Vor dem Start
Die Prognose: So wird es den 24 Schweizer Bundesliga-Söldner in der neuen Saison ergehen

Nie waren es mehr: 24 Schweizer stehen heute zum Start der neuen Bundesliga-Saison in der höchsten Spielklasse in Deutschland unter Vertrag. Wir wagen eine Prognose, wie es ihnen ergeht.

Jakob Weber
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Breel Embolo ist einer dieser 24 Schweizer, die in der neuen Bundesliga-Saison überzeugen wollen.

Breel Embolo ist einer dieser 24 Schweizer, die in der neuen Bundesliga-Saison überzeugen wollen.

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Die Schweiz stellt wie schon im letzten Jahr vor Österreich (18 Söldner) und Brasilien (15 Söldner) die grösste Ausländerfraktion. In den Schweizer Hochburgen Gladbach und in Hoffenheim setzen die Verantwortlichen auf gleich vier Spieler mit dem Prädikat «Made in Switzerland». In welche Rolle schlüpfen die Schweizer in der neuen Saison? Wer spielt? Wem gelingt der Durchbruch? Wer wechselt möglicherweise noch? Eine Prognose.

  • Die Leistungsträger

Hamburg-Coach Bruno Labbadia blickt im Cup-Spiel in Zwickau angespannt. Es folgt ein deutliches Aufatmen. Der von einem Schuss getroffene Johan Djourou kann weitermachen. Der Schweizer ist Labbadias Schlüsselspieler. Kein Wunder, dass der Abwehrchef der HSV-Captain bleibt.

Ebenfalls unumstritten sind die drei Schweizer Nationalgoalies Yann Sommer (Gladbach), Marwin Hitz (Augsburg) und Roman Bürki (Dortmund), der in Meisterschaft und Champions League den Vorzug vor Roman Weidenfeller erhält. Auch an Ricardo Rodriguez (Wolfsburg), der mit 25 Millionen Euro Marktwert wertvollste Bundesliga-Schweizer, führt für Trainer Dieter Hecking kein Weg vorbei. Trotz seiner Degradierung – Stürmer Vedad Ibisevic trägt neu die Captain-Binde – gehört Fabian Lustenberger in Berlin zu den Leistungsträgern, auch wenn er nicht immer zum Stamm gehören wird.

Neu im Kreis der Leistungsträger ist der Mainzer Fabian Frei. Der Schweizer hat eine Oberschenkelverletzung überwunden und kann nach dem Abgang von Julian Baumgartlinger zu Leverkusen zu einer tragenden Säule im Mittelfeld werden.

  • Die Ergänzungsspieler

Nach acht Jahren als Leistungsträger wurde Goalie Diego Benaglio in Wolfsburg rasiert. Der Captain spielt neu nur noch im Cup und wird in der Bundesliga durch Koen Casteels im Tor ersetzt werden.

Anders sind die Vorzeichen bei Nico Elvedi (Gladbach), für den es in seiner zweiten Bundesliga-Saison schnell gehen kann. Der Durchbruch zum Leistungsträger steht kurz bevor, sollte der 19-Jährige weiter konstant gut spielen. Admir Mehmedi (Leverkusen) steht hingegen mit Neuzugang Kevin Volland ein weiterer Spieler vor der Sonne und auch für Valentin Stocker (Berlin) bleibt die Situation unter Trainer Pal Dardai schwierig. In der missratenen Europa-League-Qualifikation spielte Stocker nur sechs Minuten.

  • Die Neulinge

Für vier Schweizer beginnt das Abenteuer Bundesliga. Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Breel Embolo (Schalke) kommt nicht nur als teuerster Super-League-Abgang daher, er ist auch der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte von «Königsblau». Die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Oldie Fabio Coltorti (35/Leipzig) dagegen ist als Stammtorwart mit Leipzig zweimal aufgestiegen und hat jetzt mit dem ungarischen EM-Fahrer Peter Gulacsi und dem jungen Marius Müller namhafte Konkurrenz bekommen. Coltorti selbst glaubt an seine Chance: «Wenn ich fit bin, gibt es für Leipzig keinen besseren Torwart wie mich.» Ebenfalls erstmals Bundesliga-Luft schnuppern der Rechtsverteidiger Florent Hadergjonaj in Ingolstadt und das Goalie-Talent Gregor Kobel in Hoffenheim.

  • Die Fragezeichen

Was passiert mit den drei Schweizern bei Hoffenheim? Im März hiess es, Ex-Captain Pirmin Schwegler könne sich einen neuen Verein suchen. Nun spielte er in der Vorbereitung und im Cup von Beginn an. Steven Zuber wurde in der Rückrunde nur dreimal eingewechselt, drängt jetzt aber auf Einsätze von Beginn. Fabian Schär hat seinen Platz im Team zu Saisonbeginn wohl sicher. Aber nur, weil Niklas Süle in Rio bei Olympia für Deutschland spielte. Nach der Rückkehr des Abwehrchefs wird es für Schär schwieriger. Sollte Schär auf die Bank müssen, ist ein Wechsel ins Ausland wahrscheinlich.
Ebenfalls ungewiss ist die Zukunft von Frankfurts Relegationsheld Haris Seferovic. Der neue Eintracht-Sportchef Fredi Bobic will sich von einem Stürmer trennen. Seferovic oder Castaignos soll gehen. Josip Drmic befindet sich derweil im Aufbautraining nach einem Knorpelschaden. In Gladbachs starker Offensive hat der Stürmer viel Konkurrenz, weshalb Wechselgerüchte immer vorhanden sind.

  • Die Perspektivspieler

Djibril Sow (19/Gladbach), Andreas Hirzel (23/Hamburg), Albian Ajeti (19/Augsburg) und Ulisses Garcia (20/Bremen) trainieren zwar mit den Profis, kommen wohl aber nur selten zu Bundesliga-Einsätzen. Um nächste Saison durchzustarten?