Fussball

Deshalb wird der FC Basel Schweizer Fussballmeister

Schweizer Fussballfans kommen in den Genuss eines dramatischen Saisonfinals. Der FC Zürich und der FC Basel kämpfen um den Titel. Lesen Sie hier, welche Faktoren über die Meisterschaft entscheiden.

Thorsten Fink oder Urs Fischer. Der FC Basel oder der FC Zürich. Fünf Runden vor dem Saisonende führen die Zürcher die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Basler an. Damit zeichnet sich ein dramatischer Kampf zwischen den beiden Teams um die Meisterschaft ab. Bei diesem Zweikampf werden folgende sechs Faktoren über Triumph und Misserfolg entscheiden:

Faktor 1: Das Restprogramm

Die Pleite gegen den FC Sion ermöglichte es dem FC Zürich an den Baslern vorbeizuziehen. Das Problem: Trotz zwei Punkten Vorsprung auf den FC Basel könnte das Restprogramm für den Zürcher Stadtklub nicht schwieriger sein (siehe Restprogramm). So bestreitet der FC Zürich dieses Wochenende in St. Gallen ein Auswärtsspiel. Angesichts dessen, dass die St. Galler mit dem Rücken zur Wand stehen und im Kampf gegen den Abstieg dringend ein Erfolgserlebnis benötigen, eine schwierige aber lösbare Aufgabe.

Wenige Tage nach dem schweren Auswärtsspiel empfängt Zürich den FC Basel im Letzigrund. Im Vorfeld dieses Spitzenkampfes können sich lediglich eingefleischte FCZ-Fans an den letzten Sieg ihrer Mannschaft gegen den Erzrivalen erinnern (siehe Faktor 4). Und als Höhepunkt warten die Grasshoppers auf den Stadtrivalen.Wetten, dass es der Truppe von Trainer Ciriaco Sforza ein Vergnügen sein wird, dem FC Zürich in die Meistersuppe zu spucken.

Im Gegensatz dazu, kann der FC Basel entspannt in die Endphase der Meisterschaft blicken. Zunächst gastiert der FC Bellinzona im St. Jakobspark und zwei Wochen später empfängt Basel mit Thun einen weiteren Underdog. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft von FCB-Trainer Thorsten Fink diese beiden Heimspiele verliert ist so gross, wie wenn die Schweizer Fussballnationalmannschaft diesen Juni auswärts im Londoner Wembleystadion gegen England in der Euro-Qualifikation einen Kantersieg einfährt.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 1:0

Faktor 2: Das Trauma vom 13. Mai 2006

Beim Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich am 13. Mai 2006 steht es 1:1 Unentschieden. Mit diesem Resultat halten die Basler bereits eine Hand am Pott. Dann folgt die 93. Minute: Einwurf FCZ. Stahel bekommt das Leder. Bringt den Ball einwärts. Dort wartet Julian Filipescu und erzielt das 2:1 für den FC Zürich (siehe Video). Wenige Sekunden später ist die Partie zu Ende - der FCZ Meister.

Daraufhin brechen im Basler St. Jakobspark alle Dämme. Eine würdige Pokalübergabe ist nicht möglich, weil Basler Hooligans den Rasen stürmen und den Spielern des FCZ an den Kragen wollen. Für diese Szenen wird der FC Basel im Nachgang der Partie mit Geisterspielen bestraft. Nun droht dem FC Basel in sportlicher Hinsicht dasselbe Horrorszenario. Die Basler wissen: Wenn der FC Zürich einmal im Kampf um den Titel Blut gerochen hat, wird es schwer die Zürcher zu stoppen.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 1:1

Das Meistertor von Julian Filipescu am 13. Mai 2006 beim Spiel FCZ gegen den FC Basel

So schoss Julian Filipescu den FCZ am 13. Mai 2006 zum Meistertitel

Faktor 3: Thorsten Fink - das Selbstverständnis des FC Bayern

Kaum ein Trainertransfer in der Schweiz war so klug, wie derjenige von Thorsten Fink vom FC Bayern München zum FC Basel. Die Basler haben sich mit dem Deutschen nicht nur einen kompetenten Trainer, sondern gleich noch das Selbstverständnis des FC Bayern eingekauft.

