EM-Kolumne
Liebe Österreicher, meint ihr ernsthaft, wir sind euch dankbar? Der Schmerz sitzt viel zu tief!

Österreichs Fussballer helfen dank ihrem 1:0 gegen die Ukraine der Schweiz auf dem Weg in den EM-Achtelfinal. Musste das wirklich sein? Warum ein Geschenk aus Österreich einfach nur schrecklich ist und alte Wunden im Skisport aufreisst.

Etienne Wuillemin aus Rom
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Österreich besiegt die Ukraine - und sorgt dafür, dass sich die Schweiz für den EM-Achtelfinal qualifziert.

Österreich besiegt die Ukraine - und sorgt dafür, dass sich die Schweiz für den EM-Achtelfinal qualifziert.

Vadim Ghirda / AP

Was haben wir uns für Sorgen gemacht! Die tolle Leistung gegen die Türkei - plötzlich nichts mehr wert? Weil vier Punkte vielleicht doch nicht genügen, um unter den besten Gruppendritten zu sein? Wir waren zum Warten verdammt, sahen uns schon zitternd und fluchend vor dem Fernseher in Rom. Aber dann kamt ihr, liebe Österreicher, und habt die Schweiz erlöst! Dank euch ist unsere Nati für den EM-Achtelfinal qualifiziert.

Nun glaubt ihr vielleicht, dass wir euch unendlich dankbar sind, Glückwünsche nach Wien schicken, uns mit euch freuen über euren ersten EM-Achtelfinal überhaupt. Das Gegenteil ist wahr! Die Schweiz von Österreich abhängig - viel schrecklicher kann ein Satz niemals lauten.

Verlieren hättet ihr sollen! Vorzeitig nach Hause fahren! Denn im Sport gilt: Nur ein ausgeschiedener Österreicher ist ein guter Österreicher. Was auf den Skipisten Gesetz ist, darf auch auf dem Rasen nicht anders sein. Die Nationenwertung im Ski-Weltcup haben wir euch zwar längst entrissen. Und unser Beat Feuz hat endlich Kitzbühel erobert. Es waren die schönsten Siege seit einer Ewigkeit. Und doch: Der Stachel der letzten Ski-WM sitzt noch immer tief: Der Triumph im Medaillenspiegel war fest einberechnet. Aber nein, es musste ja diese fragwürdigen Parallel-Rennen und eine unfaire Kombination geben, dass Österreich am Ende trotz weniger Medaillen zuoberst stand, weil die goldenen mehr zählen.

Gewann dieses Jahr zum ersten Mal in Kitzbühel: Beat Feuz.

Gewann dieses Jahr zum ersten Mal in Kitzbühel: Beat Feuz.

Christian Bruna / EPA

Und kürzlich erst - was sollte dieses Schmierentheater eures Skipräsidenten Schröcksnadel? Hinter dem Rücken gegen unseren designierten neuen Fis-Präsidenten Urs Lehmann weibeln, geht‘s eigentlich noch?! Das verzeihen wir euch nie. Und darum wollen wir auch keine Hilfe von euch.

Zum Ende bleibt nur diese eine Freude: Der nächste Samstag, 21:00 Uhr, ist fest eingeplant. Dann schauen wir vor dem TV, wie Italien auch euch den Hintern versohlt. Schöner wird kein Spiel mehr an dieser EM!

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