Es ist geschafft! Basel holt mit einer äusserst abgeklärten und souveränen Leistung ein 2:0 gegen ZSKA Moskau. Auswärts. Und wer dabei ein starkes ZSKA erwartet hat wie vor rund zwei Monaten gegen YB, sah sich heftig getäuscht.

Der FC Basel zeigt den Russen die Grenzen auf. Der FCB dominiert das Geschehen in WEB Arena. Insbesondere in der ersten Halbzeit. Und das obwohl ZSKA die viel routiniertere Mannschaft hat. Allein Goalie Igor Akinfejew und die beiden Verteidiger Sergei Ignaschewitsch und Alexej Beresuzki haben mehr Europacupspiele auf dem Buckel als die gesamte Startelf der Basler.

Aber was bringt die Erfahrung, wenn die Spieler im entscheidenden Moment einen Fehler machen? Wie Beresuzki, der in der 29. Minute zwischen Steffen und Xhaka hindurch spielen will. Steffen antizipiert den Pass, sprintet schneller an den Ball als der reingrätschende Pontus Wernbloom und passt auf Xhaka. Ein Sprint, ein satter Aufsetzer – und der FC Basel führt in Moskau mit 1:0.

Wickys perfekter Matchplan

Eine hochverdiente Führung. Basel ist von Anfang an aktiver, setzt die ZSKA-Verteidigung, die zwar routiniert, aber eben auch alt ist, früh unter Druck. Und einer fällt dabei immer wieder auf: Torschütze Taulant Xhaka.

Man hat erwartet, dass die Basler mit ihren schnellen Flügeln immer wieder für Nadelstiche sorgen werden. Das tun sie sehr wohl. Aber fast immer mit am Werk ist Leitwolf Xhaka. Bei praktisch jedem Gegenstoss stürmt er als einer der Ersten in die gegnerische Platzhälfte, er fängt Bälle ab, er verteilt sie gekonnt. Und dann erzielt er nach rund einer halben Stunde dieses so wichtige Tor, sein erstes im 50. Europacupspiel.

Irgendwie scheint an diesem Abend der Plan von FCB-Trainer perfekt aufzugehen. Er lässt Benfica-Matchwinner Dimitri Oberlin zu Beginn auf der Bank. Und dann ist es ausgerechnet der für Oberlin spielende Albian Ajeti, der in der 52. Minute für die vermeintliche Vorentscheidung sorgt: Ein Elyounoussi-Freistoss prallt in die Russen-Mauer, Xhaka setzt nach und irgendwie landet der Ball bei Ajeti. Der Champions-League-Debütant netzt eiskalt ein.

Die Basler jubeln, auf der Grossleinwand steht längst Ajetis Name als zweiter Torschütze und das 2:0 als das Schiedsrichter-Gespann um den Holländer Björn Kuipers den Treffer plötzlich doch noch aberkennt. Wegen Foulspiels. Dies erst 40 Sekunden nachdem Kuipers zum Mittelpunkt gezeigt hat. Und obwohl es keines ist.

Eine rasante Schlussphase

Die Basler toben, die Fans der Moskauer jubeln. Plötzlich ist die Stimmung richtig geladen. Und die heisse Endphase beginnt.

Jetzt ist ZSKA plötzlich am Drücker und drängt die Basler immer öfter in die eigene Platzhälfte. Doch bis zuletzt bringen sie keinen einzigen Abschluss aufs Tor. Die Basler wirken in dieser ersten Phase nach dem aberkannten Tor leicht schockiert.

Dann bringt Wicky Benfica-Matchwinner Oberlin doch noch für Ajeti. Eine rasante Schlussphase beginnt. Und immer wieder ist es der pfeilschnelle Oberlin, der für Gefahr sorgt. Aber es dauert bis zur 90. Minute ehe er nach einem Sprint über den halben Platz das 2:0 erzielt.

Wieder hat Xhaka die Füsse mit im Spiel. Es ist Oberlins dritte hochkarätige Chance. Er ist zwar bei weitem nicht mehr so überragend wie gegen Benfica, aber er macht den Deckel drauf. Am Ende zählt das.

Dank dem 2:0 in Moskau stösst der FCB das Tor zum Champions-League-Achtelfinal ganz weit auf. Denn zeitgleich mit dem FC Basel gewinnt Manchester United in Lissabon mit 1:0. Der FC Basel scheint unter Trainer Wicky wieder zu alter internationaler Klasse gefunden zu haben. Dafür wurde er geholt.

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