Ex-Kriens-Fussballer Jan Elvedi fühlt sich in Regensburg wohl: Jan passt zu Jahn

Verteidiger Jan Elvedi (24) überzeugt in der 2. Bundesliga. Sein Wunsch: Später mal in die 1. Bundesliga zu wechseln.

Turi Bucher
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Jan Elvedi (links), hier im Zweikampf mit dem Braunschweiger Fabio Kaufmann.

Jan Elvedi (links), hier im Zweikampf mit dem Braunschweiger Fabio Kaufmann.

Bild: Armin Weigel/Keystone (Regensburg, 23.Oktober 2020)

Seine Juniorenzeit hatte er beim FC Winterthur absolviert. Im Sommer 2018 war er dann zum SC Kriens in die Challenge League gestossen. Im Sommer dieses Jahres, kurz vor Saisonende, verliess er den SCK wieder: Jan Elvedi (24), genauso zuverlässiger Innenverteidiger wie sein Zwillingsbruder Nico bei Borussia Mönchengladbach, konnte nämlich einen Vertrag bei Jahn Regensburg in der 2. Bundesliga unterschreiben.

Jan Elvedi hat den ziemlich grossen Sprung von der Schweizer Challenge League in die 2. Deutsche Bundesliga geschafft. Denn: Jan passt zu Jahn. Elvedi spielte in allen bisherigen 10 Bundesliga-Partien für die Regensburger über die gesamte Zeit, dazu kommt noch das bisher einzige Pokalspiel über 120Minuten. «Ich habe mich gut eingelebt in Regensburg», sagt Elvedi, «ich fühle mich wohl hier». Elvedi wohnt etwas ausserhalb von Regensburg in Schierling in einer Doppelhaus-Hälfte und hat mit dem Auto rund eine Viertelstunde zum Trainingsgelände und zum Regensburger Jahnstadion. Im März/April des neuen Jahres soll auch Elvedis Freundin Viviane, die zurzeit noch in der Schweiz arbeitet, nach Schierling ziehen.

Düsseldorf, Nürnberg und Hannover hinter dem Jahn

Elvedi hat beim deutschen Zweitligisten einen Zweijahresvertrag unterschrieben. «Mit der Option, dass sich der Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert, wenn ich 22 Spiele absolviert habe.» «Der Jahn», wie die Fans ihren Klub in der Oberpfalz nennen, ist laut Elvedi sportlich im Soll. Das heisst: im Mittelfeld. Es ist in der Bundesliga-Tabelle nach vorne vieles möglich (nur 4Punkte Rückstand auf Rang 1), aber nach hinten vor allem gefährlich (nur 4 Punkte Vorsprung auf den Barragerang 16). Nach 10 Runden steht Regensburg auf dem 9. Rang von 18 Plätzen, die letzte Partie gegen Erzgebirge Aue wurde auswärts mit 2:0 gewonnen. Am Samstag steht die Begegnung mit Spitzenreiter Holstein Kiel an.

Hinter Regensburg platziert sind ehemalige Bundesliga-Kaliber wie Düsseldorf, Nürnberg oder Hannover. Elvedi: «Wir hatten einen sehr guten Start, verloren dann aber dreimal in Serie. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Mit dem 9. Rang sind wir auf Kurs. Mit einer Spitzenposition zu liebäugeln, wäre ein falsches Ziel.» Klar, der Jahn und Jan verfolgen verschiedene Ziele: Die Regensburger sehen sich als 2.-Bundesliga-Verein, Elvedi möchte dereinst bei einem grösseren Klub in der 1. Bundesliga spielen. Vielleicht bei Borussia Mönchengladbach in der Innenverteidigung neben seinem fünf Minuten jüngeren Bruder Nico. «Natürlich kann ich mir vorstellen, fussballerisch weiterzukommen», sagt Jan Elvedi, «aber zuerst muss ich mich hier in Regensburg, hier in der 2. Bundesliga etablieren». Sein bisher stärkster Gegenspieler? «Branimir Hrgota von Greuther Fürth», antwortet der 24-jährige Elvedi. Fürth war zwischenzeitlich Tabellenleader, der in Bosnien geborene Schwede Hrgota hat bisher fünf Tore erzielt.

Elvedi verfolgt von Regensburg aus auch seinen ehemaligen Verein SC Kriens, der für ihn das Sprungbrett in die 2. Bundesliga war. Dass es den Kriensern in der Challenge League nicht so rund läuft wie noch vor einem Jahr (mit Elvedi), beunruhigt den Blondschopf nicht.

«In Kriens sind einige neue Spieler dazu gekommen. Das braucht ein bisschen Zeit, bis es harmoniert.»

Essen im Restaurant liegt nicht drin

In Deutschland, dort, wo die Corona-Einschränkungen noch einschneidender sind als in der Schweiz, bleibt für Jan Elvedi nur der tägliche Weg von Schierling ins Training und zurück. Im Supermarkt mal Lebensmittel einkaufen, ja, aber im Restaurant essen gehen, liegt schon nicht mehr drin. Ein Highlight: «Zuletzt hatten wir eine kleine Pokerrunde mit Teamkollegen.» Alle fünf Tage müssen die Profifussballer zum Coronatest. Auch eine Fahrt zu einem Spiel seines Zwillingsbruders lohnt sich nicht: «Einerseits dürfen ja sowieso keine Zuschauer ins Stadion. Und andererseits ist die Distanz von Regensburg nach Mönchengladbach in etwa dieselbe, wie wenn ich von Kriens aus fahren würde. Rund sechs Stunden.» Während Weihnachten wird Elvedi ganz kurz seine Eltern in Dübendorf besuchen. «Kurz, weil wir ja am 23.Dezember noch ein Spiel haben und es am 3.Januar gegen den Hamburger SV bereits wieder losgeht.»

Elvedis privater Weihnachtswunsch: «Ich hätte gerne einen.» Von allein wird der aber nicht in die Wohnung in Schierling kommen. Also …wie es sich für einen Bundesliga-Neuling gehört: «Ja, ich muss selber aktiv werden.»