FUSSBALL
Wie der umworbene PSG-Stürmer Kylian Mbappé Real Madrid die Suppe versalzen will

Beim 1:0-Sieg von Paris-St. Germain über Real Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League schoss ausgerechnet Stürmerstar Kylian Mbappé den entscheidenden Treffer. Wollen die Madrilenen das Blatt noch wenden, ist ein mutiger Auftritt Zuhause zwingend.

Pascal Däscher
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PSG-Superstar Kylian Mbappé steht auch im Rückspiel gegen Real Madrid im Mittelpunkt.

PSG-Superstar Kylian Mbappé steht auch im Rückspiel gegen Real Madrid im Mittelpunkt.

Ian Langsdon / EPA

Bei PSG ist Kylian Mbappé, der 23-jährige Ausnahmekönner aus Paris, die prägende Figur. Im Hinspiel war Mbappé, der im Sommer womöglich ablösefrei zu Real Madrid wechseln wird, entscheidend am Erfolg seines Teams beteiligt. Mit seinem sehenswerten Tor in der 93. Minute verschaffte Mbappé PSG eine gute Ausgangslage für das anstehende Rückspiel.

Bereits im vergangenen Jahr versuchten die Verantwortlichen von Real Madrid, Mbappé zu verpflichten. Die Pariser Verantwortlichen um Präsident Nasser Al-Khelaifi ihrerseits sind nach wie vor bereit, alles zu tun, um Mbappé zu halten. Gemäss der spanischen Sportzeitung «Sport.es» möchte Mbappé aber der Starspieler seines Vereins sein und in jeder Hinsicht die Hauptrolle spielen. Er möchte entscheiden, auf welcher Position er im Angriff spielt, er will der Elfmeterschütze seines Teams sein. Unabhängig davon, ob seine Mitspieler Messi oder Neymar heissen.

Mbappé für das Rückspiel fraglich

Im Spiel von PSG hängt vieles von der Form des Franzosen ab. Christophe Galtier, Trainer von Nizza, sagte unmittelbar nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft beim Spiel am Wochenende gegen PSG an der Pressekonferenz: «Es gibt ein PSG mit Mbappé und ein PSG ohne Mbappé». Die grosse Frage ist, ob der 23-Jährige für das Rückspiel überhaupt fit wird. Gemäss der französischen Sportzeitung «L’Équipe» hat Mbappé am Montagmorgen einen Schlag auf den Fuss bekommen, worauf er das Training vorsichtshalber abbrach. Der Stürmer von PSG soll aber gegen Real Madrid spielen können.

Paris im Kriechgang

PSG kassierte am vergangenen Wochenende gegen Nizza (0:1) die zweite Niederlage in den vergangenen drei Liga-Partien. Diese Serie ist beachtlich, haben die Pariser in der gesamten Saison erst drei Spiele verloren. Immerhin bleibt der Vorsprung mit 13 Punkten auf den ersten Verfolger Nizza komfortabel. Dennoch müssen die zuletzt schwachen Vorstellungen (vor allem auswärts) Anlass zur Diskussion geben. Für den angezählten PSG-Trainer Mauricio Pochettino ist dieses Rückspiel daher besonders wichtig, möchte er im Amt bleiben.

Das Pariser Starensemble schied zwischen 2017 und 2019 dreimal in Folge im Achtelfinal der Champions League aus, obwohl das jeweilige Hinspiel zweimal mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewonnen werden konnte (u.a. die 1:6-Niederlage in Barcelona, nach 4:0 im Hinspiel). Die Pariser sind also gewarnt, sich nicht auf dem im Hinspiel erarbeiteten dünnen Vorsprung auszuruhen.

Real Madrid zuletzt gut in Form

Die Qualitäten von Real Madrid stehen hinsichtlich einer möglichen Wende ausser Frage. Zuletzt hat Carlo Ancelottis Team drei Siege in Folge in «La Liga» aneinandergereiht, zuletzt ein 4:1 gegen Real Sociedad. In der Liga ist Madrid ist aktuell klarer Tabellenführer (acht Punkte vor Sevilla). Seit der sensationellen Niederlage gegen Sheriff Tiraspol im vergangenen September (1:2) sind die Madrilenen zu Hause seit 13 Spielen ungeschlagen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Bernabeu gab es vor rund zweieinhalb Jahren ein 2:2. In den letzten drei Ausgaben der Champions League schied Real Madrid zweimal im Achtelfinale aus und kam zudem nur in einem der letzten zehn K.o.-Spiele weiter, nachdem man das Hinspiel verloren hatte.

Mbappé als Spielverderber?

Sollte sich herausstellen, dass Mbappés Treffer im Hinspiel das Aus der «Blancos» in der Champions League besiegeln würde, wird Mbappé in Madrid womöglich nicht von allen mit offenen Armen empfangen werden.