Sie sind der heimliche Star der Weltmeisterschaften – und sollen bald auch in der Schweiz zum Einsatz kommen: Die Schaum-Sprays, mit welchen die Schiedsrichter in Brasilien die Freistoss-Mauern in die Schranken weisen.

«Die Einführung der Sprays ist definitiv ein Thema», sagt Carlo Bertolini, Chef der Schweizer Spitzenschiedsrichter gegenüber watson.

«Wir warten derzeit allerdings noch auf den abschliessenden Entscheid. Aber man hat die Sprays bei der U-17-EM in Malta getestet und für die Uefa ist eigentlich klar, dass sie in der Europa League und Champions League zum Einsatz kommen.»

Was tun bei schneebedecktem Rasen?

Während die Mühlen der Uefa gemächlich mahlen, bleibt man in der hiesigen Schiedsrichterkommission nicht untätig. «Auch wir experimentieren schon mit dem Spray», sagt Bertolini. Die Erfahrungen seien durchwegs positiv.

«Aber», mahnt Bertolini, «es gibt noch einige offene Punkte». Zum Beispiel: «Der Freistoss-Spray gibt es nur in Weiss. Was also machen wir im Winter bei schneebedecktem Rasen?»

Persönlich befürwortet Bertolini die Hilfestellung für den Schiedsrichter. «Etwa, weil man dem Schiedsrichter so auch Druck wegnehmen kann. Auf die Mauer bräuchte er sich zukünftig bei Ballfreigabe nicht mehr zu konzentrieren. Er könnte sich noch stärker dem Geschehen im Strafraum widmen.»

4000 Franken Mehrkosten pro Saison

Auch die Resonanz der Vereine auf die angestrebte Innovation ist ausnahmslos positiv. Bei den jüngsten Treffen mit Trainern und Spielern habe er eine positive Haltung dem Spray gegenüber festgestellt. Desgleichen bei der Swiss Football League.

Die Einführung des Sprays stellt der Tessiner sich wie folgt vor: «Wir beginnen schon kommende Saison in der Challenge League, möglichst bereits in der Vorrunde, mit ihrem Einsatz und sammeln weitere Erfahrungen.» Seien die Erfahrungen positiv, und davon ist auszugehen, würden die Sprays zeitnah auch in der Super League eingesetzt.

Und die Mehrkosten? Bertolini: «Wir bräuchten zwei Dosen pro Spiel. Kostenpunkt pro Dose: 11 Franken.»

Macht, grob gerechnet, rund 4000 Franken pro Jahr für die Spiele der Super League. Das dürfte man bei der Liga knapp noch berappen können.

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