Philipp Muntwiler ist nicht bekannt dafür, dass er Tore am Laufmeter schiesst. Der 28-Jährige hat sich einen Namen gemacht mit seinem rustikalen Stil als Abräumer vor der Abwehr. Gestern Sonntag aber gegen den FCZ schlug seine grosse Stunde in der Offensive. «Munti» markierte seine Super-League-Treffer Nummer 8 und 9.

Erst reüssierte er mit einem strammen Weitschuss aus rund 20 Metern Torentfernung (28.), dann verwertete er per Kopf eine Freistossflanke von Markus Neumayr (48.). Dem zweiten Tor haftete allerdings der Makel an, dass er sich in einer Offside-Position befunden hatte. In der 89. Minute bot sich Muntwiler gar die Chance, den Dreierpack perfekt zu machen. Er hatte völlig freistehend das 3:2 auf dem Kopf. In dieser Szene war sein Visier zu wenig präzis eingestellt. Für Vaduz wäre es der erste Sieg gegen den FCZ in der Super-League-Geschichte gewesen.

Muntwiler zeigt es seinen Teamkameraden

Muntwiler meinte danach schmunzelnd: «Es wäre ja fast mysteriös gewesen, wenn ich sogar drei Tore geschossen hätte.» Lachend fügte er an, dass er immerhin seinem Teamkollegen Naser Aliji das Maul gestopft habe, denn dieser mache sich im Training immer über seine Schuss-Qualität lustig. Das Endresultat stellte Muntwiler zufrieden. «Schade, dass wir zweimal eine Führung hergeschenkt haben, aber die Punkteteilung geht sicher in Ordnung.»

Für den FCZ gab es von seinen Fans vereinzelt Pfiffe. Trainer Urs Meier sagte dazu: «Natürlich sind zwei Punkte aus den ersten zwei Spielen zu wenig für uns. Aber man darf auch nicht das Gefühl haben, dass wir irgendwohin fahren können und gleich 4:0 gewinnen, nur weil der Gegner vielleicht nicht so bekannt ist.» Positiv gestimmt hat ihn, dass seine Schützlinge wie beim 1:1 gegen YB in Rückstand liegend reagieren konnten.

Armando Sadiku versenkte souverän einen Penalty zum 1:1, nachdem Diego Ciccone ungeschickt Amine Chermiti gefoult hatte. Und eine Co-Produktion der beiden Eingewechselten Mario Gavranovic und Franck Etoundi bedeutete in der 71. Minute das 2:2. Ärgerlich für den FCZ war die Entstehung des 0:1. Dieses Gegentor war auf ein Geschenk von Innenverteidiger Burim Kukeli zurückzuführen. Dem albanischen Internationalen unterlief im Spielaufbau ein haarsträubender Fehlpass mit negativen Folgen. Das Pressing der Vaduzer zahlte sich in dieser Aktion voll aus.

Chikhaoui-Einsatz lässt auf sich warten

Der FCZ trat erneut ohne seinen Offensiv-Star Yassine Chikhaoui an. Trainer Meier gewährte seinem Regisseur ein weiteres Wochenende Schonung. Vor dem Match in Vaduz hatte Chikhaoui in seine Heimat Tunesien reisen dürfen, um an einer Preisverleihung teilzunehmen, an der er für seine Leistungen geehrt wurde. Wann der Nordafrikaner für den FCZ wieder Ernstkämpfe bestreitet, darauf mochte sich Meier am Sonntag nicht festlegen.

Es dauere noch «eine Weile», bis Chikhaoui zu seinem nächsten Pflichtspiel-Einsatz komme, meinte der Coach, ohne konkreter zu werden. Chikhaoui habe nach dem strengen Pensum in der abgelaufenen Rückrunde eine Pause gebraucht und müsse jetzt noch hart arbeiten, um für das Comeback bereit zu sein.

Vaduz - FC Zürich 2:2 (1:1)

4214 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 28. Muntwiler (Costanzo) 1:0. 45. Sadiku (Penalty, Foul Ciccone an Chermiti) 1:1. 48. Muntwiler (Freistoss Neumayr) 2:1. 71. Etoundi (Gavranovic) 2:2.

Vaduz: Jehle; Von Niederhäusern (85. Cecchini), Stahel, Grippo, Aliji; Ciccone (74. Hasler), Muntwiler, Kukuruzovic; Messaoud (87. Caballero), Costanzo, Neumayr.

FC Zürich: Brecher; Djimsiti, Nef, Kukeli (71. Sarr), Koch; Cabral; Schneuwly, Buff, Chiumiento, Chermiti (63. Etoundi); Sadiku (63. Gavranovic).

Bemerkungen: Vaduz ohne Burgmeier, Kaufmann, Kuzmanovic, Schürpf, Sutter und Untersee (alle verletzt). FC Zürich ohne Alesevic, Kecojevic, Schönbächler, Yapi (alle verletzt) und Chikhaoui (nicht im Aufgebot). 62. Pfostenschuss Sadiku. 71. Kukeli verletzt ausgeschieden. 92. Gelb-Rot gegen Cabral (Foul). - Verwarnungen: 13. Schneuwly (Reklamieren). 31. Cabral. 42. Sadiku. 44. Ciccone. 56. Muntwiler. 75. Neumayr. 78. Chiumiento (alle Foul).