Fussball
Ein Biotop von Sonnenkönigen, Hündelern, Egomanen und Exoten – Diese Männer halten den Schweizer Fussball in Atem

Christian Constantin, die Canepas, Bernhard Alpstaeg, Matthias Hüppi und Sky Sun haben bei ihren Vereinen das Sagen. Und sorgen nicht nur für Emotionen, sondern auch für Schmunzeln und Kopfschütteln.

François Schmid-Bechtel, Christian Brägger, Daniel Wyrsch und Simon Häring
Drucken
Teilen
Cilla, der Hund der Canepas, auf dem Spielfeld des Letzigrund.

Cilla, der Hund der Canepas, auf dem Spielfeld des Letzigrund.

Claudio Thoma / freshfocus

Ancillo Canepa, Präsident FC Zürich

Mit seinem Einstieg kam der Erfolg. Meister 2006, Meister 2007, Meister 2009. Und mit Canepa wurde es auch wieder laut im Letzigrund. Es kam zum Zerwürfnis mit den Kollegen im Verwaltungsrat. Es gab Streit mit entlassenen Trainern (Fringer und Fischer).

Er schimpft Krawallbrüder in FCZ-Trikots auch mal Idioten. 2013 übernahm er mit seiner Frau Heliane die Aktienmehrheit. Neben dem Fussball sind die Canepas begeisterte «Hündeler». Jüngst hatte sich einer der Hunde während eines Spiels auf den Platz des Letzigrunds verirrt. Und für einen Spielunterbruch gesorgt.

Heliane und Ancillo Canepa haben beim FCZ das Sagen.

Heliane und Ancillo Canepa haben beim FCZ das Sagen.

Steffen Schmidt/Freshfocus / freshfocus

Christian Constantin, Sion-Präsident

Er griff schon einmal den TV-Experten Rolf Fringer tätlich an, und entliess während der Coronakrise die halbe Mannschaft fristlos. Der FC Sion ist das Lieblingsspielzeug des Walliser Sonnenkönigs. Berüchtigt ist «CC» für seinen Trainerverschleiss: Jüngst entliess er mit Fabio Grosso zum 54. Mal in 23 Jahren den Trainer. Und stellte sich gleich selber an die Seitenlinie.

Bernhard Alpstaeg, Mehrheitsaktionär FC Luzern

Seit dem Rückzug von Walter Stierli ist der 75-jährige Bernhard Alpstaeg der starke Mann in Luzern. Mit 52 Prozent ist er Mehrheitsaktionär der Holding AG, dazu gehören ihm 60 Prozent der Stadion AG. Wer bezahlt, der befiehlt. Und deshalb erlaubt sich Alpstaeg ab und zu auch einen Spruch. Als der Posten des Sportchefs zu besetzen war, sagte er: «Wir brauchen einen mit einer anständigen Frisur. Nicht so wie Herrmann.»

Nie um einen Spruch verlegen: Bernhard Alpstaeg (r.).

Nie um einen Spruch verlegen: Bernhard Alpstaeg (r.).

Feshfocus / Daniela Frutiger

Matthias Hüppi, Präsident FC St. Gallen

Einen Namen machte sich der 62-Jährige als Moderator und Kommentator beim Schweizer Fernsehen. Anfang Januar 2018 übernahm Hüppi das Amt als Präsident des FC St. Gallen, das von 2008 bis 2010 sein Bruder Michael bekleidet hatte. Fast zeitgleich wurde bei den Ostschweizern Alain Sutter Sportchef, der Hüppi als TV-Experte viele Jahre begleitet hatte. Mit Erfolg: 2019/20 wurde der FC St. Gallen Vizemeister hinter den Young Boys.

St. Galler Erfolgsduo: Sportchef Sutter und Präsident Hüppi.

St. Galler Erfolgsduo: Sportchef Sutter und Präsident Hüppi.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Sky Sun, Präsident Grasshoppers

Erst diesen Mittwoch, 341 Tage nachdem er das Präsidium beim Schweizer Rekordmeister (27 Titel) als Statthalter der mysteriösen Besitzerin Jenny Wang angetreten hat, ist Sky Sun aus Hongkong nach Zürich gereist. Der Grund: Corona. Vor der Abstimmung für ein neues Stadion hatte der Chinese in einer Videobotschaft noch von «Tschii Sii» gesprochen. Für Spott und Hohn war gesorgt. Am Mittwoch machte es Sky Sun besser.

GC-Präsident Sky Sun ist endlich in Zürich angekommen.

Youtube.com/86TV

Aktuelle Nachrichten