1. Jakub Blaszczykowski: Der Pole spielt gratis

Der Pole Jakub Blaszczykowski, mit Dortmund zweifacher Deutscher Meister und 105-facher Nationalspieler, will seinen Jugendverein Wisla Krakau retten. Der 13-fache polnische Meister steht in der heimischen Liga momentan nur auf Rang 8 und hat schon seit längerem finanzielle Sorgen. Es drohen der Entzug der Lizenz und ein Neuanfang in Liga 3.

Doch jetzt will Blaszczykowski selbst gleich doppelt dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt. Bereits vor einem Jahr hatte er Wisla Krakau rund 300 000 Euro geliehen und auf die Zinsen verzichtet. Jetzt legt Blaszczykowski noch einen drauf. Gemeinsam mit zwei weiteren Investoren will der Pole insgesamt 1 Million Euro in den Klub investieren.

Jakub Blaszczykowski will unbedingt seinen Jugendverein retten.

Jakub Blaszczykowski will unbedingt seinen Jugendverein retten.

Doch nicht nur das. Blaszczykowski spielt ab sofort gratis für Wisla Krakau und erhofft sich, dem Team auch sportlich zu helfen. Der 33-Jährige trainiert bereits seit einigen Tagen mit der ersten Mannschaft. Sein Vertrag in Wolfsburg wurde aufgelöst.

2. Friedhelm Funkel: Erst entlassen, dann verlängert

Was war das denn für eine Posse? Vor genau einer Woche verkündet Düsseldorfs Klub-Boss Robert Schäfer, dass der Vertrag von Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel nicht verlängert wird. Der mit 65 Jahren älteste Trainer der Bundesliga verdrückt auf der Pressekonferenz im Trainingslager ein paar Tränen und sagt: «Ich habe das Gefühl, dass man mir nicht mehr vertraut.» Funkel ist beliebt, die Fans gehen auf die Barrikaden. Sie verweigern das gemeinsame Teamfoto mit der Mannschaft und lassen auf den sozialen Netzwerken ihrer Wut freien Lauf.

Keine Vertragsverlängerung für Friedhelm Funkel - oder doch?

Keine Vertragsverlängerung für Friedhelm Funkel - oder doch?

Funkel und Schäfer setzen sich daraufhin noch einmal zusammen und kommen zum Schluss: «Zwei Dickköpfe haben zu sehr auf ihren Positionen beharrt. Das war ein Fehler.» Funkels auslaufender Vertrag wird um ein Jahr bis 2020 verlängert, gilt aber nur für Liga 1. Mit 18 Punkten steht Düsseldorf auf Rang 14 und hat momentan vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

3. Reduktion auf 26 Spieler: Kraichgauer Spielerverleih

In Hoffenheim wird abgespeckt. Nicht an den Hüften, sondern am Kader. Gleich fünf Spieler mussten den Verein im Winter verlassen. Kein anderer Bundesligist trennte sich von mehr Spielern. Steven Zuber (jetzt Stuttgart), Gregor Kobel (jetzt Augsburg), Vincenzo Grifo (jetzt Freiburg), Kevin Akpoguma (jetzt Hannover) und Felipe Pires (jetzt Palmeiras) wurden allesamt ausgeliehen.

Der Grund für die Reduktion der ersten Mannschaft auf 26 Spieler liegt auf der Hand. Hoffenheim hat in der Rückrunde nach dem Champions-League-Out keine Doppelbelastung mehr. Durch die Abgänge von Zuber und Kobel spielen beim aktuellen Tabellensiebten erstmals seit 2012 keine Schweizer mehr.

Gleich von fünf Spielern trennte sich Hoffenheim – auch der Schweizer Steven Zuber (links) wurde ausgeliehen.

Gleich von fünf Spielern trennte sich Hoffenheim – auch der Schweizer Steven Zuber (links) wurde ausgeliehen.

Hoffenheim eröffnet heute Abend gegen den FC Bayern München die Rückrunde. Es wird die letzte Rückrunde für Trainer Julian Nagelsmann sein. Der 31-Jährige wechselt im Sommer zu Leipzig, hat aber noch nie zu Hause gegen die Bayern verloren.

4. Trainer ausgewechselt: Neuer Bosz in Leverkusen

Nur drei Bundesligisten sind auf dem Transfermarkt bislang nicht aktiv geworden. Mainz, Gladbach und Leverkusen. Wobei das beim Europa-League-Teilnehmer nicht ganz stimmt. Sportdirektor Rudi Völler wechselte nach der Hinrunde den Trainer. Auf Heiko Herrlich, unter dem die vielen Leverkusener Talente wie Leon Bailey, Julian Brand oder Paulinho nur phasenweise ihr Können entfalteten, folgt Peter Bosz. Der Niederländer hat bei Ajax Amsterdam gezeigt, dass er junge Spieler entwickeln kann, und hat in Dortmund vergangene Saison bis zu seiner Entlassung erfrischenden Offensivfussball spielen lassen.

Peter Bosz heisst der neue Trainer in Leverkusen.

Peter Bosz heisst der neue Trainer in Leverkusen.

In Leverkusen erhofft man sich viel vom neuen Bosz. Damit Karim Bellarabi und Bailey – seine schnellen Flügelstürmer im 4-3-3-System – mehr Torgefahr ausstrahlen, setzt sie der neue Trainer auf der jeweils «falschen» Seite ein. Linksfuss Bailey kommt jetzt über rechts und soll wie Arjen Robben in die Mitte ziehen und Tore schiessen.

5. Kampf gegen Wettrüsten: Geld ausgeben? Nein Danke

Die Bundesliga verzichtet auf Grosseinkäufe. Insgesamt gaben die 18 Klubs nur 46,47 Millionen Euro aus und nahmen 68,37 Millionen ein. Ein Plus von 21,9 Millionen bedeutet Rang 4 im internationalen Vergleich. Nur Argentiniens, Brasiliens und Portugals Erstligisten nahmen in diesem Winter noch mehr Geld ein. Zum Vergleich: Die Schweiz liegt mit Einnahmen von 9 Millionen Euro auf Rang 8. China, Italien und Saudi-Arabien geben am meisten aus.

Die Bundesliga profitiert in dieser Statistik vor allem vom Verkauf von Christian Pulisic. Dortmund bekommt für den Amerikaner, der noch bis Sommer leihweise bleibt, 64 Millionen Euro von Chelsea. 15,5 Millionen überweist der BVB direkt nach Argentinien weiter. Von den Boca Juniors kommt das 19-jährige Abwehrtalent Leonardo Baleri. Nach Amadou Haidara (20), der für 18 Millionen von Salzburg nach Leipzig wechselt, ist der Baleri-Transfer der zweitteuerste Wintertransfer der Bundesliga.