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Frauen des FC Basel sind erstmals Schweizer Cupsieger

Die Frauen des FC Basels feiern ihren ersten Cupsieg

Die Frauen des FC Basels feiern ihren ersten Cupsieg

Die Frauen des FC Basel gewannen erstmals den Schweizer Cup. Im Final in Wohlen siegte der FCB gegen den NLA-Konkurrenten Kriens 2:1.

Am Schluss gab es kein Halten mehr. Frenetisch bejubelte die junge Truppe von Beat Naldi den historischen Sieg - es ist der erste Titel für die 2009 gegründete Frauen-Fraktion des FC Basel. Samira Susuri, Torschützin zum 2:1-Siegtreffer kann das Ausmass dieses Titels noch gar nicht realisieren: „Derzeit geht alles noch ein bisschen mit uns durch, es wird wohl bis morgen dauern, bis wir begreifen was gerade passiert ist." Dabei könnte Susuri, gegen Kriens ein Aktivposten im Spiel des FCB, im Zweifelfall auf den Rücken ihrer Kolleginnen nachschauen. Vielsagend prangert dort die Aufschrift „Das erste Mal ist immer am Schönsten" auf den Cupsieger-Trikots. Eines weiss die 23-Jährige jedoch mit Sicherheit: „Heute Abend werden wir richtig feiern." Ein Jahr nach der vernichtenden 0:5-Schlappe im Pokalendspiel gegen die Dominatorinnen FC Zürich ist die ersehnte Trophäe also da.

Start nach Mass

Bereits nach sieben Minuten brachte Fabienne Bangerter, die den Verein verlassen wird, ihre Farben nach einem kapitalen Fehler von der Krienser Torhüterin Antonia Albisser in Front. Weil die Linienrichterin die Fahne gehoben hatte, wusste zuerst niemand so recht ob der Treffer zählen würde - er tat es, wodurch ein verspäteter aber ebenso euphorischer Jubel in Rotblau aufbrandete.

Im Anschluss blieb Basel optisch spielbestimmend, die konsequenter agierenden Innerschweizerinnen kamen durch Weitschüsse jedoch zu gefährlicheren Aktionen. Grünweisser Höhepunkt war ein Versuch von Sarah Puntigam, welchen die vorzüglich aufspielende Sina Autino im Tor des FCB an die Latte lenkte.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Kriens die Schlagzahl und kam in der 50. Spielminute durch Puntigam und einem Prellball zum nicht unverdienten 1:1-Ausgleich - ein ähnlich kurioser Treffer wie das 1:0.

Die Begegnung drohte mit dem Ausgleich endgültig auf die Seite der Innenschweizerinnen zu kippen, doch erstaunlicherweise nahm Kriens danach den Fuss vom Gas, was den FCB wieder besser ins Spiel kommen liess. So war es in der 78. Minute die omnipräsente Susuri, welche mit einem gefühlvollen Freistoss um die katastrophal postierte Mauer mitten ins Basler Glück traf. Sechs Minuten später hätte die pfeilschnelle FCB-Stürmerin Eseosa Aigbogun den Deckel endgültig drauf machen können, doch sie schoss alleine vor Albisser am Gehäuse vorbei.

Es schienen bange Minuten zu werden für die Frauen von Naldi, doch weil Kriens jegliche Schlussoffensive verweigerte, war der Cupsieg für den FC Basel zu keiner Sekunde mehr in Gefahr.

Ein Abschluss nach Mass

Mit dem Schlusspfiff endete auch die Ära des FCB-Trainers Beat Naldi. Auch wenn es Naldi sichtlich schwer fällt, sich von dieser Mannschaft zu verabschieden - einen schöneren Abschied hätte er sich kaum wünschen können. Doch der Erfolgstrainer will in den Stunden des Erfolges keine Aufmerksamkeit auf sich lenken: „Es ist ein Erfolg der Spielerinnen, sie haben sich das redlich verdient." Auch in seiner letzten Halbzeitansprache liess Naldi bewusst jegliche Sentimentalitäten weg. Motiviert hat der 61-Jährige seine Mannschaft doch etwas spezieller als sonst. „Vor dem Spiel haben wir gesagt, das ist unser Tag, unser Spiel. Die Kabine war voller FCB-Bilder", so Naldi. Dass es ihr Tag werden würde, daran zweifelte auch Susuri keine Sekunde. „Wie die Mannschaft in jedem Training förmlich gebrannt hat, da wusste ich, dass wir den Titel holen werden", erklärt die 23-Jährige.
Der scheidende Coach sieht, auch dank diesem Triumph, die Möglichkeit einer baldigen Wachablösung. „Im Frauenfussball dominiert eine Mannschaft über 4,5 Jahre. Der FC Zürich wird noch ein Jahr dominieren, danach werden sie abgelöst. Wieso nicht von dieser Mannschaft", sagt Naldi. Auch wenn es die Kampfansage durchaus in sich hat - jetzt wird erst mal richtig gefeiert.

2013 waren die Baslerinnen im Cupfinal gegen die Frauen des FC Zürich noch chancenlos gewesen (0:5), ein Jahr später holten sie Verpasstes nach und durften den ersten Titelgewinn überhaupt bejubeln. Den Siegtreffer für das Team des abtretenden Trainers Beat Naldi erzielte Samira Susuri in der 78. Minute. Die 22-Jährige zirkelte einen Freistoss aus rund 20 Metern flach um die Krienser Mauer ins Tor. Danach verteidigte der FCB die Führung bis zum Schlusspfiff geschickt. Fabienne Bangerter hatte die Baslerinnen bereits nach sieben Minuten erstmals in Führung gebracht, Sarah Puntigam gelang nach der Pause der zwischenzeitliche Ausgleich.

Die NLA-Meisterschaft schloss Basel im 3. Rang ab - mit 13 Punkten Rückstand auf das zweitplatzierte Kriens, das im Halbfinal des Schweizer Cups überraschend den Meister FC Zürich bezwungen hatte (1:0).

Die Frauen des FC Basel bejubeln ihren Cupsieg.

Die Frauen des FC Basel bejubeln ihren Cupsieg.

Basel - Kriens 2:1 (1:0)
Niedermatten, Wohlen. - 1200 Zuschauer. SR Grundbacher. - Tore: 7. Bangerter 1:0. 50. Puntigam 1:1. 78. Susuri 2:1
Basel: Autino; Stein (82. Liebhart), Huber, De Além da Eira; Sac (58. Sylvestre), Boschert, Susuri, Rolser, Betschart; Bangerter, Aigbogun (92. Selimi).
Kriens: Albisser; Bühler (75. Schürmann), Graf, Egli, Gassmann; Paglia (40. Peter), Odermatt (88. Lourenco), Puntigam, Szarvas, Hegglin, Stocker.
Bemerkungen: Basel ohne Frei (krank). Kriens ohne S. Odermatt, Scodeller, Banecki, Thomet (alle verletzt). 19. Minute Autino lenkt Schuss von Stocker an die Latte. 45. Albisser lenkt Schuss von Betschat an den Pfosten. 48. Tor von Stocker wegen Abseits aberkannt - Verwarnungen: 8. Bangerter (Hands), 37. Graf, 46. Susuri (beide Foul)

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