Alles hätte ganz anders laufen sollen für den FC Zürich an diesem Donnerstagabend im ausverkauften Letzigrund. Eigentlich wollte der Schweizer Cupsieger hoch stehen, den Spielfluss des Gegners stören, Ballverluste provozieren und seinerseits zu Chancen kommen. Schonungslos wurden ihm vom Zweiten der Serie A aber die Grenzen aufgezeigt. "Wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen", analysierte Magnin. Die fehlenden Meter könne man in der Super League kompensieren, nicht aber auf diesem Niveau.

Der Start in die Partie misslang dem FC Zürich komplett. "Der Mut hat gefehlt", bedauerte Magnin. Man habe die Möglichkeiten, nach vorne zu spielen, nicht genutzt, als sie sich anboten. Die Strafe liess nicht lange auf sich warten. Schon nach 21 Minuten lag der FCZ 0:2 zurück und hatte die Chancen auf ein Weiterkommen schon fast verspielt. "Die erste Halbzeit war katastrophal", nahm Yanick Brecher kein Blatt vor den Mund. "Jeder Einzelne war überfordert." Sein Fehler vor dem 0:1 sei ein Dämpfer für die ganze Mannschaft gewesen.

Danach war es allerdings oft Brecher, der Gegentore verhinderte. Er zeigte einige starke Paraden, nicht zuletzt nach der Pause, als der FCZ mehr Risiken einging und auch besser ins Spiel kam. "Wir waren in der zweiten Halbzeit besser als in der ersten. Das war aber einfach. Wir hatten nichts mehr zu verlieren, und Napoli hat einen Gang zurückgeschaltet", sagte Magnin, der die Chancen auf ein Weiterkommen nun als "sehr gering" bezeichnete. Man dürfe nicht vergessen, dass Napoli nicht umsonst einer der grossen Favoriten auf den Titel in der Europa League sei. Die Süditaliener hätten noch vor wenigen Wochen gegen Paris Saint-Germain und Liverpool gespielt und seien nur knapp in der Champions League ausgeschieden.

Der Fokus richtet sich beim FC Zürich nun wieder auf die Meisterschaft, wie Magnin betonte. "Wir müssen mit dieser Niederlage umgehen können. Es bleibt uns nichts anderes übrig. Am Sonntag steht wieder ein wichtiges Spiel an." Dann gastiert sein Team bei den Young Boys.