Champions League

Auch die Bayern sind im Achtelfinal, Lyon wohl draussen

Ribéry und Gomez trafen für die Bayern

Ribéry und Gomez trafen für die Bayern

Benfica Lissabon, Inter Mailand und Bayern München stehen in den Achtelfinals. Der FC Lyon, der die letzten neunmal auch dabei war, muss dagegen zittern. Die Franzosen brauchen im letzten Spiel einen Sieg und müssen 7 Tore Rückstand aufholen.

Gruppe A: Napolis grosser Sieg, Bayern vorzeitig Gruppensieger

Bayern München sicherte sich mit dem 3:1 gegen Villarreal vorzeitig den 1. Platz in der Gruppe A. Die grosse Geschichte wurde aber in Neapel geschrieben. Manchester City verlor gegen Inler und Co. 1:2 und steht als souveräner Leader der Premier League vor dem Out.

«El Matador» liess das San Paolo wieder mal erzittern. In der Serie A ist der Uruguayer Edinson Cavani noch nicht auf Touren gekommen und war erst viermal erfolgreich. Aber in der Champions League schiesst er die entscheidenden Tore. Gegen Manchester City war es eine Doublette; zwei Tore, welche Napoli in der harten Gruppe A auf Kosten des englischen Leaders bei der Champions-League-Premiere in die Achtelfinals bringen könnten.

Während Manchester City am letzten Spieltag Bayern München empfängt, tritt Napoli beim punktlosen Villarreal an. Ein Sieg bringt die Italiener weiter - und dürfte Manchester in eine Depression stürzen. Das mit mehreren hundert Millionen Euro hochgerüstete Team ist angetreten, um in dieser Saison alles zu gewinnen. In der Meisterschaft läuft es mit elf Siegen in zwölf Spielen wie geschmiert. Aber international tun sich Probleme auf. Nur gegen Aussenseiter Villarreal gab es bisher Siege. Gegen Bayern und Napoli dagegen in drei Partien nur einen Punkt.

In Neapel war die Leistung der Engländer letztlich zu wenig gut, um sich einen Zähler zu verdienen. Auf den ersten Gegentreffer von Cavani nach einem Corner reagierten sie noch anständig und mit dem Ausgleich durch Mario Balotelli. Aber nachdem kurz nach der Pause Cavani erneut aus kurzer Distanz erfolgreich gewesen war, kam von Manchester City lange fast nichts. Jedenfalls viel zu wenig für ein Team, das in der Premier League schon 42 Tore erzielt hatte.

Erst in der Schlussphase war Napolis Sieg nochmals in Gefahr. Und es war dabei ein Duell von Italienern gegen einen Italiener. Mario Balotelli hatte dreimal das 2:2 auf dem Fuss, er scheiterte dreimal an Morgan De Sanctis. Auch er, der im Sommer mit einem Transfer zu Napoli liebäugelte und nach seinem Ausgleich auch nicht gejubelt hatte, konnte die Eruptionen nach dem Schlusspfiff nicht verhindern. Napoli hatte ausgespielt, was die Mannschaft auszeichnet. Kämpfen und rennen, schnelle Konter setzen und darauf vertrauen, dass vorne Cavani die Tore schiesst.

Gökhan Inler gehörte im martialischen Team zu den härtesten Fightern. Durchhalten konnte der Schweizer aber nicht. Er wurde nach einer spielerisch diskreten Leistung und einem einzigen (schwachen) Abschluss, aber vielen gewonnenen Zweikämpfen nach 59 Minuten ausgewechselt und durch Blerim Dzemaili ersetzt. Inler musste die Bühne mit Rückenschmerzen verlassen. Er wurde von den 60'000 Tifosi wie ein Gladiator im alten Rom verabschiedet.

Wenn Bayern München in der Champions League antritt, sollten die Zuschauer pünktlich im Stadion sein. Gegen Villarreal schossen sie zum dritten Mal in der Gruppenphase schon in den ersten zehn Minuten das 1:0. Im Hinspiel hatten die Bayern in Spanien sieben Minuten für das erste Tor benötigt, in München offerierte Villarreals Innenverteidiger Marchena das Führungstor schon nach 100 Sekunden. Nach dem haarsträubenden Fehlpass des Internationalen bediente Toni Kroos Frank Ribéry, der zu seinem ersten Saisontor in der Champions League kam.

In den restlichen 88 Minuten interessierte nur noch die Frage, wie hoch der Sieg der Bayern ausfallen würde. Villarreal, mit null Punkten und null Perspektiven nach München gereist, liessen sich weitgehend vorführen. Die Partie wurde phasenweise zum Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen - und zur Frustbewältigung nach der 0:1-Niederlage im Bundesligaspitzenspiel gegen Dortmund.

