Fussball
Platini bleibt stur: «Ich bin ganz klar gegen die Torlinien-Technologie»

Uefa-Präsident Michel Platini verlangt, dass man den Entscheidungen der 2009 eingeführten Torlinienrichter vertraut. «Wenn ein solcher einen Meter vom Tor steht und eine gute Brille trägt, kann er sagen, ob Tor oder kein Tor.»

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Michel Platini, Uefa-Präsident. Key

Michel Platini, Uefa-Präsident. Key

Uefa-Präsident Michel Platini wehrt sich weiter vehement gegen die Einführung der Torlinien-Technik im Fussball. Der französische Chef der Europäischen Fussball-Union spricht sich für den seit 2009 eingesetzten Torlinien-Richter als preiswerte Alternative aus. «Wenn der Torlinien-Richter einen Meter von der Linie entfernt ist und eine gute Brille trägt, dann kann er sehen, ob der Ball drin ist oder nicht», sagte Platini während einer Pressekonferenz in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur.

50 Millionen Euro könne man besser nutzen als für ein oder zwei umstrittene Szenen, die anhand der Torlinien-Technik dann eindeutig geklärt wären, sagte der 57-Jährige und stellt sich weiter quer, obwohl der Fussball-Weltverband Fifa im Juli dieses Jahres bereits grünes Licht gegeben hat.

Derzeit werden die Systeme HawkEye und GoalRef bei der Klub-WM in Tokio getestet. Darüber hinaus sollen sie auch beim Confed-Cup 2013 und bei der WM 2014 in Brasilien zum Einsatz kommen.

Einen Gegenspieler im Thema «Torlinien-Technik» hat Platini in Massimo Busacca. In einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» sprach sich der ehemalige Schweizer Spitzenschiedsrichter und jetziger Schiedsrichter-Chef der Fifa ganz klar für die Torlinien-Technik aus. «Wenn ich an die WM 2010 und das nicht gegebene Tor der Engländer gegen Deutschland denke: Ja, die Torlinien-Technik ist sehr wichtig.»

Dabei soll es laut Busacca aber bleiben. «Die Torlinientechnologie reicht. Ich denke, dass wir auch mit Videobeweisen weiterhin Probleme hätten. Erstens gäbe es viele Unterbrüche; zweitens zu viele Situationen mit Interpretationsspielraum.» Der Tessiner appelliert an den Fairplay-Gedanken der Fussballer. Ohne Fairplay werde man immer Probleme haben. «Sollen wir den Videobeweis einführen, nur weil sich die Spieler nicht sportlich verhalten können?» Er ist überzeugt, dass sich die Trickser- und Betrüger-Mentalität bei den Spielern ändern wird.