Spielt diese Mannschaft gegen ihren Trainer? Will sie nach der Revolte Anfang Woche mit einem schlechten Resultat sein Ende besiegeln? Und was sagen die Spieler des FC Basel nach Abpfiff zu ihrem Aufstand?

All diese und noch viele Fragen mehr stellen sich im Vorfeld des Klassikers FC Basel gegen FC Zürich. Der FCZ, in der Tabelle vor dem FCB platziert, wittert die grosse Möglichkeit, die krisengeschüttelten Basler zu besiegen. Das gab FCZ-Coach Ludovic Magnin offen zu. Doch was der FCB an diesem Sonntagnachmittag zeigt, ist – entgegen aller Erwartungen – gut.

Ein Statement für den Trainer?

Phasenweise sogar sehr gut. Keine Spur von gewollt schlechter Leistung, um den Trainer loszuwerden. Keine Spur von fehlendem Fokus. Der FCB zeigt gegen den FCZ seine beste Leistung unter Marcel Koller, gewinnt dank Toren von Albian Ajeti vor und Raoul Petretta gleich nach der Pause diskussionslos mit 2:0. Ein Sieg, der auch höher verdient gewesen wäre.

Es ist «eine Erlösung», wie Petretta nach Abpfiff sagt. Eine, die aber nicht im Zentrum des Interesses steht. Das ist immer noch die Spielerrevolte. War der erste Sieg zu null seit 23 Spielen ein Statement des Teams für den Trainer? «Was heisst Statement? Wir haben gewonnen. Das ist wichtig. Nicht das, was ihr schreibt», sagt Petretta. Und doppelt nach: «Was geschrieben wird, stimmt nicht.»

Vertrauens-Verhältnisse weiterhin unkonkret

Gross über das Thema der Woche reden mag der Linksverteidiger nicht. «Wir haben ein paar Dinge intern angesprochen, die sehr, sehr wichtig waren. Für mich und für das Team. Und wie ich finde, haben wir sehr gut auf das interne Gespräch reagiert heute.» Zwischen wem diese Gespräche stattgefunden haben und was der Inhalt war, wollte Petretta nicht konkretisieren. Ähnlich unkonkret ist auch weiterhin der Stand des Vertrauens-Verhältnisses zwischen Trainer und Mannschaft.

Auch nachdem Fabian Frei danach gefragt wird. Denn: Frei weicht aus. Statt ja oder nein sagt er nur: «Für uns ist wichtig, dass wir Fussball spielen. Dass wir das sehr gut können, hat man heute gesehen. Ich habe lesen müssen, dass wir gegen den Trainer spielen. Wir haben aber die richtige Antwort gegeben und das Gegenteil bewiesen.» Ob die Spieler dem Trainer vertrauen, lässt er im Raum stehen.

Frei betont, dass alle in diesem Verein – egal ob Spieler, Trainer oder Sportchef – nur das Beste für diesen Klub wollen. «Wenn einem dann etwas mal nicht passt, dann finde ich, ist es wie in einer Familie: Dann darf man das auch mal sagen. Das ist alles mit höchstem Respekt abgelaufen und wir haben zumindest für heute die richtigen Schlüsse gezogen.» Nur vergisst Frei dabei, dass ein Fussballklub nur fast wie eine Familie ist. Denn die Familie kann man nicht austauschen, wenn es nicht harmoniert. Spieler, Trainer und Sportchef schon.