Super League
Der kommende FCB-Gegner - Sechs Gründe, warum es bei Lugano so gut läuft

Für einmal stehen die Tessiner vor dem Direktduell in der Tabelle vor dem FC Basel. Ganz so überraschend ist das aber nicht.

Esteban Waid
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Numa Lavanchy lässt seine Mannschaft gegen Genf jubeln.

Numa Lavanchy lässt seine Mannschaft gegen Genf jubeln.

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Tabellenführer! Das erstes Mal seit 19 Jahren. Die Freude beim FC Lugano ist gross, auch wenn man aktuell wieder «nur» der erste Verfolger der Berner Young Boys ist. Doch warum sind die Tessiner in dieser Saison bislang so erfolgreich?

1. Konstanz

Saison- und wettbewerbsübergreifend ist Lugano seit 16 Spielen ohne Niederlage. Das gab es für diesen Verein in der Super League noch nie. Nach dem Aufstieg 2015 war Lugano zwar zweimal auf Rang 3. Aber genauso oft fanden sich die Luganesi im mittleren bis unteren Teil der Tabelle wieder.

2. Leistungsträger bleiben

Trotz der starken Leistungen in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison haben die Leistungsträger den Verein nicht verlassen. Spieler wie Aussenverteidiger Numa Lavanchy oder der junge Mittelfeldspieler Stefano Guidotti wurden im Sommer als mögliche Abgänge gehandelt. Lavanchy war, obwohl er als nomineller Verteidiger aufläuft, einer der erfolgreichsten Torschützen der Mannschaft. Und der 21-jährige Guidotti «ist zwar jung, spielt aber mit der Ruhe eines Veteranen», wie die lokale Presse schreibt. Neben diesen beiden konnten auch die Leistungsträger Mijat Maric, Jonathan Sabbatini und Sandi Lovric gehalten werden.

3. Gutes Corona-Management

Die Coronapandemie ist auch am FC Lugano nicht spurlos vorbei gegangen. Vor der Saison musste die Führung des Vereins bekannt geben, dass man wegen der aktuellen Situation Schulden aufnehmen musste. Quantensprünge auf dem Transfermarkt waren nicht möglich. Um den Kern herum musste das Kader sogar ausgedünnt werden. 28 Spieler befinden sich momentan im Profiteam. In der Vorsaison waren es noch ganze 41 Spieler, die zum erweiterten Kader gehörten. Trotzdem konnte man durch kluge Leihgeschäfte junge Spieler ins Tessin locken, die dem Trainer Maurizio Jacobacci die nötigen Optionen geben. Unter ihnen ist zum Beispiel Jens Odgaard, ein Stürmertalent aus Norwegen. Bisher erwies sich dieses Vorgehen als erfolgreich.

4. Bescheidenheit

Die Tessiner lassen sich auch von ihren Erfolgen nicht beirren. Trainer Maurizio Jacobacci stapelt vor der Saison tief. Das Ziel in diesem Jahr sei dasselbe wie auch im Vorjahr und auch im Pokal wolle man gut abschneiden. «Ob wir mehr erreichen können, wird sich mit der Zeit zeigen», so der gebürtige Berner. Auch nach dem guten Start lautet das Ziel weiterhin: Klassenerhalt.

5. Der Trainer

Auch der Trainer selbst ist ein Faktor für den guten Lauf. Seit etwas mehr als einem Jahr ist Maurizio Jacobacci nun bei den Bianconeri. Seither hat er lediglich fünf Spiele mit seiner Mannschaft verloren. Seine Philosophie ist dabei klar: «Ballbesitz allein bringt nicht viel.» Jacobacci setzt auf schnelle Konter und Effizienz. Er will für seine Gegner möglichst unangenehm sein. Und das sind sie.

6. Die Heimstärke

Vor allem im eigenen Stadion, wo der FCB an diesem Wochenende ran muss, spielt der FC Lugano konstant stark auf. Dort hat die Mannschaft nämlich seit mehr als einem Jahr nicht mehr verloren. Damals gab es ein 0:1 in der Europa League gegen Kopenhagen. Das letzte Mal gewann der FCB am 10. November 2019 in Lugano. Das Lugano-Heimspiel vor Kopenhagen und die letzte Super League-Niederlage für die Tessiner im Cornaredo. Mehr als ein Jahr später will der FCB diese Serie mit einem Auswärtssieg beenden.