Eishockey

Swiss-League-Meister: Langenthals dritter Streich in sieben Jahren

Langenthals Captain Stefan Tschannen: Bei allen drei Titelgewinnen mit von der Partie und Torschütze der wichtigsten Goals in diesen Playoffs.

Langenthals Captain Stefan Tschannen: Bei allen drei Titelgewinnen mit von der Partie und Torschütze der wichtigsten Goals in diesen Playoffs.

Der Schlittschuhclub Langenthal holt zum dritten Mal nach 2012 und 2017 den Meistertitel in der Swiss League - und qualifiziert sich für die Ligaqualifikation gegen die Lakers oder Davos.

Erstmals seit 2013 (damals Lausanne - Olten 4:0) ging der Playoff-Final der zweithöchsten Spielklasse wieder mit 4:0 aus. Finalgegner La Chaux-de-Fonds dominierte den ersten Final, führte in diesem bis 44 Sekunden vor Schluss vor eigenem Publikum 2:1, verlor Spiel 1 aber nach nur 88 Sekunden Verlängerung noch mit 2:3 und erholte sich von diesem Tiefschlag nicht mehr. La Chaux-de-Fonds erzielte während der gesamten Finalserie bloss drei Tore. Im vierten Final gingen die Neuenburger Gäste nach 13 Minuten durch Adam Hasani nochmals in Führung. Diesen Vorsprung vermochte La Chaux-de-Fonds aber bloss 94 Sekunden lang zu halten.

Der SC Langenthal ist Swiss-League-Meister

Am Ende war der SC Langenthal gewiss der verdiente Meister. Die Langenthaler dominierten während der letzten zwei Monate die Liga fast nach Belieben. Sie beendeten die Qualifikation mit zehn Siegen aus den letzten elf Runden. Sie eliminierten in Viertel- und Halbfinals mit Kloten (4:1) und Olten (4:2) jene Teams, die mit dem Aufstieg in die National League liebäugelten. Und im Final liessen die Oberaargauer dem Qualifikationssieger La Chaux-de-Fonds nicht den Hauch einer Chance. Trainer Per Hanberg verlieh dem SCL aus dem Oberaargau die gleiche defensive Stabilität wie bei den ersten beiden Titelgewinnen schon Heinz Ehlers (2012) und Jason O'Leary (2017).

4002 Zuschauer in der erstmals diese Saison ausverkauften Schoren-Halle standen am Ende Spalier beim Titelgewinn und der Pokalübergabe. Die Langenthaler können diesmal den Meistertitel ausgiebig feiern, denn bis zum ersten Spiel der Ligaqualifikation bleiben noch neun Tage Zeit.

Als herausragende Figuren beim Titelgewinn ragten Goalie Philip Wüthrich, Captain Stefan Tschannen und die Kanadier Brent Kelly und Pascal Pelletier aus dem grandiosen Ensemble heraus. Goalie Wüthrich kassierte in der Finalserie während 150:02 Minuten kein Gegentor. Tschannen erzielte in den Playoffs nur drei Tore, darunter aber die wichtigsten - wie den 2:2-Ausgleich in Spiel 1 in La Chaux-de-Fonds und das Siegtor in Spiel 4 in doppelter Überzahl. Brent Kelly beendet nach neun erfolgreichen Jahren in Langenthal in diesem Frühling seine Karriere. Der Kanadier war der Langenthaler Antreiber bei allen drei Titelgewinnen. Pelletier stiess erst im Januar zu Langenthal. Er skorte in 25 Spielen im Schnitt mehr als einen Punkt pro Partie und kam zum zweiten Meistertitel in der Schweiz in Folge, nachdem er vor einem Jahr zum Meister-Ensemble der ZSC Lions in der National League gehört hatte.

Der SC Langenthal verlor in den Playoffs bloss drei Partien - genau gleich viele (oder wenige) wie der Lausanne Hockey Club 2013, die SCL Tigers 2015 und die Rapperswil-Jona Lakers 2018. Lausanne (gegen Langnau), Langnau (gegen die Lakers) und Rapperswil-Jona (gegen Kloten) setzten sich danach auch in der Ligaqualifikation durch und stiegen in die National League auf.

Und Langenthal? Der SC Langenthal wird die Ligaqualifikation gegen Rapperswil oder Davos auf jeden Fall bestreiten. Er will diese auch gewinnen. Aber ob Langenthal in der Lage sein wird, die Auflagen der Liga für einen allfälligen Aufstieg zu erfüllen, darf bezweifelt werden. Zumal der neue Sportdirektor Kevin Schläpfer und der künftige Präsident Gian Kämpf (der nach 17 Jahren Stephan Anliker als Präsident ablösen wird) bereits öffentlich erklärt haben, dass der SCL in Zukunft den Gürtel eher enger schnallen muss und einen Umbruch in Angriff nehmen will.

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