Der FC Zürich ist mit einem 1:0-Auswärtserfolg bei AEK Larnaca in die Gruppenphase der Europa League zurückgekehrt. Den Siegtreffer erzielte Benjamin Kololli nach einer Stunde vom Penaltypunkt.

Als durchaus delikate Aufgabe hatte sich der Gang nach Zypern zur internationalen Auswahl Larnacas angekündigt. 20 Tore erzielte das spanisch geprägte Ensemble des zyprischen Cupsiegers in den letzten sieben Europacup-Heimspielen, ohne selbst einen Treffer zu kassieren. Im Exil in Nikosia war von der Heim- und Offensivstärke des Gegners wenig bis nichts zu sehen - auch weil der FCZ die Prüfung mit Bravour meisterte und einen zweiten Fehltritt im GSP-Stadion nach dem 2:3 gegen Apollon Limassol 2014 vermied. Bei Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke liessen die mit einigen personellen Überraschungen angetretenen Zürcher in den 90 Minuten zu später Stunde bis zuletzt nichts Nennenswertes zu, auch nicht in den letzten zehn Minuten, in denen sie wegen einer Gelb-Roten Karte gegen Pa Modou in Unterzahl spielten.

Vor beschaulicher Kulisse überzeugte der einzige Schweizer Europa-League-Vertreter gegen Zyperns Cupsieger vor allem mit einer starken Defensivleistung und einem kompakten Kollektiv. Selbst profitierte er in der 61. Minute vom einem unglücklichen Handspiel des AEK-Verteidigers Daniel Mojsov, der eine Flanke von Antonio Marchesano an den nicht ganz angelegten Arm bekam. Benjamin Kololli verwandelte den fälligen Penalty sicher - und sorgte beim Torjubel für eine Slapstick-Einlage, indem er beim Sturm zu den mitgereisten Heimfans in einen Graben fiel.

Das Hands war eine Szene, die der FCZ für diesen perfekten Start benötigte. Bis auf eine Chance von Stephen Odey nach einem schönen Dribbling in der Startviertelstunde und einen Distanzschuss von Salim Khelifi in der 80. Minute kam in offensiver Hinsicht auf von den Gästen wenig. Der Schwerpunkt lag klar auf der Defensive, und doch gelang es dem cleveren FCZ, dem Gegner die erste Europacup-Niederlage nach sieben Spielen zuzufügen.

Er freue sich auf die Auftritte in der Europa League, auf die spezielle Atmosphäre, hatte Zürichs Trainer Ludovic Magnin im Vorfeld gesagt. De facto kehrte der FCZ in einem für internationale Verhältnisse doch recht tristen Rahmen ins europäische Geschäft zurück. Wenige tausend Zuschauer verloren sich zu später Stunde ins mehr als 20'000 Plätze bietende, 60 Kilometer von Larnaca entfernte GSP-Stadion. Der Anpfiff erfolgte um 22.00 Uhr Lokalzeit, und auch um diese Zeit war es drückend warm.

Mit den speziellen Bedingungen fand sich der FCZ indes gut zurecht. Das erstaunte auch deshalb, weil Ludovic Magnin mit seiner Aufstellung, einem je nach Situation 4-4-2, 4-5-1 oder 4-4-1-1 mit den Innenverteidigern Umaru Bangura und Andreas Maxsö sowie Captain Victor Palsson im defensiven Mittelfeld und Antonio Marchesano im Sturm respektive als hängende Spitze, für ein paar Überraschungen sorgte. Für Abstimmungsprobleme sorgte die mutige Rotation nur in den Anfangsminuten, etwa als sich die Viererkette im Stellungsspiel nicht einig war oder als Bangura mit einem schlimmen Fehlpass eine gegnerische Chance einleitete (5.).