Super League
Ein Berner Sturm fegt über den FC Basel – und der FCB zeigt Zerfallserscheinungen

Eine regelrechte Demontage gab es im vermeintlichen Spitzenspiel – Leader YB fügt dem FC Basel eine heftige 7:1-Klatsche zu.

Jakob Weber
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Basels Fabian Frei, Kevin Bua, Raoul Petretta und Luca Zuffi verlassen enttäuscht den Platz.
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Basels Ricky van Wolfswinkel, Fabian Frei und Eray Cömert sind enttäuscht
YBs Roger Assalé, Mitte, schiesst das Tor zum 7:1, Basels Eray Cömert, links, und Silvan Widmer schauen zu.
Basels Trainer Marcel Koller
Enttäuschte Basel Spieler
Basels Noah Okafor ist enttäuscht.
YBs Roger Assalé, links, trifft gegen Basels Torhüter Martin Hansen zum 7:1.
Basels Torhüter Martin Hansen lässt den Kopf hängen.
Basels Geoffroy Serey Die, Raoul Pedretta und Torhüter Martin Hansen, von links, sind enttäuscht.
Basels Eder Balanta verlässt nach seiner Roten Karte das Feld.
YBs Leonardo Bertone, Torschütze zum 6:1, rechts, jubelt mit Passgeber Thorsten Schick.
YBs Leonardo Bertone, rechts, trifft gegen Basels Torhüter Martin Hansen zum 6:1.
YBs Guillaume Hoarau, rechts, jubelt nach seinem Tor zum 4:0, links, scheint Basels Torhüter Martin Hansen frustriert.
YBs Guillaume Hoarau, rechts, schiesst das Tor zum 4:0 gegen Basels Eder Balanta.
Schiedsrichter Fedayi San, 2. von links, zeigt Basels Eder Balanta, rechts, die Rote Karte.
YBs Michel Aebischer, links, schiesst das Tor zum 5:0 an Basels Luca Zuffi, Mitte, und Silvan Widmer vorbei.
Basels Eray Cömert, Luca Zuffi, Fabian Frei und Geoffrey Serey Die, von links, sind konsterniert.
Beaobachtet von YBs Miralem Sulejmani, 2. von rechts, schiesst YBs Guillaume Hoarau, links, das Tor zum 4:0, gegen Basels Eder Balanta, am Boden, und Torhüter Martin Hansen, rechts.
YBs Mohamed Ali Camara, Mitte, jubelt nach seinem Tor zum 3:0 mit Christian Fassnacht, rechts, Basels Ricky van Wolfswinkel, links, bleibt das Nachsehen.
YBs Guillaume Hoarau, links, und YBs Nicolas Moumi Ngamaleu, rechts, feiern gegen Basels Torhueter Martin Hansen den Treffer zum 4:0.
YBs Mohamed Ali Camara jubelt nach seinem Tor zum 3:0.
YBs Guillaume Hoarau, zweiter von links, und Nicolas Moumi Ngamaleu, rechts, im Duell mit Basels Geoffroy Serey Die, links, und Silvan Widmer
YB Fans werfen Tennisbälle auf den Platz.
YBs Guillaume Hoarau, links, verabschiedet seinen verletzten Kollegen Kevin Mbabu.
Physiotherapeut Fred Stulens, links, begleitet YBs Kevin Mbabu, der verletzt das Feld verlässt.
YBs Sekou Sanogo, links, im Duell mit Basels Geoffroy Serey Die
Basels Trainer Marcel Koller gestikuliert.
Basels Trainer Marcel Koller gestikuliert.
YBs Miralem Sulejmani, links, jubelt nach seinem Tor zum 2:0, Basels Ricky van Wolfswinkel ist nicht zufrieden.
Basels Torhueter Martin Hansen liegt geschlagen im Tor.
YBs Guillaume Hoarau, Christian Fassnacht, Torschütze Miralem Sulejmani und Mohamed Ali Camara, von links, jubeln nach Sulejmanis Tor zum 2:0.
YBs Miralem Sulejmani, nicht im Bild, trifft gegen Basels Torhüter Martin Hansen zum 2:0.
YBs Christian Fassnacht, hinten links, trifft gegen Basels Torhüter Martin Hansen zum 1:0.
YBs Miralem Sulejmani, 3. von links, trifft per Freistoss zum 2:0, Basels Mauer, mit von links, Ricky van Wolfswinkel, Noah Okafor, Fabian Frei und Albian Ajeti, lenkt den Ball ab, YBs Sekou Sanogo, rechts, braucht nicht einzugreifen.
YBs Miralem Sulejmani trifft zum 2:0.
YBs Spieler feiern den Treffer zum 1:0.
Basels Torhüter Martin Hansen, Mitte, muss den Ball zum 1:0 passieren lassen.
YBs Kevin Mbabu verlässt verletzt das Feld.
YBs Loris Benito, rechts, im Duell mit Basels Eder Balanta
Basels Ricky van Wolfswinkel, Mitte, tritt einen Freistoss.
Tennisbälle, von YB Fans geworfen, liegen auf dem Kunstrasen, das Spiel muss kurz unterbrochen werden.
Basels Ricky van Wolfswinkel im Duell mit YBs Guillaume Hoarau.
YBs Steve von Bergen, links, verteidigt gegen Basels Albian Ajeti.
YB Cheftrainer Gerry Seoane, links, und Basels Trainer Marcel Koller begrüssen sich.
Basels Trainer Marcel Koller sitzt auf der Spielerbank.

