Beim Start in die K.-o.-Phase der Champions League kommt es zu zwei Premieren. Nachdem sich die Uefa bei der Einführung des Videobeweises länger als die Fifa geziert hat, ist sie nun über ihren Schatten gesprungen und hat die Installierung des Video-Schiedsrichterassistenten vorgezogen. Nicht mehr zu sehen sind ab sofort die beiden Assistenten, die jeweils neben dem Tor standen, angestrengt aufs Spielfeld starrten und trotzdem nie eingriffen, wenn ein Spieler drei Meter vor ihren Augen umgesäbelt wurde.

Die zweite «Uraufführung» betrifft die Partie im Old Trafford zwischen Manchester United und Paris Saint-Germain. Obwohl die beiden Klubs schon oft genug an diesem Wettbewerb teilgenommen haben, stehen sie sich nun zum ersten Mal gegenüber. Aber noch selten hat sich eine Ausgangslage zwischen Auslosung und Anstoss derart verändert. In zwei Monaten ist aus dem Favoriten PSG der Aussenseiter geworden.

Die Verletzungshexe hat zugeschlagen

Der Kurszerfall der Franzosen ist dem Verletzungspech zuzuschreiben. Wie im letzten Jahr gegen Real Madrid fällt nun mit Neymar erneut in den entscheidenden Spielen der Champions League der teuerste Fussballer der Welt aus. Wieder ist es eine Fussverletzung, die den Brasilianer bis in den April hinein zum Pausieren zwingt.

Damit aber nicht genug: Als der Uruguayer Edinson Cavani am Samstag mit einem Penalty das Siegtor gegen Bordeaux schoss, trat er mit solcher Wucht gegen den Ball, dass er sich eine Muskelverletzung zuzog und womöglich nicht einmal im Rückspiel am 6. März zur Verfügung steht. Das dritte Achtelfinal-Out in Folge wäre für die Franzosen und ihren investitionsfreudigen Präsidenten Nasser Al-Khelaifi ein Desaster.

Manchester United im Glück

Manchester United dagegen schwebt auf Wolke sieben, seit im Dezember Trainer José Mourinho durch Ole Gunnar Solskjaer ersetzt worden ist. Unter dem Norweger, von Molde nur ausgeliehen, spielen die Red Devils, allen voran Paul Pogba, wie befreit auf und haben noch kein einziges Spiel verloren. Werfen sie nun die Pariser raus, hätte sich Solskjaer eine Festanstellung gewiss verdient.