Noch bevor eine halbe Stunde gespielt war erhöhte Mario Gomez im Nachschuss zum 2:0, nachdem Anatoli Timoschtschuk den Pfosten getroffen hatte. Nach der Pause schoss Ribéry nach einem weiteren schlimmen Fehler in der Abwehr von Villarreal das 3:1 (69.), nachdem De Guzman kurz nach der Pause unerwartet und beim einzigen vernünftigen Angriff der Spanier den Anschlusstreffer markiert hatte.

Die Bayern waren nie gefordert und schon gar nie gefährdet. Nach seinem Tor stemmte Ribéry vor der Fan-Kukrve noch ein paar Liegestützen. Vielleicht weil er wusste, dass er an diesem Abend im Spiel nicht an die Grenzen werde gehen müsste. «Für die Champions League ist es beschämend, was Villarreal hier abliefert», urteilte «Sky»-Experte Matthias Sammer schon zur Pause.

Gruppe B: Inter schon vor dem Anspiel im Achtelfinal

Mit einem 1:1 bei Trabzonspor in der Türkei sicherte sich das in der Serie A darbende Inter Mailand den vorzeitigen Sieg in der Gruppe B. Um Rang zwei buhlen Lille (2:0 bei ZSKA Moskau), ZSKA und Trabzonspor, das gegen die Italiener einen Vollerfolg verdient hätte.

Inter Mailand, das in der Türkei am Flughafen mit Geschenken empfangen worden war, stand schon dem Anpfiff als Achtelfinalist fest, da Lille in Moskau zum ersten Sieg im fünften Gruppenspiel kam. Die Italiener begnügten sich daher mit einer defensiven Taktik und gingen durch Riccardo Alvarez (18.) sogar in Führung. Wohl gelang Halil Altintop mit einem abgefälschten Weitschuss aus 22 Metern (23.) rasch der Ausgleich, doch mehr liessen Inter und das Glück nicht zu.

Der französische Meister Lille hat seine Achtelfinalschance erhalten. Die Franzosen setzten sich bei minus acht Grad auf dem Kunstrasen in Moskau gegen ZSKA mit 2:0 durch. Die Entscheidung brachten ein Eigentor von Wassili Beresuzki, der seinen eigenen Torhüter überlobte (49.), sowie ein Abstaubertor von Moussa Sow nach einem Pfostenschuss von Joe Cole (64.). Lille zog damit nach Punkten mit ZSKA Moskau gleich, dem der gesperrte Seydou Doumbia spürbar fehlte. Im abschliessenden Heimspiel gegen Trabzonspor kann Lille mit einem Heimsieg aus eigener Kraft in die Achtelfinals vorstossen.

Gruppe D: Torregen in Madrid

Fünftes Spiel, fünfter Sieg: Obwohl Real Madrid mit einem B-Team gegen das überforderte Dinamo Zagreb antrat, holte es zur grossen Goleada aus. 3:0 nach 9 Minuten, 4:0 nach 20 Minuten und 6:2 am Schluss. Die Frage lautet in der Gruppe D nur: wer wird Zweiter?

Lyon und Ajax Amsterdam trennten sich wie im Hinspiel torlos. Damit haben die Holländer, die bei den kriselnden Franzosen mehr Akzente setzten, weiterhin drei Punkte Vorsprung auf Lyon. Wenn Lyon zum zehnten Mal in Serie in die Achtelfinals vorstossen will, muss es in der Schlussrunde am 7. Dezember in Zagreb siegen und sieben Tore auf Ajax wettmachen.

Real Madrid kam leichter als im Training zum elften Pflichtsieg in Folge. Obwohl Trainer José Mourinho Stars wie Cristano Ronaldo, Iker Casillas, Sami Khedira oder Pepe schonte, rollte eine Angriffswelle nach der anderen gegen das weiter punktelose Dinamo Zagreb zu. Karim Benzema in der 2., José Maria Callejon in der 7. und Gonzalo Higuain in der 9. Minute schraubten das Skore in der fulminanten Startphase auf Klubrekord. So viele Treffer markierte Real in den ersten neun Minuten eines Spiels in der Königsklasse noch nie. Mesut Özil glückte nach einem Abpraller das 4:0 und trat zur zweiten Halbzeit ebenso wie Ramos und Xabi Alonso nicht mehr an. Mourinho gewährte andere Akteuren Spiel- und Lustpraxis. Callejon verdankte es mit dem 5:0 und auch der Franzose Benzema schoss mit dem 6:0 sein zweites Tor. Real steuerte einem Torrekord entgegen, den aber Fatos Beqiraj (81.) mit dem ersten Treffer in der Champions League für die Kroaten zerstörte, dem Tomecak in der Schlussminute ein zweites folgen liess, als Real gar nicht mehr geordnet war.

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