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Chelsea-Trainer Mourinho über FCB-Salah: «Er ist noch ein Kind»

War es wirklich so, wie Chelseas Trainer José Mourinho sagt, dann war Mohamed Salah fast der Letzte aller Beteiligten, der von seinem Wechsel zu Chelsea erfuhr. Mourinho sagt im Interview, was er an Salah schätzt.

Sebastian Wendel
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Chelsea-Trainer José Mourinho mit seinem neuen Stürmer Mohamed Salah.

Chelsea-Trainer José Mourinho mit seinem neuen Stürmer Mohamed Salah.

Keystone

Gestern Nachmittag plauderte der Trainer der «Blues» an einer Pressekonferenz einige interessante Details über den Schweizer Rekordtransfer aus. Eine Auswahl von Mourinhos Antworten auf die Fragen der englischen Journalisten.

Wie sind Sie überhaupt auf Mohamed Salah gekommen?

José Mourinho: Wir waren überhaupt nicht vorbereitet auf den Abgang von Juan Mata (zu Manchester United; d. Red.). Also musste alles sehr schnell gehen. Als wir uns für Salah entschieden haben, starteten wir bei null: Es gab bis dahin keine Kontakte zum Klub und zum Spieler. Wir wussten nicht einmal, wer sein Agent ist.

Wie ging es weiter?

Zuerst haben wir beim FC Basel angefragt, ob wir über Salah verhandeln können. Sie haben «Ja» gesagt und wir wurden uns schnell einig. Alle Dokumente zwischen den Vereinen sind unterschrieben. Unter dem Vorbehalt, die medizinischen Checks sind erfolgreich und dass der Spieler dann auch den Vertrag unterschreibt.

Der Transfer wird nicht mehr scheitern, oder?

Ich weiss jetzt, dass er zu uns will. Das hat er mir persönlich gesagt. Er ist glücklich über den Wechsel. Das Problem sind die Medizinchecks: Die müssen wir wahrscheinlich in der Schweiz machen, in Lausanne oder in Zürich. Salah (Ägypter: d. Red.) darf ohne die nötigen Papiere nicht einfach so nach England reisen. Mal sehen, wann die Checks stattfinden.

Was gefällt Ihnen an Salah?

Ich mag es, dass er so spielt wie die Offensivkräfte, die wir schon haben. Links, rechts oder als Zehner hinter der Sturmspitze. Salah ist jung, wie viele in unserem Team. Er ist schnell, kreativ und spielt mit Begeisterung.

Wie lange wird es dauern, bis er integriert ist?

Wir brauchen zwei bis drei Monate, dann wird er sich wohlfühlen. Das war schon bei Willian (Brasilianer, der im Sommer zu Chelsea wechselte; d. Red.) so. Chelsea weiss, wie man einen Spieler integriert und behandelt, damit er sich schnell wohlfühlt.

Salah ist in Ägypten ein Star, die Erwartungen an ihn sind riesig.

Ich versuche, ihm zu helfen. Und ich weiss auch, was der Wechsel in seinem Land für eine Bedeutung hat. Einerseits müssen wir ihn beschützen. Wir erwarten nicht, dass er in zwei Wochen der Topstar im Team ist. Aber wir müssen auch viel von ihm fordern und ihm klarmachen, dass er nun auf einem ganz anderen Level spielt. Chelsea ist eine komplett andere Welt. Er ist vom Alter her noch ein Kind. Aber klar: Er ist kein naiver Junge, der in den Dschungel kommt. In der Champions League und in der Europa League hat er schon Erfahrung. Ich bin glücklich, ihn zu haben.

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