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Die Schweizer Nationalmannschaft hat im ausverkauften St. Jakob-Park einen Start nach Mass auf dem Weg an die Weltmeisterschaft 2018 in Russland hingelegt. Nach einem aufopfernden Kampf schlug sie Europameister Portugal 2:0.

Es war die erste Pflichtspielniederlage der Gäste seit exakt zwei Jahren und die erste unter Trainer Fernando Santos. Dass bei Portugal die beiden Superstars Ronaldo und Renato Sanches fehlten, soll die Leistung und den Erfolg der Schweizer nicht schmälern.

Vertraut man der Statistik, dann ist dieser Sieg bereits die halbe Miete für die WM-Qualifikation. Denn bei allen Ausscheidungen seit 1992 haben die Schweizer ihr Ziel erreicht, wenn sie im Startspiel gepunktet haben.

Xhaka sieht in der Nachspielzeit gelbrot

Der Sieg wurde im Stile einer Spitzenmannschaft errungen: Effizient im Abschluss, ziemlich solid und sattelfest in der eingespielten Abwehr. Mit der Stärke vor dem Tor konnten die Schweizer jenes Defizit ausmerzen, welches man ihnen bei der EM zu Recht angekreidet hat.

Highlights: Die Tore von Breel Embolo und Admir Mehmedi

Highlights: Die Tore von Breel Embolo und Admir Mehmedi

Der Schweiz gelingt der perfekte Start in die WM-Qualifikation. In Basel gewinnt sie gegen Europameister Portugal dank Toren vor der Pause von Breel Embolo und Admir Mehmedi 2:0.

Der einzige Wermutstropfen war die gelbrote Karte von Spielmacher Granit Xhaka, dessen zweites Foul in der Nachspielzeit wahrlich unnötig war, und die ihm nun die Sperre im Spiel in Ungarn am 7. Oktober einträgt. Es war ein hart erkämpfter und erdauerter Erfolg. «Ein guter Start in die Qualifikation zwar», sagte Goalie Yann Sommer, «aber in der zweiten Halbzeit liessen wir die Ruhe vermissen und uns zu weit zurückdrängen.»

Schweiz-Portugal: Breel Embolo ist erleichtert und glücklich über den Sieg

Schweiz-Portugal: Breel Embolo ist erleichtert und glücklich über den Sieg

Basel - 6.9.16 - Die Schweizer Nationalmannschaft siegt gegen den Europameister Portugal mit 2:0. Breel Embolo traf in der 23. Minute das erste Goal. Er ist glücklich, am Sieg in Basel mitgewirkt zu haben.

Nachdem Santos in der Halbzeit auf den Rückstand reagiert und mit Joao Mario und André Silva für William Carvalho und den EM-Finaltorschützen Eder zwei frische Kräfte gebracht hatte, dominierte seine Mannschaft die gesamte zweite Halbzeit deutlich. Sie liess die Kugel gut laufen, und man konnte nicht übersehen, welch feine Techniker sie sind. Aber so richtig zwingend wurden sie angesichts ihrer Überlegenheit nicht besonders oft. Ein Schuss von José Fonte strich um Zentimeter am Tor vorbei.

Das Glück des Tüchtigen

Man hätte sich gewünscht, die Schweizer würden nicht so tief stehen und sich bis an den eigenen Strafraum zurückdrängen lassen, doch dies ist gegen den so spielstarken Europameister leichter gesagt, als getan.

Als Santos zwanzig Minuten vor dem Ende Altstar Ricardo Quaresma brachte, jubelte ihm das portugiesische Publikum hoffnungsvoll zu. Doch als dieser neun Minuten vor Schluss eine präzise Flanke schlug, köpfelte Nani den Ball an den Pfosten.

Es war das Glück, das die Schweizer im EM-Achtelfinal gegen Polen nicht gehabt hatten und das ihnen schon in der Startphase hold gewesen war, als Stephan Lichtsteiner den Ball gegen den ausgestreckten Arm von Djourou geschlagen hatte und der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz auf den Penaltypunkt hätte zeigen müssen.

Schweiz-Portugal: Admir Mehmedi ist erschöpft und zufrieden

Schweiz-Portugal: Admir Mehmedi ist erschöpft und zufrieden

Basel - 6.9.16 - Die Schweizer Nationalmannschaft siegt im WM-Qualifikationsspiel gegen den Europameister Portugal mit 2:0. Admir Mehmedi macht in der 30. Minute den zweiten Treffer. Nach dem Sieg ist der Stürmer zufrieden und erschöpft.

Effizienz ist Trumpf

Santos hatte acht Spieler, die den EM-Final gegen Frankreich begonnen hatten, in die Startformation genommen. Und hatte er noch angekündigt, man dürfe jetzt nicht erwarten, seine Mannschaft würde nun einen anderen, offensiven, Fussball spielen, so sehr sah man sich in den ersten zwanzig Minuten getäuscht.

Als wollten die Iberer ihren zahlreich aufmarschierten Fans ein Spektakel offerieren und dem Schweizer Publikum beweisen, dass sie zu Recht Europameister geworden sind. Sie spielten so offensiv, wie man es an der EM kaum je gesehen hat.

Doch die Tore schossen eben die Schweizer. Nach einem Freistoss von Ricardo Rodriguez traf Breel Embolo mit dem Kopf zum 1:0 (23.), dann schoss Admir Mehmedi (30.) nach feiner Vorarbeit von Haris Seferovic das 2:0.

Es war der entscheidende Doppelschlag in eine vielversprechende WM-Qualifikation. Einer Schweizer Mannschaft, die auf einem guten Weg ist und eine tolle Entwicklung hinter sich − und wohl auch vor sich − hat.

Spieldaten

Schweiz - Portugal 2:0 (2:0)

St.-Jakob-Park, Basel. - 36'000 Zuschauer. - SR Mateu Lahoz (ESP). - Tore: 23. Embolo (Kopfball/Freistoss Rodriguez) 1:0. 30. Mehmedi (Seferovic) 2:0.

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (69. Widmer), Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Embolo, Dzemaili (88. Fernandes), Mehmedi; Seferovic (78. Derdiyok).

Portugal: Rui Patricio; Cédric, Pepe, José Fonte, Guerreiro; William Carvalho (46. João Mario); João Moutinho (67. Quaresma), Adrien Silva; Bernardo Silva, Eder (46. André Silva), Nani.

Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri, Lang und Zuffi (alle verletzt) sowie Tarashaj (krank); Portugal ohne Cristiano Ronaldo, Renato Sanches, Lopes und André Gomes (alle verletzt). 81. Kopfball von Nani an den Pfosten. 93. Gelb-Rote Karte gegen Xhaka wegen Fouls. Verwarnungen: 41. Mehmedi (Schwalbe). 67. Behrami (Foul). 71. Xhaka (Reklamieren).