Basels Fabian Frei, Kevin Bua, Raoul Petretta und Luca Zuffi verlassen enttäuscht den Platz.

PETER SCHNEIDER

Sieben YB-Tore, sieben verschiedene Berner Torschützen, siebter Sieg im siebten Spiel für den unangefochtenen Leader der Super League. Dazu Basel, den selbst ernannten ersten Rivalen auf den Meistertitel, auf Tabellenplatz sieben abgeschoben. Die Sieben ist ja bekanntlich eine magische Zahl.

Doch, um zu glauben, was sie da am gestrigen Nachmittag erlebt hatten, richteten die verzauberten YB-Fans im ausverkauften Stade de Suisse ihren Blick nach Abpfiff immer wieder fragend in Richtung Videoleinwand. 7:1 steht da gelb auf schwarz. Ein Erinnerungsfoto des historischen Moments soll das Unfassbare realer werden lassen.

90 Minuten vorher sollte es noch ein Spitzenspiel werden. Der Vizemeister aus Basel wollte Leader YB ein Bein stellen und den Vorsprung in der Tabelle verringern, die Meisterschaft wieder etwas spannender machen. Doch dazu kommt es nicht. YB demontiert den FCB. 30 Minuten lang kann Basel mithalten.

Unendliche Kraftreserven

30 Minuten lang sieht es so aus, als sei YB doch noch ein wenig müde von der Champions League unter der Woche. Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil: Die Doppelbelastung scheint YB zu beflügeln. «Nichts kann uns ermüden. Wir haben unendliche Kraftreserven im Tank», erklärt YB-Verteidiger Loris Benito.

YB hat schnell gelernt. Am Mittwoch rannten die Berner gegen Manchester United noch ungestüm an und lagen zur Pause doch mit 0:2 zurück. Jetzt überlassen sie dem FC Basel in der Anfangsphase den Ball und schlagen in United-Manier zweimal eiskalt zu.

«Das was uns am Mittwoch gefehlt hat, wollten wir in der Super League besser machen. Wir wussten, dass die Entschlossenheit in beiden Strafräumen entscheidend sein wird», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane nach dem Spiel. Und tatsächlich. Zwei Standards, bei denen der FC Basel zu wenig clever verteidigt, führen zu zwei Toren.

Erst trifft Christian Fassnacht (33.) nach einer Sulejmani-Ecke per Kopf zur Führung. Dann trägt sich Miralem Sulejmani (42.) per direktem Freistoss auch noch selber in die Torschützenliste ein. Unglücksrabe beim FC Basel ist bei beiden Treffern Fabian Frei, der Fassnacht beim Corner zugeteilt ist und später den Freistoss unhaltbar ins Torwarteck abfälscht.

Genickbruch und Platzverweis

Der Basler Genickbruch folgt sieben – schon wieder sieben – Minuten nach der Pause. Wieder hält Basel nach einer Ecke körperlich nicht dagegen. Mohamed Camara schraubt seine 1.91 Meter in die Höhe und köpft ein. Schon vor einer Woche im Cup gegen Schaffhausen hatte der Neuzugang getroffen. Jetzt ist die Gegenwehr vollends gebrochen. Bei Basel wird geschimpft und gehadert, YB dagegen spielt seine Angriffe souverän runter.

Einen katastrophalen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung des bis dahin besten Baslers Geoffroy Serey Die verwertet Guillaume Hoarau zum 4:0 für YB. Zwei Minuten später brennen Basels Eder Balanta die Sicherungen durch. Eine Frust-Grätsche von hinten in die Beine von Nicolas Ngamaleu bestraft Schiedsrichter Fedayi San zurecht mit glatt Rot.

Zerfallserscheinungen

In Unterzahl ergibt sich der FCB seinem Schicksal. Statt Schadensbegrenzung zu betreiben, spielt Basel naiv auch zu zehnt weiter auf das YB-Tor. Zwar gelingt dem FCB aufgrund dieser Spielweise der Ehrentreffer durch Ricky van Wolfswinkel (75.). Doch auf der Gegenseite bekommt auch YB gegen das offene Basel drei weitere Treffer geschenkt.

Michel Aebischer (70.), Leonardo Bertone (80.) und Roger Assalé (89.) werden von der Rotblau-Defensive zum Toreschiessen geradezu eingeladen und nehmen dankbar an. Assalé darf sogar beinahe mit dem Ball über die Linie laufen.

Wenig später ist das 7:1 Tatsache. YB füllt die Rolle des Vorboten von Sturmtief Fabienne, das zu allem Übel anschliessend ebenfalls noch über Basel ziehen sollte, perfekt aus und fegt über den FCB hinweg. Der einstige Dominator Basel liegt nach der historischen 1:7-Klatsche am Boden und muss eingestehen, dass er YB momentan schlicht und einfach nicht gewachsen ist.

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