EM-Barrage
Tief durchatmen: Die Schweizerinnen setzen sich im Elfmeterschiessen gegen Tschechien durch und qualifizieren sich für die EM 2022

Ein wahrer Fussball-Krimi in Thun. Die Schweizerinnen qualifizieren sich nach einer turbulenten Partie gegen Tschechien für die EM in England im Juli 2022.

Raphael Gutzwiller
Merken
Drucken
Teilen
Kapitänin Lia Wälti und Trainer Nils Nielsen Nils freuen sich über die geschaffte Qualifikation.

Kapitänin Lia Wälti und Trainer Nils Nielsen Nils freuen sich über die geschaffte Qualifikation.

Alessandro Della Valle / Keystone

Katerina Svitkova ist die letzte Schützin in diesem alles entscheidenden Penaltyschiessen. Sie läuft an, scheitert anders als ihre Kolleginnen vor ihr nicht an der überragenden Gaëlle Thalmann im Schweizer Tor, dafür hämmert sie den Ball an die Latte. Der Fehlschuss bedeutet den Sieg der Schweizerinnen und die damit verbundene Qualifikation für die Europameisterschaft 2022 in England.

Nach Abpfiff sind die Jubelschreie der Schweizerinnen laut, während sich die enttäuschten Tschechinnen leise von dannen machen. So befreiend der Jubel der Spielerinnen nach der Partie ist – er dürfte auch einem grossen Durchatmen gleichkommen. Endlich haben sie dann gewonnen, wenn es wirklich zählt. Bisher haftet dieser talentierten Equipe der Makel an, im entscheidenden Moment jeweils zu enttäuschen. Nach dem 0:4 im letzten Qualifikationsspiel gegen Belgien wurden Erinnerungen wach an weitere enttäuschende Entscheidungsspiele.

Der fehlende Beweis

Die Schweizerinnen fokussieren sich vor Spielbeginn.
12 Bilder
Tschechische Härte: Bachmann wird von Martinkova gefoult
Auch Wälti bekommt die tschechische Härte zu spüren.
Erfolglose erste Halbzeit: Bachmann konnte ihr Können nicht zur Schau stellen.
Votikova im Tor der Tschechinnen.
Thalmann hielt den Kasten den Schweizerinnen in der ersten Halbzeit sauber.
Bachmann versucht sich immer wieder im 1 gegen 1.
Die erst 18-Jährige Foelmli kann sich noch nicht so richtig durchsetzen.
Die Tschechinnen jubeln nach ihrem Führungstreffer.
Und nur wenige Minuten später kann Sow jubeln.
Die Schweizerinnen zeigen sich nach dem wichtigen Ausgleich erleichtert.
Sie qualifizieren sich für die EM 2022 in England!

Die Schweizerinnen fokussieren sich vor Spielbeginn.

Urs Lindt / freshfocus

Diesmal aber überspringt die Schweiz die letzte Hürde. Doch so emotional und wichtig diese Qualifikation für das Schweizer Nationalteam ist, so wenig berauschend ist die Leistung in den vorangegangenen 120 Minuten. Das Duell zwischen den beiden EM-Anwärter hat schon im Hinspiel magere Kost geboten, im Rückspiel unterbieten sich die beiden Teams nochmals. Auch der im Vergleich zum Hinspiel in Chomutov bessere Untergrund – auf dem Thuner Kunstrasen – führt zu keinem spielerischen Höhenflug der Schweizerinnen. Sie können den Beweis, an eine Europameisterschaft zu gehören, in diesem Barrageduell nicht erbringen.

Nationaltrainer Nils Nielsen hatte im Vorfeld der Partie von seiner wichtigsten Partie gesprochen und angekündigt, dass die Schweizerinnen nervös sein werden vor dieser wichtigen Partie. Auch während diesem Entscheidungsspiel können sie jene Nervosität lange nicht ablegen. So gut die Tschechinnen im Vorfeld von den Schweizerinnen gemacht wurden: Der Anspruch der Schweiz müsste sein, dass man einen so bescheidenen Gegner dominieren kann.

Nach Abpfiff sind die Jubelschreie der Schweizerinnen laut, während sich die enttäuschten Tschechinnen leise von dannen machen. So befreiend der Jubel der Spielerinnen nach der Partie ist – er dürfte auch einem grossen Durchatmen gleichkommen. Endlich haben sie dann gewonnen, wenn es wirklich zählt. Bisher haftet dieser talentierten Equipe der Makel an, im entscheidenden Moment jeweils zu enttäuschen. Nach dem 0:4 im letzten Qualifikationsspiel gegen Belgien wurden Erinnerungen wach an weitere enttäuschende Entscheidungsspiele.

