Im Sommer 2016 staunte man nicht schlecht. Moritz Bauer wechselte für zirka vier Millionen Euro Ablöse von den Grasshoppers zu Rubin Kasan, wo er einen Vertrag bis 2021 unterschrieb. Erstaunlich war weniger der Fakt, dass der Winterthurer den Schweizer Rekordmeister verliess.

Erstaunlich, ja gar sensationell, beim Wechsel in die Hauptstadt der Republik Tatarstan war die Transfersumme. Schliesslich war Bauer bei GC viele Jahre ein wenig beachteter Ergänzungsspieler. Aber offenbar einer, mit Potential. Und einer, dem bei den Hoppers lange die Wertschätzung verwehrt wurde; der einen Tapetenwechsel benötigte, um sich weiterzuentwickeln. Fakt ist: Bauer, ausgerechnet er, war einer der besten GC-Deals der letzten Jahre.

Zur Überraschung vieler reüssiert Bauer in Kasan. Er etabliert sich beim russischen Mittelfeldklub als Stammkraft und Leistungsträger. Damit rückt er gar in den Fokus von zwei Nationalteams – zwei?

Ja, Bauer ist österreichisch/schweizerischer Doppelbürger. Weil aber die rechte Aussenverteidigerposition in der Schweiz mit Stephan Lichsteiner, Michael Lang und Silvan Widmer überdurchschnittlich stark besetzt ist, folgt der frühere Schweizer U21-Internationale dem Lockruf aus Wien.

Am 5. September gibt Bauer im WM-Qualifikationsspiel gegen Georgien (1:1) sein Länderspiel-Debüt – und gefiel. Denn auch in den folgenden drei Partien stand er jeweils in der Startformation der Österreicher.

Auch dank den Länderspielen steigert Bauer nicht nur seinen Marktwert, sondern auch sein Renommee.

Bauer wird nun von mehreren Klubs umworben. Gerüchten zufolge auch vom FC Basel und von Benfica Lissabon. Aber Bauer wird höchstwahrscheinlich nach England wechseln.

Moritz Bauer im GC-Dress im Jahr 2014

Moritz Bauer im GC-Dress im Jahr 2014