Spieler beim FC Bayern lernen vor allem eine Lektion: Misserfolg ist nicht akzeptabel! Ein Titel pro Saison ist Pflicht! Dieses Selbstverständnis wurde auch Thorsten Fink eingeimpft und dieser hat es jetzt auf die Mannschaft des FC Basel übertragen. Seither gilt auch für Alex Frei und Marco Streller: Nur Titel sind für den FC Basel gut genug. Dieses Selbstverständnis wird dem FC Basel im Meisterschaftsduell helfen.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 2:1

Faktor 4: Die Direktbegegnungen

Der FC Zürich weiss nicht mehr, wie er gegen den FC Basel gewinnen kann. Sämtliche Duelle in dieser Saison gingen gegen die Basler verloren (siehe Direktbegegnungen). Damit nicht genug: Seit dem Zürcher Triumph am 13. Mai 2006 konnte der FC Zürich von den letzten 19 Partien gegen den FC Basel gerade einmal ein Spiel für sich entscheiden. Dieser Sieg datiert vom 26. November 2006. Zur Erinnerung: Am 11. Mai trifft der FC Zürich zu Hause auf den FC Basel und muss dort punkten, um den Rivalen im Kampf um den Titel auf Distanz halten zu können. Dieser Umstand und im Wissen, dass der Konkurrent zum Angstgegner geworden ist, macht die «Mission Sieg» für den FCZ umso schwieriger.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 3:1

Faktor 5: Der Sturm - oder die Basler Bomber!

Ein Blick auf die Statistik beweist: Alex Frei und Marco Streller sind für den FC Basel unverzichtbar geworden. Sollte der FC Basel die Meisterschaft für sich entscheiden, wird sich Gigi Oeri bei den zurückgetretenen Nationalstürmern bedanken müssen.

Allein Alex Frei kommt fünf Runden vor Saisonende auf 21 Treffer und führt damit die Skorerwertung der Super League unangefochten an. Sein Jugendfreund und Mannschaftskollege Marco Streller hat zehn Tore auf dem Konto. Kein Wunder: Alex Frei und Marco Streller verstehen sich nicht nur blind, sondern erhalten von den Mannschaftskollegen auch brauchbare Bälle. In diesem Bereich fällt der FC Zürich ins Mittelfeld zurück. FCZ-Stürmer Amine Chermiti kommt gerade einmal auf neun Tore. Ehrrettung betreibt lediglich Dusan Djuric. Der Schwede liegt in der Wertung der besten Passgeber mit 14 Punkten auf dem ersten Platz.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 4:1

Faktor 6: Die Defensive

«Die Offensive gewinnt Spiele - die Defensive Meisterschaften». Dieses Sprichwort gilt auch für den Fussball und kommt dem FC Zürich entgegen. Im direkten Vergleich haben die Zürcher mit 37 Toren vier Treffer weniger erhalten als Basel. Nur gerade Sion und Thun haben noch weniger Tore zugelassen. Massgeblichen Anteil an diesem defensiven Bollwerk hat Jorge Teixeira. Der Portugiese dirigiert die Abwehr in abgeklärter Manier und sorgt auch im gegnerischen Strafraum für Torgefahr. Ausserdem kann Trainer Urs Fischer auf Abwehrspieler - die diesen Namen auch verdienen - in Hülle und Fülle zurückgreifen. Ricardo Rodriguez und Ludovic Magnin provozieren mit ihren Flügelläufen beim Gegner Panikreaktionen, während Mittelfeldspieler Silvan Aegerter das Zentrum versiegelt. Überdies macht Heinz Barmettler stetig Fortschritte und zählt inzwischen zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft.

Fazit: FC Basel - FC Zürich 4:2

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