Der FC Zürich hatte sein Spiel gegen Servette bereits am Mittwoch ausgetragen und war dabei auf dem Letzigrund nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Nun hat er in der viertletzten Runde den Vorsprung auf Xamax dennoch auf zehn Punkte ausbauen können.

Das kursweisende Schaffhauser 1:0-Führungstor auf dem Weg zum Sieg, der dem FCZ den vorzeitigen Aufstieg bescherte, erzielte der Brasilianer Paulo "Paulinho" Menezes kurz vor der Pause. In der 67. Minute sorgte der eingewechselte Danilo Del Toro für die Entscheidung vor der Minusrekord-Kulisse in der neuen Schaffhauser Arena von bloss 1366 Zuschauern. Das Anschlusstor von Xamax fiel durch Dante Senger erst zwei Minuten vor dem Ende.

Diese Niederlage von Xamax kam nicht ohne Ansage. Die von Murat Yakin trainierten Schaffhauser holten in der Rückrunde bislang 35 Punkte - mehr als alle anderen Teams der Challenge League und beispielsweise vier mehr als der FC Zürich. Das 2:1 gegen Xamax war der siebte Sieg in Folge bei einem Torverhältnis von insgesamt 22:2. Offenbar spürte auch der FCZ-Trainer Uli Forte, dass die Entscheidung nahen würde; der Zürcher sass im Schaffhauser Stadion auf der Tribüne.

Dass Forte anlässlich eines Spiels der Konkurrenz zum Aufstiegsjubel ansetzte, war vielleicht das einzige Aussergewöhnliche an dieser Challenge-League-Saison des FCZ. Nach dem schmerzhaften Abstieg im vergangenen Mai ging der Stadtklub selbstredend als grosser Favorit in die Spielzeit - und erfüllte die Erwartungen quasi mit einem Start-Ziel-Sieg.

Der Weg zurück in die Super League begann am 25. Juli 2016 mit einem 2:0-Heimsieg im Derby gegen Winterthur. Über 13'000 Fans kamen auf den Letzigrund. Ein Fest während der Sommerferien, das die Mannschaft und die Fans bei erster Gelegenheit wieder zusammenführte. Schon in den ersten Wochen der Saison war die Depression einer positiven Atmosphäre gewichen. Nach acht Spielen hatte der FCZ 22 Punkte geholt und nach 13 Runden zehn Zähler Vorsprung auf den ersten Verfolger Neuchâtel Xamax. Früh harrte die Meldung des Aufstieg nur noch des Vollzugs. Nach dem Schlusspfiff des Spiels zwischen Schaffhausen und Xamax war es nach 33 Runden so weit.

Captain Alain Nef über den FCZ-Aufstieg

Drei Spieltage vor Schluss ist dem FC Zürich die Promotion nicht mehr zu nehmen. Alain Nef, Meister, Ab- und Aufsteiger mit dem Cupsieger, spricht von einer gewaltigen Freude und grosser Genugtuung.

Die beste Rückrunden-Equipe ebnete dem FCZ die vorzeitige Rückkehr in die Eliteliga. Schaffhausen stoppte Neuchâtel Xamax vor eigener Kulisse endgültig. Auf das 2:1 der Auswahl von Murat Yakin reagierten die Zürcher Protagonisten, die tags zuvor gegen Servette nur ein Remis erreicht hatten, hoch erfreut.

Alain Nef, der 35-jährige Captain, der vom Titelgewinn über den Fall in die Zweitklassigkeit bis zum Comeback in der Super League schon alles miterlebt hat im Dress des FCZ, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur sda von einer "enormen Genugtuung für die Fans und den Verein".

Der langjährige Abwehrpatron hat den Hohn und Spott nach dem Absturz im letzten Frühling nicht vergessen. Und den sofortigen Wiederaufstieg wertet der Routinier keineswegs als einfaches Unterfangen - trotz des deutlichen Vorsprungs auf die Konkurrenz und nur zwei Fehltritten in 33 Runden. "Dieses Jahr war kein Selbstläufer. Es sieht vielleicht so aus, aber es war hart."

Schaffhausen - Neuchâtel Xamax 2:1 (1:0). - 1366 Zuschauer. - SR Schärli. - Tore: 45. Paulinho 1:0. 67. Del Toro 2:0. 89. Senger 2:1. - Bemerkung: 72. Pfostenschuss von Karlen (Xamax).

Le Mont - Aarau 1:0 (0:0). - 250 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tor: 55. Savic 1:0.

Wohlen - Chiasso 0:1 (0:1). - 428 Zuschauer. - SR Superczynski. - Tor: 26. Carte Said 0:1.

Rangliste: 1. Zürich* 33/79 (84:28). 2. Neuchâtel Xamax FCS 33/69 (60:31). 3. Servette 33/53 (51:43). 4. Schaffhausen 33/48 (60:52). 5. Aarau 33/42 (53:60). 6. Winterthur 33/38 (40:54). 7. Wohlen 33/36 (40:54). 8. Chiasso 33/33 (37:56). 9. Le Mont 33/33 (27:49). 10. Wil 33/28 (30:55). - * = Aufsteiger in die Super League.