Super League

Nimmt Luzern Lugano als Vorbild?

Thomas Häberli steht beim FC Luzern vor einem "Mission Impossible"

Thomas Häberli steht beim FC Luzern vor einem "Mission Impossible"

Trainer Thomas Häberli stehen beim FC Luzern schwierige Tage bevor. In den letzten zwei Runden vor der Winterpause spielt er gegen Meister YB und Basel um seinen Job.

Thomas Häberli mag rein äusserlich nicht an die Geheimagenten aus den Hollywood-Filmen erinnern - und doch hat er mit ihnen etwas gemeinsam: Der 45 Jahre alte Coach des FC Luzern befindet sich auf einer "Mission Impossible". Häberli wurde von FCL-Sportchef Remo Meyer öffentlich angezählt, erhielt ein Ultimatum bis Weihnachten, wobei seine Absetzung gemäss Zentralschweizer Medien ohnehin beschlossene Sache sein soll.

Ein Turnaround vor der Winterpause, zumal die Gegner am Samstag Meister YB und am Sonntag in einer Woche Basel heissen, käme für den FCL einem Weihnachtswunder gleich. Wie sollen die beiden Übermannschaften der Super League bezwungen werden, wenn der letzte Sieg in der Meisterschaft zwei Monate zurückliegt und zuletzt selbst gegen Servette (1:2), Lugano (1:2) und Xamax (0:2) nichts mehr zu holen war?

Die Chance, als Aussenseiter unterschätzt zu werden, ist kaum realistisch. Zu stilsicher absolvierte YB zuletzt sein Pflichtprogramm vor heimischem Publikum. Die letzte Meisterschaftsniederlage des Meisters im Stade de Suisse datiert vom 6. Oktober 2018 - 2:3 verloren die Berner damals gegen den von René Weiler trainierten FCL. Für Verteidiger Simon Grether führt der Weg zum Erfolg einzig über den Kampf. "Beissen, kratzen und zerren", sagte der 27-Jährige gegenüber der "Luzerner Zeitung" zur Vorgabe im Spiel beim Leader.

Nur ist den Young Boys in Bern auch mit beissen, kratzen und zerren zuweilen nicht beizukommen. Beissen, kratzen, zerren und hoffen dürfte dem Luzerner Matchplan schon eher entsprechen. Hoffen, dass YB eben doch noch etwas an der 0:3-Niederlage von Basel zu beissen hat und der FCL mit dem Rücken zur Wand befreit aufspielen kann. Und hoffen, dass die vielen Absenzen auf beiden Seiten bei YB stärker ins Gewicht fallen. Häberli sprach vor dem wegweisenden Spiel in Bern von "einer personell schwierigen Situation". Die mögliche Aufstellung der Innerschweizer scheint ihm mehr Kopfzerbrechen zu bereiten, als die Gerüchte um seine Person und die kolportierten Namen möglicher Nachfolger.

Hält der Trainereffekt bei Lugano an?

Was Luzern in der Winterpause bevorstehen könnte, hat Lugano bereits hinter sich. Ende Oktober bezahlte Trainer Fabio Celestini eine sportliche Baisse der Tessiner mit seinem Job. Der Wechsel zu Maurizio Jacobacci hat den Tessiner FCL in sportlicher Sicht wiederbelebt. Drei der vier Meisterschaftspartien unter dem 56-Jährigen gestaltete Lugano siegreich, nur der FC Zürich war in dieser Spanne erfolgreicher.

Die neun Punkte unter Jacobacci lassen Lugano relativ entspannt nach Neuenburg reisen. Zum Leidwesen von Xamax stiessen die Tessiner vom 9. auf den 7. Platz vor, ihr Vorsprung auf den direkten Konkurrenten vom Samstag beträgt schon sieben Punkte. Mit einem nächsten Sieg, es wäre der erste von Lugano gegen Xamax seit dem Wiederaufstieg der Neuenburger, wären Abstiegsängste definitiv aus dem Cornaredo verbannt.

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