Der fehlende Beweis

Diesmal aber überspringt die Schweiz die letzte Hürde. Doch so emotional und wichtig diese Qualifikation für das Schweizer Nationalteam ist, so wenig berauschend ist die Leistung in den vorangegangenen 120 Minuten. Das Duell zwischen den beiden EM-Anwärter hat schon im Hinspiel magere Kost geboten, im Rückspiel unterbieten sich die beiden Teams nochmals. Auch der im Vergleich zum Hinspiel in Chomutov bessere Untergrund – auf dem Thuner Kunstrasen – führt zu keinem spielerischen Höhenflug der Schweizerinnen. Sie können den Beweis, an eine Europameisterschaft zu gehören, in diesem Barrageduell nicht erbringen.

Nationaltrainer Nils Nielsen hatte im Vorfeld der Partie von seiner wichtigsten Partie gesprochen und angekündigt, dass die Schweizerinnen nervös sein werden vor dieser wichtigen Partie. Auch während diesem Entscheidungsspiel können sie jene Nervosität lange nicht ablegen. So gut die Tschechinnen im Vorfeld von den Schweizerinnen gemacht wurden: Der Anspruch der Schweiz müsste sein, dass man einen so bescheidenen Gegner dominieren kann.

Viel Kampf zwischen Eva Bartonova (links) und Alisha Lehmann.

Viel Kampf zwischen Eva Bartonova (links) und Alisha Lehmann.

Sven Thomann/Freshfocus

Stattdessen agieren die Schweizerinnen verhalten. Nach vorne geht wenig, in der Defensive fehlt die Konsequenz. Damit bauen sie ihre Kontrahentinnen aus Tschechien auf. Und so kommt, was kommen muss: Katerina Svitkova – ausgerechnet jene Spielerin, die später den entscheidenden Penalty verschiessen sollte – fasst sich in der 51. Minute ein Herz und trifft aus der Distanz zum 1:0.

Dass dieses Schweizer Team durchaus Potenzial besitzt, zeigt es in den darauffolgenden zehn Minuten. Für das Schweizer Highlight sorgt die erneut beste Schweizer Feldspielerin, Lia Wälti. Die Kapitänin lanciert mit einem weiten Ball Coumba Sow, die an der herauseilenden Torhüterin Barbora Votikova vorbei ins Netz einschieben kann. 1:1, wie im Hinspiel.

Doch diesem Nationalteam fehlt es noch an Reife und Cleverness. Sie fällt wieder ins alte Fahrwasser zurück. Gegen müde Tschechinnen kann es nach dem Ausgleichstreffer keine gefährliche Torchance erspielen – weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung.

Selbst das Penaltyschiessen startet miserabel. Mit Malin Gut und Coumba Sow verschiessen sogleich die ersten beiden Schützinnen. Dass am Ende dennoch die Schweizerinnen jubeln, liegt an Thalmann. Die Torhüterin pariert doppelt, und am Schluss hilft auch noch das Aluminium. Tief durchatmen. Die Schweiz hat es geschafft.

Stattdessen agieren die Schweizerinnen verhalten. Nach vorne geht wenig, in der Defensive fehlt die Konsequenz. Damit bauen sie ihre Kontrahentinnen aus Tschechien auf. Und so kommt, was kommen muss: Katerina Svitkova – ausgerechnet jene Spielerin, die später den entscheidenden Penalty verschiessen sollte – fasst sich in der 51. Minute ein Herz und trifft aus der Distanz zum 1:0.

Zehn starke Minuten mit der Belohnung

Dass dieses Schweizer Team durchaus Potenzial besitzt, zeigt es in den darauffolgenden zehn Minuten. Für das Schweizer Highlight sorgt die erneut beste Schweizer Feldspielerin, Lia Wälti. Die Kapitänin lanciert mit einem weiten Ball Coumba Sow, die an der herauseilenden Torhüterin Barbora Votikova vorbei ins Netz einschieben kann. 1:1, wie im Hinspiel.

Dass es diesem Nationalteam noch an Reife und Cleverness fehlt, zeigt die Tatsache, dass es wieder ins alte Fahrwasser zurückfällt. Gegen müde Tschechinnen kann es nach dem Ausgleichstreffer keine gefährliche Torchance erspielen – weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung.

Wird zur Schweizer Heldin: Torhüterin Gaëlle Thalmann.

Wird zur Schweizer Heldin: Torhüterin Gaëlle Thalmann.

Alessandro Della Valle / EPA

Selbst das Penaltyschiessen startet miserabel. Mit Malin Gut und Coumba Sow verschiessen sogleich die ersten beiden Schützinnen. Dass am Ende dennoch die Schweizerinnen jubeln, liegt an Thalmann. Die Torhüterin pariert doppelt, und am Schluss hilft auch noch das Aluminium. Tief durchatmen. Die Schweiz hat es geschafft.

Zum Nachlesen: Das Spiel im Live-Ticker