Super League

Loris Benito und die kühne Wette aus Bern

Läuft Loris Benito bald für die Nati auf?

Läuft Loris Benito bald für die Nati auf?

Loris Benito überzeugt nach seiner Rückkehr auf den Fussballplatz mit starken Leistungen. Kommt bald das Aufgebot für die Nationalmannschaft?

Es ist die Woche nach dem grossen 3:1 gegen den FC Basel. Eine Woche der Befreiung für YB. Und darum lautet die Frage: Ist dieses 3:1 gar mehr als ein Sieg? Eine rumpelnde Ankündigung, dass diese Meisterschaft doch noch einmal spannend wird? «Vielleicht kommt die Winterpause für uns nun etwas früh», sagt Loris Benito. Und weiter: «Vielleicht hätte sich der FC Basel über die nächsten Wochen etwas intensiver mit den Niederlagen gegen uns und Arsenal auseinandersetzen müssen.»

YB tritt am Sonntag in seinem letzten Spiel des Jahres bei Thun an. Gewinnt Gelb-Schwarz, wäre dies der sechste Sieg aus den letzten sieben Spielen. Eine Meisterschaftsniederlage gab es seit Ende August nicht mehr. Unter besonderer Beobachtung wird Loris Benito stehen. Der Verteidiger ist nach einem Kreuzbandriss zurück im Team – in neuer Rolle, als Innenverteidiger. In den beiden Spiele gegen Piräus in der Europa League und den FCB war Benito so gut, dass einer der grössten Kenner des Berner Fussballs zum Telefon griff und eine kühne Wette anbot: In knapp neun Monaten wird Benito die Innenverteidigung in der Schweizer Nationalmannschaft anführen. «Die Idee mit mir als Innenverteidiger ist etwas aus der Not geboren, weil wir viele Verletzte haben», erzählt Benito, «aber mein Wunsch wäre es, dauerhaft auf dieser Position spielen zu können.» Zuvor war Benito auf der linken Aussenbahn zu Hause.

Das versöhnliche Jahresende

Für den 24-Jährigen nimmt damit das Jahr 2016 doch noch ein versöhnliches Ende. «Ich bin natürlich erleichtert, dass ich zurück bin», sagt er. Im Februar riss sich Benito das Kreuzband. Zuvor litt er unter Fersenproblemen, sodass er in seiner ersten Saison für YB nach dem Transfer von Benfica Lissabon nur zehn Spiele absolvieren konnte.

Die Kreuzband-Verletzung war die schlimmste seiner Karriere. Unmittelbar danach hatte er viele Fragezeichen im Kopf. «Wie lange geht es? Werde ich wieder der ‹Alte› sein danach? Wo soll ich am besten die Therapie machen?» Benito entschied sich, für drei Monate nach London zu gehen. In eine renommierte Klinik, mitten in der Stadt. «Das war im Rückblick eine super Entscheidung. Ich konnte abschalten, bekam den Kopf frei vom Fussball und habe einiges Neuland entdeckt.»

Als Benito wieder in die Schweiz zurückkehrt, muss er seine Geduld doch noch strapazieren. «Wenn du wieder mit dem Team trainieren kannst, bist du wie auf Nadeln – und musst eben doch noch eine gefühlte Ewigkeit warten, bis Einsätze wieder vertretbar sind.» Nun ist die Zeit der Freude wieder gekommen. Vielleicht auch für YB. Und die Nationalmannschaft.

Loris Benito wird von einem Marder gebissen

Wer kann sich noch erinnern? Vor über drei Jahren wurde Loris Benito während einem Spiel von einem Marder gebissen.

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