Champions League

Valencia bestraft Berner Fehler – YB verliert in der Champions League mit 1:3 und braucht jetzt ein Wunder

YB verliert gegen Valencia mit 1:3. Es war, trotz grossen Bemühungen der Berner, ein verdienter Sieg für die Spanier. Das Berner Spiel war von zu vielen Fehlern geprägt. Um europäisch zu überwintern, ist für den Schweizer Meister nun ein kleines Fussballwunder nötig.

In Valencia wird seit 2007 ein neues Stadion gebaut. Bis heute ist das ursprünglich für 2010 geplante Nou Mestalla nicht fertig. Finanzielle Sorgen führen immer wieder zu Baustopps. Auch momentan sind keine Arbeiter auf der Baustelle. Trotzdem soll das Stadion 2021 endlich fertig sein.

Was das mit dem YB-Spiel zu tun hat? Zum einem dürfen die Berner wegen der Verzögerungen gestern im altehrwürdigen Mestalla, dem Stadion mit der steilsten Tribüne Europas, auflaufen. Zum anderen erinnert das Spiel der Berner irgendwie an den verkorksten Stadionbau von Valencia.

Vor dem vierten Champions-League-Spieltag sind die Young Boys – wie der FC Valencia 2007 vor dem Beginn der Bauarbeiten – frohen Mutes. Die starke zweite Halbzeit beim 1:1 im Hinspiel vor zwei Wochen und die Erfolge in Liga und Cup, wo YB teilweise trotz Rückstand noch gewann, haben den gelbschwarzen Tank ordentlich mit Selbstvertrauen gefüllt. Valencia, das in der Primera Division bislang nur einmal gewonnen hat und als Tabellenfünfzehnter zu Hause seit Mai auf einen Sieg wartet, scheint schlagbar.

Früher Rückstand

Doch in der Startphase folgt – analog zum Baustopp beim Stadion 2009 – der erste Rückschlag. Zunächst hat YB Glück, dass Rodrigos Treffer (4.) wegen einer vermeintlichen Abseitssituation nicht zählt.

Zehn Minuten später geraten die Gäste doch in Rückstand. Erst unterläuft Captain von Bergen einen Ball. Dann schauen Sow, Lauper und Mbabu nur zu, wie das Leder über Soler und den Pfosten direkt vor die Füsse von Torschütze Mina fällt. YB kann nicht reagieren. Die Berner spielen zwar wie geplant bei Ballgewinnen «schnell vertikal», allerdings meist sofort in die Füsse des Gegners.

Assalé sorgt kurz für Hoffnung

Doch wie 2011, als Valencia für die Stadionfinanzierung eine Übereinkunft mit einem spanischen Kreditinstitut bekannt gibt, hat auch YB gestern einen Lichtblick. Nach einem Ballgewinn von Sanogo kontern die Young Boys in Minute 37 über Hoarau, Fassnacht und Assalé. Dieser legt sich den Ball im Strafraum mit der Sohle vor und versenkt ihn mit einem Vollspannschuss im langen Eck. 1:1. Der Glaube an die Sensation ist zurück.

Doch nur drei Minuten nach dem Ausgleich schlägt Valencia zurück. Wieder steht die Berner Verteidigung auf einer Linie und muss mit ansehen, wie Mina seinen Fuss in die gut getimte Flanke von Soler hält und seinen zweiten Treffer markiert. Und ja. Die spanische Finanzkrise sorgt 2012, nur ein Jahr nach der Übereinkunft, dafür, dass dem FC Valencia der Kredit in dreistelliger Millionenhöhe wieder entzogen wird.

Nach Sanogo-Rot war das Spiel gelaufen

Nach der Pause zahlt ein weiterhin viel zu fehleranfälliges YB Lehrgeld. Valencia kontrolliert das Geschehen und lässt keine weiteren Chancen zu. Stattdessen setzen die Spanier in der 56. Minute einen weiteren Nadelstich. Valencia spielt mit einer feinen Kombination gleich drei Berner aus. Soler läuft alleine auf von Ballmoos zu und verwandelt souverän. Das 3:1 ist die Vorentscheidung. Spätestens in der 77. Minute, als Sanogo für ein hartes Einsteigen mit offener Sohle gegen das Knie von Coquelin mit direkt Rot vom Platz gestellt, ist das Spiel gelaufen.

YB verliert aber nicht wegen dieser Aktion, sondern weil es insgesamt zu viele Fehlpässe spielt und in der Defensive zweimal den Gegner aus den Augen verliert. «Es sind kleine Details, die auf diesem Niveau den Unterschied ausmachen», analysiert von Bergen richtig. Die angesprochenen Fehler bestraft auch ein kriselndes Valencia, das erstmals in dieser Saison mehr als zwei Tore erzielt. In den beiden noch kommenden Spielen gegen Manchester United und Juventus Turin muss jetzt ein Wunder her, um europäisch zu überwintern. YB muss beide Spiele gewinnen und die Spanier dürfen keinen Punkt mehr holen. In Valencia glaubt übrigens kaum einer daran, dass das Nou Mestalla, wie 2017 angekündigt, 2021 bezogen werden kann.

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: 

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