Champions League

Bayern bezwingt Lyon - aber mit Mühe

Bayerns Serge Gnabry im Glück nach seinem Schuss ins Lattenkreuz zum 1:0

Bayerns Serge Gnabry im Glück nach seinem Schuss ins Lattenkreuz zum 1:0

Trumpft er beim 8:2 gegen Barcelona auf, benötigt der FC Bayern München im Halbfinal gegen Lyon Glück, um mit einem trügerischen 3:0 in den Final der Champions League gegen PSG einzuziehen.

Die ersten zwei Tore - in der 18. und mit einem Abstauber in der 33. Minute - erzielte Serge Gnabry. Der 25-jährige deutsche Internationale hat in den neun Champions-League-Spielen dieser Saison nunmehr neunmal getroffen. Robert Lewandowski machte wenige Minuten vor Schluss mit dem 3:0 alles klar.

Das Spiel hatte längere Zeit keinerlei Ähnlichkeit mit dem Viertelfinal Bayern - Barcelona. Die Bayern hatten anfänglich grösste Mühe, gute Angriffe zu lancieren, auch weil die Defensive der Franzosen fast alles refüsierte, was in die Nähe des Strafraums kam. Die Ausnahme bildet ein Rush von Gnabry, der nach 18 Minuten an mehreren Gegnern der Strafraumgrenze entlangzog und den Ball zum 1:0 ins Lattenkreuz schlenzte.

Als die Bayern auf diese Weise in Führung gingen, war der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Zu dem Zeitpunkt hätte der klare Aussenseiter Lyon nicht nur führen können, sondern führen müssen. Nach vier Minuten zog der niederländische Nationalstürmer Memphis Depay nach einem schweren Fehler von Thiago Alcantara im Mittelfeld fast allein aufs Tor. Er kam auch an Torhüter Manuel Neuer vorbei, traf aber von der rechten Seite vor dem verlassenen Tor nur ins Aussennetz. Depays Sturmpartner Karl Ekambi - der Kenianer bekam in der Startformation den Vorzug gegenüber Moussa Dembélé, dem Doppeltorschützen beim 3:1 im Viertelfinal gegen Manchester City - narrte unmittelbar vor dem 0:1 die Münchner Abwehr. Er traf jedoch aus kürzester Distanz und bei voller Kontrolle über den Ball nur den Pfosten.

Auch in der zweiten Halbzeit, als die Bayern sich mit dem Vorsprung zu begnügen schienen, kreuzten die Franzosen oft gefährlich vor dem Tor auf. Dieses schien aber zugenagelt zu sein, sodass es der Mannschaft von Trainer Rudi Garcia nicht einmal zum Anschlusstor reichte. Das Schlussresultat war letztlich eine Mogelpackung.

Im ganzen Spiel zeigte sich, wo Hansi Flicks Bayern derzeit ihre Schwächen haben: im Defensivspiel. Wenn sie schon gegen Lyon derart viele Möglichkeiten zulassen, könnte es gegen Paris Saint-Germain und dessen hochkarätige Offensivabteilung ins Auge gegen.

Gnabry war nicht nur aufgrund seiner Tore der Mann des Spiels. Er war öfter im Abschluss zu sehen als der Goalgetter vom Dienst Lewandowski. Noch öfter war er an der Konstruktion der guten Angriffe beteiligt. Gnabrys glückloser Gegenpart war Karl Ekambi. Er spielte in Lyons Angriff hervorragend, aber er war der Spieler, der die meisten sehr guten Chancen nicht verwertete. So brachte er früh in der zweiten Halbzeit in bester Position den Ball nicht an Neuer vorbei, der sich nur noch auf einen Reflex verlassen konnte.

Erstmals Bundesliga gegen Ligue 1

Obwohl man die Bundesliga und die Ligue 1 zu den grossen fünf Ligen des europäischen Fussballs zählt, wird es am Sonntagabend im Estadio da Luz in Lissabon erstmals in der Geschichte der Champions League zu einem Final zwischen einer deutschen und einer französischen Mannschaft kommen. In den Zeiten des 1956 begonnenen Meistercups gab es nur einmal einen solchen Final: 1976 siegte Bayern München gegen Saint-Etienne 1:0.

Telegramm

Lyon - Bayern München 0:3 (0:2)

Lissabon. - SR Lahoz (ESP). - Tore: 18. Gnabry (Kimmich) 0:1. 33. Gnabry 0:2. 88. Lewandowski (Kimmich) 0:3.

Lyon: Lopes; Denayer, Marcelo, Marçal (73. Cherki); Dubois (67. Tete), Caqueret, Bruno (46. Mendes), Aouar, Cornet; Depay (58. Dembélé), Ekambi (67. Reine-Adélaïde).

Bayern München: Neuer; Kimmich, Boateng (46. Süle), Alaba, Davies; Thiago (82. Tolisso), Goretzka (82. Pavard); Gnabry (75. Coutinho), Müller, Perisic (63. Coman); Lewandowski.

Bemerkungen: Lyon ohne Koné (verletzt). Bayern München komplett. 17. Pfostenschuss Ekambi. Verwarnungen: 35. Marcelo (Foul), 42. Marçal (Foul). 86. Mendes (Foul).

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