Kolumne Langlauf-WM
Die Stunde der Exoten: Wenn Beachboys auf Langlaufskis durch den Schnee stolpern

Am ersten Wettkampftag der Nordischen Ski-WM versuchten sich jene Sportler in der Loipe, deren Herkunftsländer Schnee nur vom Hörensagen kennen.

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Nzumbe Nyanduga aus Tansania muss auf der WM-Loipe zumindest nicht frieren.

Nzumbe Nyanduga aus Tansania muss auf der WM-Loipe zumindest nicht frieren.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Brasilien, Thailand oder doch lieber Mexiko? Die täglich wiederkehrende Corona-Routine im Home Office macht Fernweh zur ultimativen Sehnsucht unzähliger Menschen. Abenteuer in exotischen Gefilden. Ferien am pudrigen Sandstrand. Hauptsache der Realität entfliehen.

Exotische Sehnsüchte entwickeln offensichtlich auch Bewohner unserer Traumdestinationen. Sie leben sie in der Langlaufloipe aus. Die Qualifikationsrennen zu Beginn von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen dienen dem Drang der Sportverbände nach Artenvielfalt und schaffen es in der Sparte «Pleiten, Pech und Pannen» regelmässig in die TV-Zusammenfassung. Ob es letztlich der Langläufer aus Tansania, Libanon, Malaysia oder Trinidad ist, der grotesk-komisch über die eigenen Skis strauchelt, ist dabei sekundär.

Und die Nordischen Skifreunde aus südlichen Gefilden geniessen derzeit in Oberstdorf so etwas wie Heimvorteil. Bei knapp 20 Grad war an ihrem Rennen fast so viel Wasser wie Schnee in der Loipe und dank Sahara-Winden sogar Sand in der Luft.