Herr Simmen, Sie betreuen in Grindelwald den Fun-Park. Gibt es dort mehr Skifahrer oder mehr Snowboarder?

Gian Simmen: Snowboarder und Skifahrer halten sich die Waage. Im Anfängerpark hat es manchmal mehr Skifahrer. Wenn aber gerade ein Team trainiert, gibt es mehr Snowboarder. In der Halfpipe und im Pro Park ist es etwa 50:50.

Fahren Ihre Kinder Ski oder Snowboard?

Die Kleinen, 5 und 3 Jahre alt, fahren Ski, die Älteren, 8 und 10 Jahre alt, fahren beides. Ich finde, Skifahren ist im Kleinkindesalter ein guter Einstieg in den Wintersport, um die Geschwindigkeit kennen zu lernen, das Gleichgewicht zu schulen und erste Erfahrungen mit den verschiedenen Schneebeschaffenheiten zu machen. Dies hilft danach beim Erlernen vom Snowboardfahren.

Wie sind Sie zum Snowboarden gekommen?

Ich habe immer in einem Skigebiet gewohnt. Mit 2 oder 3 Jahren stand ich zum ersten Mal auf den Ski, mit 8 Jahren zum letzten Mal. Ich hatte nie Freude daran. Als meine Familie von Lenzerheide nach Davos zog, begann ich dort völlig talentlos Eishockey zu spielen. Über die Nachbarsbuben entdeckte ich das Skateboardfahren. Als in den Zeitungen und der «Tagesschau» über das Snowboarden berichtet wurde, wusste ich: Das will ich auch. Ich habe mir auf den zwölften Geburtstag ein Snowboard gewünscht, was ich dann auch bekam. Und weil mein Geburtstag im Februar ist, konnte ich sofort loslegen.

Gab es schon Snowboardlehrer?

Ja, 1989 gab es schon eine Snowboardschule in Davos, in dieser lernte ich dann auch in einem einwöchigen Kurs das Snowboarden.

Plötzlich wollten alle snowboarden. Wie erlebten Sie den Hype?

Es war mir egal, was die anderen machten. Ich hatte das Snowboarden für mich entdeckt. Generell sollen die Leute raus in den Schnee, das ist das Wichtigste. Ob Snowboarden, Schlitteln oder Iglubauen spielt doch keine Rolle.

Hat das Snowboarden eine Zukunft?

Viele Kinder fahren wieder Snowboard. Und der Halfpipe-Final ist immer noch der meistgeschaute Wettbewerb bei den olympischen Winterspielen. Das Interesse am Sport ist also noch da. Das Snowboard wird nicht verschwinden. Trends kommen und gehen. Es ist wie bei den Hochwasserhosen. Die kamen auch plötzlich wieder in Mode. Heute ist wichtig, dass die Leute wieder in die Berge gehen. Der Untersatz spielt keine Rolle, Hauptsache, sie haben ein unvergessliches Erlebnis im Schnee.