Grosse Statistik-Analyse
Diese Zahlen zeigen, wer beim FCB unersetzlich ist

Zahlen können Eindrücke bestätigen, aber auch überraschen. In Teil II unserer FCB-Datenanalyse geht es heute um Angriff und Mittelfeld. Die Zahlen zeigen: Ein Neuzugang ist bereits unersetzlich. Auf den Flügeln sollte vor allem einer mehr spielen und im Sturm führt trotz Formabfall kein Weg an Arthur Cabral vorbei.

Jakob Weber
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Pajtim Kasami hat Topwerte in Sachen Tore, Zweikämpfe und Ballkontakte. Aktuell plagt ihn aber sein Oberschenkel.

Pajtim Kasami hat Topwerte in Sachen Tore, Zweikämpfe und Ballkontakte. Aktuell plagt ihn aber sein Oberschenkel.

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Neues Jahr, alte Probleme. Die Vorbereitung beim FC Basel läuft wieder nicht wie erwünscht. Neben dem Langzeitverletzten Jorge und Taulant Xhaka, der durch die notwendige OP in dieser Saison ebenfalls nicht mehr spielen wird, plagen sich aktuell fünf weitere Stammkräfte mit Wehwehchen herum. «Wir wollen nicht jammern», sagt Ciriaco Sforza. Doch auch er würde natürlich lieber mit dem kompletten Kader trainieren. Eine Spielidee war beim FCB bisher kaum zu sehen. Das soll sich ändern, aber es ist kein leichtes Unterfangen, wenn im Training immer wieder mehrere Spieler fehlen.

Immerhin eröffnet der Ausfall der Stammkräfte anderen Spielern Möglichkeiten. Auch die eigentlich aussortierten Samuele Campo, der jüngst mit dem FC Luzern in Verbindung gebracht wurde, und Aldo Kalulu kamen in den Testspielen zum Einsatz. Für sie ist der Weg in die Stammelf lang. Andere haben da bessere Chancen. In Teil II unserer Analyse blicken wir auf die Offensive.

Der Sturm:

Ricky van Wolfswinkel und Arthur Cabral kommen in etwa gleich oft zu einer Torchance. Stammstürmer Cabral verwandelt 50 Prozent davon. Back-up van Wolfswinkel steht noch ohne Saisontor da. Umso wichtiger für den Holländer, der nach seinem Aneurysma-Eingriff nicht mehr so richtig in die Spur fand, dass er im Test gegen Aarau zweimal traf. Doch auch dort vergab er zunächst eine Riesengelegenheit.

Auch Cabral war die Spielfreude nach der kurzen Pause in der Testspielen anzusehen. Reihenweise vernaschte er gegen Aarau seine Gegenspieler. Der Brasilianer ist die klare Nummer 1 im Sturm, weil er neben seiner besseren Torquote auch viel schwieriger vom Ball zu trennen ist. Cabrals Formbaisse vor Weihnachten hatte wohl auch damit zu tun, dass er von seinen Mitspielern nicht genügend in Szene gesetzt wurde. Das muss der FCB verbessern. Dann gibt es noch mehr Cabral-Tore.

Die Flügel:

Edon Zhegrova und Valentin Stocker sind unter Sforza gesetzt. Da Stocker fünf Spiele verletzt verpasste und Flügel selten über 90 Minuten spielen, kommen auch Afimico Pululu und Julian von Moos auf ihre Einsatzzeiten. Die Zahlen zeigen, dass der 19-jährige von Moos noch nicht ganz das Niveau der anderen drei hat. Stocker, Pululu und Zhegrova haben alle ihre Stärken und Schwächen. Routinier Stocker ist kaltschnäuzig vor dem Tor, Dribbler Zhegrova ist am passsichersten und Pululu strahlt, wenn er denn mal den Ball hat, die meiste Gefahr aus.

Doch auch die Schwächen sind offensichtlich. Stocker fällt immer wieder verletzt aus und gewinnt kaum ein Dribbling. Zhegrova kann seine Dribblings nur selten in Torgefahr ummünzen. Und Pululu spielt zu viele Fehlpässe. Der FCB hat es noch nicht geschafft, die Abgänge von Bua und Okafor adäquat zu ersetzen. Sollten Pululu, Zhegrova und von Moos nicht den nächsten Entwicklungsschritt machen, ist es gut möglich, dass der FCB auf dieser Position nachrüstet.

Das zentrale Mittelfeld:

«Wir werden sehen», antwortet Pajtim Kasami auf die Frage, ob er zum Auftakt gegen den FCZ wieder spielbereit sei. Bis jetzt hat der Neuzugang 2021 noch kein Testspiel gemacht und nur individuell trainiert. Es dürfte bis zum 23. Januar eng werden. Keine gute Nachricht, denn Kasami ist der wichtigste Mann im FCB-Zentrum. Keiner macht so viele Zweikämpfe, keiner ist so torgefährlich und keiner hat mehr Ballkontakte als der 28-Jährige.

Scheinbar unverletzbar ist Fabian Frei. Er machte 2020 beinahe jedes Spiel. Vor der Winterpause liess seine Leistung etwas nach. Doch in den Testspielen war wieder der alte, torgefährliche Frei zu sehen. Kasami und Frei dürften, wenn sie fit sind, gesetzt sein. Daneben gibt es noch einen weiteren Platz. Durch das Saison-Out von Taulant Xhaka kommen Yannick Marchand, Orges Bunjaku und Luca Zuffi in Frage. Vielleicht sogar wieder auch der bereits ausgemusterte Campo.

Zuffis Vertrag läuft aus. In den wenigen Einsätzen nach seiner Verletzung war er solide. Aber macht eine Vertragsverlängerung Sinn, wenn mit Marchand ein 21-Jähriger mit grossem Potenzial auf Einsätze drängt? Die nächsten Wochen und Monate dürften Aufschluss geben.