Der HSV wird auch in der 53. Saison der deutschen Bundesliga im Oberhaus dabei sein. Wie im Vorjahr schaffte der Klub mit dem Schweizer Teilzeit-Captain Johan Djourou und dem verletzten Valon Behrami den Ligaerhalt in der Barrage - diesmal allerdings auf noch dramatischere Art. In der ersten Minute der Nachspielzeit glich der ehemalige Basler Marcelo Diaz mit einem Freistoss aus 18 Metern zum 1:1 aus und rettete die Hamburger in die Verlängerung. Dort schoss Nicolai Müller die Hanseaten endgültig ins Glück und verhinderte durch sein Tor ein Penaltyschiessen.

Der Ausgleich war für die Karlsruher gleich dreifach bitter: Zum einen war dem Tor ein Handspiel vorausgegangen, das kaum freistoss-würdig war, zum anderen schoss der Chilene Diaz sein erstes Tor für den HSV und schliesslich war es das erste Freistoss-Tor der Hamburger in dieser Saison.

Nach dem 1:1 im Hinspiel hatte Reinhold Yubo in der 78. Minute die Karlsruher, die den ersten Aufstieg nach sechs Jahren Zweit- und Drittklassigkeit anstrebten, endgültig von der Bundesliga träumen lassen. Am Schluss flossen im Wildpark-Stadion aber nur noch Tränen. Der Dino entpuppte sich einmal mehr als Entfesslungskünstler, die ewige Uhr kann weiterlaufen. Bereits im Hinspiel hatten sie ein 0:1 aufgeholt, bereits im Vorjahr waren sie gegen Greuther Fürth nach zwei Unentschieden nur dank des Auswärtstores oben geblieben.

Held der Hamburger war letztlich Trainer Bruno Labbadia. Er hatte die Mannschaft Mitte April auf dem letzten Platz übernommen und noch in die Barrage geführt. Und gestern Abend wechselte er den Erfolg ein. Das Siegtor erzielte fünf Minuten vor Schluss der Verlängerung Müller nach Vorarbeit von Zoltan Stieber und Cleber - alle drei Spieler waren im Lauf der Partie eingewechselt worden.

Karlsruhe - Hamburger SV 1:2 (0:0, 1:1) n.V. - 27'500 Zuschauer (ausverkauft). - Tore: 78. Yabo 1:0. 91. Diaz 1:1. 115. Müller 1:2. - Bemerkungen: Hamburger SV mit Djourou, ohne Behrami (verletzt). 123. Adler (HSV) wehrt Handspenalty von Hennings ab. - Hinspiel: 1:1.