Weltklasse Zürich

Fünf Stars, die bei Weltklasse Zürich die Fans begeistern

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Heute Abend ist die Diamondleague zu Gast in Zürich. Im Letzigrund werden an der «Weltklasse Zürich» viele Stars antreten - zu fünf davon haben wir eine spezielle Geschichte rausgesucht.

Ruth Jebet: Gold für ein fremdes Land

Im November wird die gebürtige Kenianerin 20 Jahre alt. Seit fünf Tagen hält die Olympiasiegerin über die 3000 m Hindernis den Weltrekord. In Paris pulverisierte die seit 2013 für Bahrain startende Jebet mit 8:52,78 Minuten die Bestzeit der Russin Galkina aus dem Jahre 2008 um mehr als sechs Sekunden. Die Bestmarke war eigentlich schon in Rio fällig, hätte Jebet auf den letzten Metern nicht das Tempo gedrosselt. Bahrain köderte das Talent unter anderem mit einem Stipendium für ein Studium der Tiermedizin. Jebets Vater begrüsst, dass seine Tochter für das fremde Land startet: «Sie hat mir ein Haus gebaut, Land und zwei Milchkühe gekauft. Ich bin froh, nicht mehr unter einem Strohdach schlafen zu müssen.»

Kendra Harrison: Weltrekord statt Olympiateilnahme


Welch ein Drama. Die Dominatorin der Saison über die 100 m Hürden darf nicht nach Rio. Bei den US-Trials, den Ausscheidungskämpfen der Amerikanerinnen, leistete sich Harrison, die in dieser Saison zuvor alle Rennen gewonnen hatte und im Diamond Race uneinholbar führt, einen Aussetzer: Platz 6. Anders als bei Usain Bolt, der die jamaikanischen Trials wegen einer Verletzung verpasste, kennen die USA keine Gnade. Die 23-Jährige muss zuschauen, wie ihre Landsfrauen in Rio den kompletten Medaillensatz abräumen. Zuvor rächt sich Harrison: In London, wenige Tage nach den Trials, läuft sie in 12,20 Sekunden Weltrekord und löst die Bulgarin Donkowa ab, die 1988 eine Hundertstel langsamer war.

Dafne Schippers: Vom Siebenkampf zur Gepardin

Die ehemalige Siebenkämpferin Dafne Schippers ist die schnellste weisse Frau der Welt. Erst vor zwei Jahren wechselte die Holländerin aufgrund einer Verletzung vom Mehrkampf in die reinen Sprintdisziplinen. Die völlig richtige Entscheidung. Gold (200 m) und Silber (100 m) an der WM 2015 in Peking folgte jetzt in Rio Olympia-Silber über 200 m. Schippers hatte aufgrund ihrer starken zweiten 100 Meter im Vorfeld gar mit Gold über ihre Paradestrecke geliebäugelt, doch trotz des Sturzes ins Ziel fehlten am Ende zehn Hundertstel zur jamaikanischen Doppelolympiasiegerin Elaine Thompson. In Zürich bittet die Holländerin, die im Diamond Race überzeugend führt, die Jamaikanerin zur Revanche.

LaShaun Merritt: Um keine Ausrede verlegen

Die Begründung, warum die Anti-Doping-Behörden 2010 dreimal das verbotene Steroid Dehydroepiandrosteron in Merritts Urin fanden, ist so kurios, dass sie fast stimmen muss. Der Doppel-Olympiasieger von Peking 2008 und Doppelweltmeister von Berlin 2009 gab an, ein Mittel zur Penisvergrösserung zu sich genommen zu haben. Nach der 21-monatigen Sperre knüpft der Amerikaner nahtlos an die guten Leistungen an. Der 30-Jährige gewann in Rio über 400 m Bronze sowie mit der 4x400m-Staffel Gold und steht nach 2014 und 2015 kurz vor dem dritten Triumph im Diamond Race. Weil der neue Weltrekordhalter und Olympiasieger Wayde van Niekerk in Zürich fehlt, gilt Merritt als Favorit.

Kariem Hussein: Der Schweizer Trumpf


Vor einem Jahr gelang dem Thurgauer Hürdenläufer jener Erfolg, auf den das Schweizer Heim-Publikum so lange warten musste. Hussein siegte als erster Schweizer seit André Bucher 2001 in Zürich. Der Letzigrund ist für ihn ein gutes Pflaster. 2015 wurde der 27-Jährige dort Europameister. Für Hussein, der wegen einer Fussverletzung in Rio im Vorlauf die Segel streichen musste, wird es schwer, den Triumph zu wiederholen. Mit Olympiasieger Clement und Silbermedaillen-Gewinner Tumuti ist die Konkurrenz gross. Dennoch atmeten die Organisatoren auf, als der Publikumsmagnet seinen Start bestätigte. «Die Schmerzen im Fuss sind fast weg. Ich fühle mich gut. Wir werden sehen, wozu das reicht», sagt Hussein.

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