FC Aarau

FCA-Vize Geissberger über Rahmens FCB-Flirt: «Ich hatte tatsächlich schlaflose Nächte»

FC Aarau-Vizepräsident Roger Geissberger kann wieder lachen. (Archivbild)

Nach Sportchef Sandro Burki bleibt auch der beim FC Basel im Gespräch gewesene Trainer Patrick Rahmen dem FC Aarau erhalten.

All jene Menschen im Aargau, die seit dem überaus tragischen Saisonende des FC Aarau zweimal durch einen dumpfen Knall aufgeschreckt worden sind und seither rätseln, was zum Teufel das gewesen sei, wissen jetzt: Sie haben den Aufprall der Steine gehört, die Roger Geissberger vom Herzen geplumpst sind. «Es sind sogar Riesensteine gewesen», präzisiert der Vizepräsident, der mit seinem Verein vor knapp zwei Wochen gegen Xamax auf unfassbare Weise den Aufstieg in die Super League verpasst hatte.

Danach musste Geissberger zuerst um den Verbleib des erfolgreichen Sportchefs Sandro Burki zittern, den Super-League-Absteiger GC abwerben wollte. Und als dann ziemlich schnell klar wurde, dass der 33-Jährige beim FC Aarau bleiben würde, begann das Bangen um den erfolgreichen Trainer Patrick Rahmen. «Ich hatte tatsächlich schlaflose Nächte», sagt Geissberger.

Rahmen weg – wer in der vergangenen Woche die vielen Medienberichte zu einem Ganzen zusammenfügte, war sich sicher: Der 50-Jährige wird beim FC Basel Nachfolger von Marcel Koller. Dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis das Pokern um die Ablösesumme des noch ein Jahr in Aarau unter Vertrag stehenden Trainers zu Ende ginge und die beiden Klubs den Wechsel vermelden würden.

Keine Frage der Ablösesumme

Doch zu Geissbergers Freude und natürlich auch zu jener von Burki, hat die Laune des Fussballgeschäfts wieder einmal allen ein Schnippchen geschlagen. Weil man sich offensichtlich beim FC Basel nicht einig war, ob Rahmen der richtige Mann sei, platzte der Transfer. Nicht an zu hohen Forderungen des FC Aarau also, sondern am seltsamen Treiben bei Rotblau, das am Pfingstsamstag mit Rahmen Kontakt aufgenommen hatte, aber scheinbar verschiedene Süppchen kochte.

Dass die Basler nun kurz vor dem Trainingsstart mit einem desavouierten Trainer dastehen, kann den Aarauern egal sein. «Wir freuen uns natürlich, dass Patrick bei uns bleibt», sagt Burki. Er ist Rahmen nicht böse, dass dieser durchaus die Absicht gehabt hatte, dem Ruf des FCB zu folgen. Er weiss: Für einen waschechten Basler, der selber für den FCB gespielt und später den Nachwuchs trainiert hat, ist dies eine Herzensangelegenheit.

Das müssten auch jene verstehen, die Rahmen für dessen Flirt mit dem FCB möglicherweise eine Prise Undankbarkeit unterjubeln, nachdem dieser vom FC Aarau in der monumentalen Krise nach dem Saisonstart doch so starke Rückendeckung erhalten hatte. «Wichtig war, dass Patrick und ich immer im Austausch waren», sagt Burki. «Von dieser Geschichte bleibt überhaupt nichts Negatives hängen. Es ist ja auch eine Wertschätzung für den gesamten Verein, wenn sich andere Klubs für unser Personal interessieren.» Der Sportchef sagt, er habe natürlich einen Plan B für den Fall der Fälle gehabt, aber noch nicht zu möglichen Kandidaten Kontakt aufgenommen.

Der Protagonist selber schweigt. Ob aus Enttäuschung oder anderen Gründen, ist unklar. Vor zwei Jahren wäre Rahmen schon einmal fast Trainer des FCB geworden, doch dann war ihm Raphael Wicky vorgezogen worden.

Burki zweifelt allerdings nicht im Geringsten daran, dass Rahmen weiterhin der topmotivierte Trainer bleibt, der er in seinem ersten Jahr im Brügglifeld immer war. Der es verstanden hatte, das Team aus dem Sumpf zu ziehen und in die Barrage zu führen. Mit einem Schnitt von 1,75 Punkten pro Spiel ist er hinter René Weiler der erfolgreichste Aarauer Trainer seit fünf Jahren.

Gute Voraussetzungen

Eigentlich hat sich nach dem Gau gegen Xamax die Geschichte beim FC Aarau unerwartet schön entwickelt. Statt nach der entgangenen Promotion nun auch noch ohne Sportchef und ohne Trainer dazustehen, also mit reichlich abgesägten Hosen, nimmt er in einer Woche die Vorbereitung auf die nächste Saison in vielversprechender Verfassung in Angriff. «Die Voraussetzungen sind gut», sagt Burki, «auch wenn Lausanne und GC finanziell in anderen Regionen anzusiedeln sind.» Geissberger denkt, dass der FC Aarau nach den beiden Wochen der Ungewissheit nun sogar gestärkt die kommenden Aufgaben in Angriff nimmt. «Es ist ja nicht üblich, dass man sich in solchen Dingen gegen Grossklubs behaupten kann», sagt Geissberger. «Es ist für die Fans ein schönes Signal, dass wir bereit sind, wieder anzugreifen.»

Burki sagt: «Mit der bestehenden Mannschaft sind wir gut gerüstet. Viel wird sich nicht mehr verändern.» Der Sportchef muss nun noch einige Gespräche führen, zum Beispiel mit Linus Obexer, den der FC Aarau gerne behalten würde. «Wir haben unsere Ambitionen», sagt Burki.

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