Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch Neymars «Nudel-Frisur» war ganz nach dem Gusto von Eric Cantona. Die neue Haarpracht des Brasilianers begeisterte den früheren Star von Manchester United so sehr, dass der sich kurzerhand eine Portion Spaghetti auf den Kopf setzte – und glich dabei dem Original, dessen Foto er in den Händen hielt, aufs «Haar».

«Neymar style...spaghetti al dente!», schrieb der Franzose auf Instagram dazu. Und Cantona war nicht der Einzige, der Neymar für seine eigenwillige Frisur mit Spott überzog.

So war es nicht die fussballerische Darbietung des 222-Millionen-Mannes beim 1:1 gegen die Schweiz, die für Gesprächsstoff in den sozialen Netzwerken sorgte, sondern dessen blond gefärbte Lockenpracht. Den einen erinnerte diese an eine lieblos angerichtete Portion Pasta, die anderen an einen Haufen Stroh oder einen Wischmopp. Doch eines hatten die Vergleiche gemeinsam: Wenig schmeichelhaft waren sie alle.

Giftgrüne Streifen

Dabei ist der Superstar von Paris St. Germain nicht der einzige WM-Teilnehmer, der in Russland einen neuen, flotten Haarschnitt präsentiert.

Der Nigerianer William Troost-Ekong war beim 0:2 gegen Kroatien zwar einer der schwächsten Akteure auf dem Feld, mit seinem giftgrünen Streifen auf dem Kopf war er aber trotzdem der Hingucker – möglichwerweise war er dermassen vom ausgefallenen Trikot der Afrikaner inspiriert, das binnen drei Minuten nach Verkaufsstart vergriffen war.

Doch selbstverständlich wollte Weltmeister Jerome Boateng da nicht kampflos aufgeben. Der Bayern-Profi überrascht immer wieder mit schrägen Looks, und auch in Russland enttäuschte er zumindest optisch nicht: Bei der Auftaktniederlage gegen Mexiko trug Boateng silbergraue Spitzen auf dem Kopf, schnell machten in den Netzwerken Vergleiche mit einem Staubwedel die Runde.

Andere Haar-Virtuosen blieben hingegen erstaunlich blass. Der Franzose Paul Pogba hatte schon so ziemlich das gesamte Farbspektrum auf seinem Kopf, sein Teamkollege Antoine Griezmann ging lange mit schmucker zurückgebundener Mähne auf Torejagd und Cristiano Ronaldo feierte jüngst den Champions-League-Triumph mit blonden Strähnchen im 1990er-Style. Doch in Russland entschieden sich alle drei für pflegeleichte Kurzhaarfrisuren.

Bärte im Trend

Die kurze Variante hat auch Islands Kapitän Aron Gunnarsson gewählt – zumindest auf dem Schädel. Im Gesicht des Glatzkopfes prangt hingegen ein mächtiger Vollbart, passend zum Wikinger-Charme der Isländer. Noch deutlicher dem Hipster-Style hat sich der Australier Mile Jedinak verschrieben, dessen wuchtiger Gesichtsschmuck ginge auch gut als Vogelnest durch.

Bärte sind in Russland derzeit sowieso im Trend, vor allem der Schnauzbart erlebt im Riesenreich eine Renaissance. Grund dafür ist Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow.

Der Late-Night-Talker Iwan Urgant rief vor dem Turnier eine «russlandweite, grossangelegte Unterstützungsaktion» für die Sbornaja aus: Zuschauer sollten Selfies mit Schnurrbärten posten, ganz Tschertschessows markantem Schnäuzer nachempfunden. «Schnurrbärte der Hoffnung» heißt die Aktion.

Auch wenn deren Effekt noch nicht erforscht ist, fest steht schon jetzt: Eine haarige Sache ist die WM in Russland auf jeden Fall. (SID)