Nations League

Eine kleine Enttäuschung: Die Schweiz verliert auswärts gegen Belgien mit 1:2

Nach einer starken ersten Halbzeit, in der die Schweiz ebenbürtig war, verlor die Schweizer Nati vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit den Zugriff auf die Partie. Trotz Rückstand konnten die Schweizer reagieren und ausgleichen. Schliesslich setzte sich die offensive Klasse der Belgier aber verdient durch. Mann des Spiels mit zwei Toren: Romelu Lukaku!

Plötzlich wird es rasant. Plötzlich spielen nur noch die Belgier. Plötzlich sind die Schweizer nur noch am Reagieren. Romelu Lukaku kommt im Strafraum an den Ball, hat genügend Zeit, zu schiessen. Und dann fällt das Tor. 1:0 für Belgien. Es hat Tage an der WM gegeben, an denen Yann Sommer so einen Ball ohne grosse Probleme gehalten hätte.

Ist es das schon gewesen? Wie reagiert die Schweiz auf das Tor des Favoriten? Es geht jetzt hin und her. Zuber spielt bei einem Konter den Ball dem Verteidiger in die Füsse anstatt zu Seferovic. Hazard verstolpert auf der anderen Seite. Xhaka kommt aus 25 Metern zum Schuss – knapp daneben.

Der Glücksgriff des Abends?

Die Schweiz probiert, hält dagegen. Dann wechselt Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Mario Gavranovic kommt für den blassen Seferovic. Es läuft die 70. Minute. Und für einige Momente sieht es aus, als würde es der Glücksgriff des Abends werden.

Fünf Minuten später schreitet Shaqiri zum Freistoss, der Ball fliegt weit, Elvedi legt per Kopf zurück. Da steht Gavranovic – und das Spiel plötzlich 1:1. Ein wenig aus dem Nichts, aber doch nicht ganz unverdient. Jetzt ist das Unentschieden möglich, aber Belgien reagiert noch einmal heftig. Kompany kommt zum Kopfball – daneben. Lukaku müsste nur noch einschieben – und schiesst drüber.

Aber dann geschieht das Unvermeidliche. Eine wunderbare Kombination über Hazard, Mertens und wieder Lukaku. 2:1, wieder er, der imposante Stürmer. Einer, den die Schweiz auch so gerne hätte. Es ist die Entscheidung.

Ein verdienter Sieger

Der Sieg der Belgier ist am Ende verdient. Nicht, weil sie sehr viel mehr investiert hätten dafür als die Schweizer. Sondern, weil sie einige Weltklasse-Fussballer in ihren Reihen haben, die jederzeit das Tempo erhöhen und jederzeit mit ihrer individuellen Klasse für den Unterschied sorgen können. Das zeigten sie bei den beiden Toren eindrücklich.

Die Schweizer dürfen aber mit erhobenem Hauptes aus Brüssel abreisen. Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen. Nicht ganz so beschwingt wie beim 6:0 gegen Island anfangs September zu Beginn der Nations League. Aber es war erneut eine Leistung, mit der sie zufrieden sein können.

Etwas gar viel Lohn

Ganz am Schluss taucht noch einmal Gavranovic im Strafraum auf. Er wird von Belgiens Torhüter Courtois leicht berührt, reicht das für einen Penalty? Nein, meinen die Schiedsrichter. Es wäre wohl etwas gar viel Lohn gewesen.

Das Spiel braucht in der ersten Halbzeit sehr lange, bis es Fahrt aufnimmt. Das liegt vor allem daran, dass die beiden Mannschaften Rasenschach spielen, die Partie ist vollends von der Taktik geprägt.

Die Schweizer machen das gut, suchen spielerische Lösungen. Immer wieder gelingt es, die Belgier nach hinten zu drücken, lange Ballbesitzphasen sind die Folge. Aber echte Gefahr entsteht trotzdem nie.

Hoch gelobte Offensive der Belgier

In der ersten Halbzeit gelingt es auch, die hochgelobte Offensive der Belgier in Schach zu halten. 90 Tore in den letzten 30 Spielen, das war die eindrückliche Bilanz der roten Teufel vor dem Spiel.

Es ist darum kein Zufall, dass auch gegen die Schweiz zwei weitere dazukommen.
Petkovic lässt die Schweiz in einer Dreierkette agieren, mit Elvedi, Schär und Rodriguez im Zentrum, Lang und Zuber laufen emsig die Seiten entlang. Akanji wurde wegen muskulären Problemen geschont. Trotz der Niederlage: Petkovic darf zufrieden sein mit dieser taktischen Disposition.

Im Mittelfeld erhält Remo Freuler eine nächste Chance der Bewährung. Es gelingt ihm immerhin ein besserer Auftritt als vor einem Jahr in Portugal.

Nahe dran

Am Ende bleibt das Fazit, dass die Schweiz gegen einen Grossen des Weltfussballs – und das sind die Belgier derzeit – wieder nahe dran war. Aber wieder mit leeren Händen dasteht. Das war schon in September gegen England so. Und darum darf man auch ein bisschen enttäuscht sein nach diesem Abend.

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach:

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