gottes. Eine vieldiskutierte Szene der Fussball-WM-Geschichte vom 22. Juni 1986 mit Tatort Aztekenstadion in Mexiko-Stadt: Die argentinische Fussball-Legende Diego Maradona (Mitte) boxt in der 51. Minute des Viertelfinalspiels gegen England im Springen den Flankenball über den englischen Torhüter Peter Shilton (r) zum 1:0 ins Netz.
Diego Maradona im Napoli-Dress 1986
Diego Maradona 2007 im Dress der Boca Junios.
Diego Maradona bei Papst Franziskus am 1. September 2014.
Diego Maradona, fotografiert im Jahr 2000 in Kuba.
Diego Maradona als Junior bei Napoli.
Diego Maradona an der Fussball-WM 2006 in Deutschland.
Diego Maradona (rechts) vom SSC Napoli im Zweikampf mit dem Wettinger Spieler Svensson 1989 im Letzigrund-Stadion in Zürich. (KEYSTONE/Str)
Diego Maradona spielt mit Kubas Präsident Fidel Castro Fussball.
Diego Maradona verfolgt ein Spiel von Argentinieren an der Fussball-WM in 2010 in Südafrika.
Diego Maradona feiert 2009 als Trainer den Sieg gegen Peru 2009.
Diego Maradona (Mitte) trifft 1986 im Final gegen England.
Diego Armando Maradona, hier bei einem Spiel in der argentinischen Liga.
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Maradona am Höhepunkt: Nach dem Finalsieg gegen Deutschland stemmt er 1986 in Mexiko den WM-Pokal.

Carlo Fumagalli / AP

Eine Weltkarriere des kleinen Mannes

Maradona startete seine Weltkarriere bei den Argentinos Junios und den Boca Juniors im Heimatland Argentinien, bevor er von 1982 bis 1984 für Barcelona auflief.

Zur Legende wurde er 1986 als er mit Argentinien Weltmeister wurde. Legendär dabei im Spiel gegen England sein Tor mit der Hand. Später wurde erzählt «die Hand Gottes »sei im Spiel gewesen:

Sehenswert das Jahrhundertgoal im Spiel gegen England, das Argentinien 1986 mit 2:1 gewann. Maradona setzt zum Solo über das halbe Spielfeld an und trifft:

1990 führte Maradona sein Team erneut in den WM-Final, unterlag aber Deutschland.

Seine schillerndste Zeit verbrachte Maradona bei der SSC Neapel (1984 bis 1991), wo er noch heute wie ein Heiliger verehrt wird. Mit Neapel wurde er zwei Mal italienischer Meister.

Seine Karriere liess Maradona beim FC Sevilla (1992–1993), den Newlls's Old Boys (1993) und erneut bei den Boca Juniors ausklingen (1995–1997).

Auch als Nationaltrainer wurde Maradona als Heilsbringer eingesetzt. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Argentinien war kein Erfolg beschieden und Maradona seinen Posten bald wieder los.

Zuletzt war Maradona als Trainer des Klubs Gimnasia y Esgrima La Plata tätig.

"Maradona-Stadion"

Die Stadt Neapel will das Stadion San Paolo in «Maradona-Stadion» umbenennen. Dies erklärte Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris, der zudem einen Trauertag wegen des Todes der argentinischen Fußball-Legende ausrief. In mehreren Stadtvierteln Neapels waren am Mittwochabend die blauen Fahnen der SSC Neapel als Zeichen der Trauer für Maradonas Tod zu sehen. Einige Fans zeigten sich auf der Straße mit dem Trikot mit der Nummer 10, das Maradona während seiner Zeit beim SSC Neapel trug.

Corrado Ferlaino, Klubeigentümer der SSC Neapel und Arbeitgeber Maradonas Ende der 80er Jahre, bezeichnete Maradona als «Genie. «Man kann von Genies nicht verlangen, wie normale Menschen zu leben», kommentierte Ferlaino.

Maradona erhält Staatsbegräbnis

Argentinien verwandelte sich am Mittwoch in ein Land im Schockzustand. Die Regierung in Buenos Aires rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Maradona soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge ein Staatsbegräbnis erhalten.

Cesar Luis Menotti, Argentiniens Weltmeister-Trainer von 1978, sprach seinen Landsleuten aus dem Herzen: «Es ist schrecklich. Ich bin am Boden zerstört, ich kann es nicht glauben.»

So erging es am Mittwoch fast allen.

(sda/jk)

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